Öko-Strom

Der grün-industrielle Komplex

Der von Windkraft- und Solaranlagen teuer erzeugte Strom ist auf dem Markt praktisch wertlos und bringt der Umwelt mehr Nach- als Vorteile. Eine mächtige Öko-Lobby sorgt in der Schweiz dafür, dass trotzdem Milliarden investiert werden. Die Rechnung werden unsere Kinder zahlen.

Von Alex Baur

Die nächste Wirtschaftsblase droht: Montage von Solarzellen. Bild: Urs Füeler (Kestone)

Das Vorhaben klingt pragmatisch: Die grossen Stromlieferanten sollen verpflichtet werden, künftig die gesamte Produktion von Strom aus «erneuerbaren Quellen» aufzukaufen und dafür eine «kostendeckende Einspeisevergütung» (KEV) zu zahlen. Profitieren würden vor allem die Betreiber von Wind-, Solar- und Kleinwasserkraftwerken. Energieminister Moritz Leuenberger (SP) will die Vorlage in diesen Tagen dem Bundesrat unterbreiten.

Alternativstrom wird bereits heute von Gemeinden und Kantonen über zahllose Fonds- und Förderbeiträge subventioniert. Seit dem 1. Januar 2009 kommen auf nationaler Ebene jährlich 320 Millionen Franken hinzu, die über eine Zwangsabgabe bei den Konsumenten eingetrieben und vom Bundesamt für Energie (BFE) verteilt werden. Doch die begehrten Subventionen waren schon verteilt, bevor das KEV-Gesetz in Kraft getreten ist. Deshalb soll nun der «Deckel» aufgehoben werden: Die Elektrizitätswerke sollen verpflichtet werden, jederzeit die gesamte Produktion von sogenanntem Ökostrom zu einem Tarif aufzukaufen, der den Produzenten neben voller Amortisation eine jährliche Rendite von fünf Prozent einbringt – gleichgültig, ob sie die Energie brauchen können oder nicht.

Bei «Öko» rechnen nur die Kleinkrämer

Falls die Regierung Leuenbergers Vorlage zustimmt, hat diese gute Chancen, auch im Parlament durchzukommen. «Öko» liegt, bis tief in bürgerliche Kreise hinein, voll im Trend. Allen voran die CVP: Sie versucht, sich auf der Umweltschiene zu profilieren, und hat die «green economy» zu einem zentralen Element ihres Parteiprogramms erklärt. Gemäss einem im März veröffentlichten Positionspapier will die CVP den Anteil von «Alternativstrom», der sich trotz Subventionen im Promillebereich bewegt, bis ins Jahr 2020 auf zehn Prozent erhöhen. Möglich ist das nur – wenn überhaupt – mit Zwangsabgaben in Milliardenhöhe, die, gemäss christlichdemokratischer Logik, en passant die Wirtschaft ankurbeln sollen.

Aufwand und Nutzen stehen insbesondere bei Sonne und Wind, den beiden «Bannerträgern» der Alternativenergie, in einem krassen Missverhältnis. Die Elektrizitätswerke müssen für eine Kilowattstunde, die sie zurzeit im Schnitt für acht Rappen einkaufen, bis zu einen Franken bezahlen. Obwohl sich das früher oder später auf den Konsumentenpreis auswirkt, blieben hitzige Diskussionen erstaunlicherweise aus. Wenn es um «Öko» geht, gelten finanzielle Einwände als kleinkrämerisch.

Dabei versteckt sich hinter der unscheinbaren KEV-Vorlage ein Paradigmenwechsel bei der Stromversorgung mit unabsehbaren Folgen. Bislang richtete sich der Strompreis nach Angebot und Nachfrage. Ist die Produktion hoch, wird die Elektrizität billig, ist sie zu knapp, steigen die Preise. Kommt Leuenbergers Vorhaben durch, werden – wie im Agrarsektor oder beim Gesundheitswesen Beamte oder im Zweifelsfall Richter bestimmen, welcher Preis gerecht ist. Die Entwicklung geht damit in Richtung Planwirtschaft.

In einem marktwirtschaftlichen System haben alternative Energieträger wie Sonne und Wind schlicht keinen Platz. Kein Mensch kann verbindlich voraussagen, wie viel die Anlagen wann liefern. Die Produktion ist den Launen der Witterung ausgesetzt. Das macht den von Werbestrategen zum «Qualitätsprodukt» hochgejubelten, vermeintlich sauberen «Ökostrom» auf dem Markt praktisch wertlos. Besonders extrem sind die Schwankungen bei der Windenergie. Dies lässt sich anhand der Windstromproduktion in Deutschland (siehe Grafik S. 32) zeigen: Innerhalb weniger Minuten kann die Produktion um ein Vielfaches variieren. Denn bei steigender Windgeschwindigkeit nimmt die Energie exponentiell zu. Weil aber immer exakt so viel Strom ins Netz eingespiesen werden muss, wie gebraucht wird, muss praktisch für jedes Kilowatt Alternativstrom ein Kilowatt aus konventioneller Produktion bereitgehalten werden. Eine Verschwendung sondergleichen.

Es herrscht Goldgräberstimmung

Sonnen- und Windgeneratoren liefern lediglich zehn bis zwanzig Prozent der Energie, die sie bei Volllast theoretisch liefern könnten. Dieser mageren Ausbeute steht ein gigantischer Verschleiss an Energie, Raum und Rohstoffen gegenüber, die für die Erstellung der Anlagen gebraucht werden. Das Paul-Scherrer-Institut (PSI) hat errechnet, dass, wenn man alle Faktoren mit berücksichtigt, zur Herstellung von einem Kilowatt Solarstrom zehnmal mehr CO2 freigesetzt wird als bei der Kernenergie.

Trotz der negativen Gesamtbilanz befindet sich die Ökobranche, deren weltweiten Umsatz die Uno vor zwei Jahren bereits auf 148 Milliarden Dollar schätzte, in einem anhaltenden Boom. Bei Wachstumsraten von sagenhaften fünfzig Prozent herrscht Goldgräberstimmung. Allein in der Schweiz setzte die Solarbranche im letzten Jahr 1,5 Milliarden Franken um, zum Hauptteil mit Exporten. Die Oerlikon Solar, ein Ableger der einstigen Waffenschmiede Oerlikon-Bührle, gilt als zweitgrösster Solarausrüster der Welt. Die ABB hat eine führende Rolle beim 200-Milliarden-Projekt «Desertec» übernommen, mit dem dereinst Europa mit Solarstrom aus der Sahara beliefert werden soll.

Desertec wurde von den meisten Medien wohlwollend bis euphorisch aufgenommen. Dabei wäre der Transport des für die Afrikaner unerschwinglichen Stroms nach Europa mit riesigen Verlusten verbunden. Doch die Sinnfrage stellt keiner. «Öko» ist ein Produkt geworden, das sich vermarkten lässt wie jede andere Modeerscheinung. Knallharte Businessleute, die den Markt nach dem Prinzip der Gewinnoptimierung professionell bewirtschaften, haben die idealistischen Hinterhoftüftler von einst längst verdrängt. Ob die Investitionen der Umwelt einen Nutzen bringen, erscheint nebensächlich. Der Markt liefert, wonach die Konsumenten verlangen – ob Solarpanels oder Kanonen, dem Hersteller ist es einerlei.

Modeerscheinungen sind schnelllebig, Auswüchse werden in der Regel vom Markt rasch korrigiert. Bei der Stromproduktion funktioniert die Selbstregulierung nicht. Denn die Investitionen in Anlagen sind langfristiger Natur. Die meisten Kraftwerke, welche die Schweiz heute (noch) mit relativ billiger Elektrizität versorgen, wurden in der Mitte des letzten Jahrhunderts gebaut und sind längst abgeschrieben. Seit der Inauguration des KKW Leibstadt im Jahr 1984 stagniert die Produktion trotz steigendem Bedarf.

Nachdem auch grössere Wasserkraftwerke (Greina, Grimsel) durch eine kleine, aber aggressive Minderheit von Ökoaktivisten verhindert wurden, werden heute fast nur noch «alternative» Kleinanlagen gebaut, die trotz Milliardensubventionen lächerlich geringe Erträge abwerfen. Sonne und Wind decken nicht einmal ein Promille unseres Bedarfs. Die Lücke, die das nie gebaute AKW Kaiseraugst hinterliess, wird mit französischem Atomstrom gefüllt. Spätestens in zehn Jahren werden wir in ein riesiges Versorgungsloch fallen.

Allerdings sind nur wenige Konsumenten bereit, freiwillig die astronomisch hohen Kosten für Wind- und Solarstrom zu bezahlen, die bei einer ehrlichen Berechnung anfallen. Doch ehrlich gerechnet wird selten. Der Öko-Hype nährt sich durch Zwangsgebühren und Subventionen, die scheinbar unerschöpflich sprudeln und für den Konsumenten noch kaum spürbar sind. So wie wir heute die Früchte der Investitionen unserer Vorfahren ernten, werden erst unsere Kinder die Kosten für die Fehlinvestitionen von heute bezahlen.

Der Öko-Hype ist ein komplexes Phänomen. In einer unübersichtlichen, abstrakten Welt sehnen sich die Menschen nach Technologien, die sie verstehen und kontrollieren können. Die Anti-AKW-Bewegung, welche die Sonne zum Symbol erkoren hatte, ist unter dem Eindruck des Kalten Krieges entstanden. Obwohl ein Kernkraftwerk herzlich wenig mit einer Atombombe gemein hat, schwingt dieser Zusammenhang untergründig immer mit. Zum Urmotiv des Weltuntergangs, das die Menschen in allen Epochen begleitete, gesellt sich der Urtraum vom Perpetuum mobile: eine unerschöpfliche Maschine, die uns auf immer und ewig mit Kraft versorgt. Damit erhält die Ökobewegung eine religiöse Komponente, die rationalen Argumenten kaum zugänglich ist.

Selbst die politische Mitte setzt auf Grün

Nach dem Bankrott des real existierenden Sozialismus bot das Ökothema der politischen Linken eine neue Heimat. Doch längst reiten auch die Mitteparteien auf der grünen Welle mit, die ihnen wohlfeile Profilierungsmöglichkeiten liefert. Wenn sich Ständerat Eugen David (CVP, SG) in der Solar-Agentur Schweiz engagiert, so schafft er sich damit kaum Feinde, aber neue Freunde. David wird von der Presse als mutiger und fortschrittlicher Zeitgenosse gefeiert obwohl die Chance, dass er irgendwo aneckt, gegen null tendiert.

Ein wenig ökologisches Engagement kostet nichts und wirkt sympathisch. This Jenny (SVP, GL) verhalf vor zwei Jahren der ersten KEV-Zwangsabgabe zum Durchbruch im Ständerat («Schliesslich bringt das auch etwas für die Bauwirtschaft»). Der Blick belohnte den «Solar-Turbo» aus dem Zigerschlitz mit einer netten Schlagzeile. Oder Chiara Simoneschi-Cortesi (CVP), die eher griesgrämig wirkende Präsidentin des Nationalrats; als Vorsitzende der Jury zeigte die Tessinerin bei der Verleihung des Energiesparpreises «Watt d’Or», dass sich auch in ihrer Brust eine leidenschaftliche Seite verbirgt («Yes, we can»).

Wenn ein Öko-Bonus winkt, ist auf keine Partei mehr Verlass. Auf der Mitgliederliste der fundamentalgrünen Greina-Stiftung findet sich eine ganze Reihe von nationalen Politgrössen der CVP (Koller, Meier-Schatz, Ricklin) und der FDP (Dupraz, Suter). In Zürich plant und organisiert der freisinnige Stadtrat Andreas Türler, eingebunden in eine rot-grüne Übermacht, den Ausstieg aus der Kernenergie und den Ausbau von Windmühlen. Die Liste liesse sich fortsetzen. Volksvertreter, die die ineffiziente Alternativenergie offen bekämpfen, sucht man dagegen vergeblich.

Die Ökobranche ist zu einem Machtfaktor herangewachsen, der mit handfesten finanziellen Interessen verknüpft ist. Wo der Idealismus aufhört und der Selbstzweck beginnt, ist schwer zu ergründen. Greenpeace oder WWF sind millionenschwere Weltkonzerne, die letztlich nach denselben Prinzipien funktionieren wie die Multis, die sie bekämpfen. Ihr Kerngeschäft ist nicht die Lösung des Energieproblems, sondern die Bewirtschaftung von Ängsten und Empörung. Die Fördermilliarden haben ein unüberschaubares Heer von PR-, Planungs- und Beratungsbüros im Umfeld der Verwaltungen gedeihen lassen, die Subventionsnäpfe bewirtschaften, neue Aufgaben ertüfteln und um Aufträge buhlen. Sie verfassen Berge von Studien, Konzepten und Propagandabroschüren aller Art wahlweise auf Hochglanz- oder Umweltpapier , deren Wert sich nicht objektivieren lässt.

Ein Markt mit gigantischem Potenzial

Der Handel mit Ökotiteln und -derivaten – Umweltzertifikate, Biolabels, Emissions- oder Kompensationspapiere – hat ein Marktfeld mit gigantischem Potenzial eröffnet. Mit «ökologischem» Mehrwert lässt sich geschäften und spekulieren wie mit jedem anderen Produkt. Dass es sich dabei um rein ideelle, letztlich imaginäre Werte ohne reale Bezugsgrösse handelt, prädestiniert diesen Markt geradezu für Hasardeure und Spekulanten. Die Parallelen zum Internet- oder Immobilien-Hype sind augenfällig. Es ist zu befürchten, dass hier die nächste Wirtschaftsblase aufgepumpt wird.

Eine wichtige Anlauf- und Koordinationsstelle für das Öko-Business ist das BFE. Unter der Regentschaft von Energieminister Leuenberger (SP) und Direktor Walter Steinmann (SP) hat sich das Amt zu einer rot-grünen Hochburg entwickelt. Bislang war die Stromversorgung in der Schweiz eine Aufgabe von Kantonen und Gemeinden. Doch der Bund hat seinen Apparat und Einfluss ständig ausgebaut. Über die Tarife für Alternativstrom und Verteilernetze mischen die Beamten nun auch bei der Preisgestaltung mit.

Ein zentraler Pfeiler des BFE ist das Programm «Energie Schweiz» unter der Leitung von Michael Kaufmann (SP), das sich mit Sparmassnahmen und Alternativenergie befasst. Hier werden die Netzwerke mit privaten Anbietern geknüpft und gepflegt, Aufträge vergeben und Subventionen verteilt. Das BFE behandelt auch die Gesuche für Kernkraftwerke und Endlager – oder eben nicht. Hier verstauben die Ausführungspläne für ein Tiefenlager zur Endlagerung von radioaktiven Abfällen, obgleich der Machbarkeitsnachweis seit Jahren vorliegt. Das Fehlen des Endlagers ist ein beliebtes Killerargument gegen den Bau benötigter AKW.

Allmählich schwant indes dem einen oder anderen Naturfreund, dass auch Windmühlen ökologische Nachteile haben. Die bis über hundert Meter hohen Türme verschandeln nicht nur ganze Landstriche, die Rotoren bedrohen Vögel und decken die Umgebung mit einem permanenten Lärmteppich ein. Fischer machen mobil gegen 600 geplante «alternative» Kleinwasserkraftwerke, mit denen für einen lächerlich geringen Ertrag unsere letzten natürlichen Fliessgewässer zerstört würden.

Heute deckt die Wasserkraft sechzig Prozent des Schweizer Strombedarfs. Einen derart hohen Anteil an erneuerbarer Energie schaffen weltweit nur wenige Länder. Doch als «ökologisch» gelten, aus unerfindlichen Gründen, lediglich Kleinanlagen, die wenig bringen und garantiert nicht rentieren. Die restlichen vierzig Prozent unseres Strombedarfs werden fast vollständig durch Kernenergie gedeckt. Die Schweiz verfügt damit – auch das ist fast einzigartig – über eine praktisch CO2-freie und erst noch preisgünstige Stromproduktion. Der Ausstoss von Treibhausgasen pro Kopf bewegt sich in der Schweiz weit unter dem Schnitt der Industrieländer (siehe Grafik S. 31).

Blosse Alibipolitik

Sogar aus den vom BFE entwickelten Szenarien geht hervor, dass alternative Energieträger wie Sonne und Wind selbst bei optimistischer Berechnung unser Versorgungsproblem in absehbarer Zeit nicht lindern können. Die Funktion der Alternativanlagen ist rein pädagogischer und psychologischer Natur: Sie sollen das Volk daran erinnern, dass etwas für die Umwelt getan werden muss und getan wird. Tatsächlich binden die Prestigeobjekte für andere Projekte benötigte Gelder und behindern Lösungen für das Versorgungsproblem.

Das BFE setzt auf Gas(kombi)kraftwerke. Diese lassen sich relativ schnell bauen, würden aber nicht nur den Strom verteuern, sondern alle Massnahmen zur CO2-Reduktion zunichtemachen. Die einzige saubere Alternative bietet auf absehbare Zeit die Kernenergie. Doch keine Partei bringt den Mut auf, dieses komplexe Thema in den Vordergrund zu rücken, das den vermeintlich beschränkten Bürger überfordern könnte und gehässige Kontroversen garantiert. Dass die Schweiz einen ihrer letzten Standortvorteile aufgibt, nimmt man in Kauf – mutwillig, fahrlässig oder opportunistisch, weil es gerade Mode ist.

Infografik: Helmut Germer

Kommentare

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  • gawwjz
  • 28.08.09 | 20:49 Uhr

Den unter "Lohmann" publizierten Kommentar haben wir uns ausnahmsweise mal herauskopiert, denn er ist ein erstklassiges Beispiel dafür, auf welch tiefes Niveau man unter dem Schutz der Internet-Anonymität rutschen kann.

"Lohmanns" Kommentar enthält kein einziges Argument, er bringt keine einzige sachliche Korrektur an den Aussagen des Artikels, er ist nicht imstande, auch nur eine einzige Gegenthese vorzulegen und zu begründen. Statt dessen beschränkt sich der arme "Lohmann" auf Hiebe unter der Gürtellinie, die mit dem Inhalt des Artikels - und nur dieser interessiert den Leser - nicht das geringste zu tun haben.

Ach, wie schäbig und wie peinlich. Irgendwie wird man den Eindruck nicht los, dass da ein frustriertes, neidisches Würstchen aus der dritten Garnitur der Journi-Szene herumpöbelt - wetten dass...?

  • Peter der Grosse
  • 27.08.09 | 12:56 Uhr

Wer zu diesem Thema noch Hintergrundinformationen sucht und eine Einordnung in die Energiepolitik (in Deutschland) verstehen will, sollte unbedingt auch

http://www.scribd.com/doc/18191269/Kritik-der-Energiepolitik-aus-liberaler-Sicht

lesen. Ich finde, dies ist einer der besten Aufarbeitungen zum Thema "Einspeisegesetz" und seiner politischen Konsequenzen. Es ist von einem fachkundigen Ingenieur verfasst worden. Zudem in einer allgemein verständlichen Sprache, was bei diesem Thema leider nicht immer der Fall ist!

  • CommSens
  • 27.08.09 | 11:06 Uhr

@Lohmann 26.8.09
1. Ihre persönlichen Diffamierungen gegen den Autor sind abstoßend und dumm.
2. Jeder Energie-Laie kann die eklatanten Fehler und Folgen der grünen Energiepolitik auf Anhieb erkennen: Strompreisverteuerung auf unabsehbare Zeit, Subventionierung dauerhaft unwirtschaftlicher Produktionsmethoden, Umweltschäden für Landschaft und Flüsse, Vernachlässigung der wahren Herausforderungen (Bewältigung der aktuellen Krise, Soziales, Krankheiten, Entwicklungshilfe, Frieden, Wasser für die Welt..), wobei alles von einem Florieren der Volkswirtschaft in den Industrieländern abhängt! Und florieren kann die Wirtschaft nur mit preiswerter Energie.
3. Auch wenn einige wenige Branchen von dem Ökl-Hype und seinen Subventionen profitieren, so darf man nie vergessen, daß die gesamte übrige Wirtschaft an der Stromverteuerung massiven Schaden nimmt!
4. Und der Autor sagt völlig richtig, daß erst unsere Kinder die Kosten für die Fehlinvestitionen von heute bezahlen.
5. Nebenbei: Wir sollten öfter mal die Welt-Temperaturdaten nachschauen, wie sie von den Satelliten gemessen werden. Die zeigen eindeutig, daß 1998 der Erwärmungstrend stoppte, dann mehrere Jahre Stagnation herrschte und daß seit 2005 jedes Jahr kälter ist als das Vorjahr. Und das, obgleich der CO2-Gehalt der Luft unbeirrt weiter gestiegen ist. Offenbar ist das CO2 doch nicht in der Lage, die befürchteten Massen von Energie in der Luft zu binden. So dürften unsere Ängste vor Kohle, Öl und Gas grundlos sein.

  • Lohmann
  • 26.08.09 | 16:20 Uhr

Alex Baur, der weder über eine naturwissenschaftliche noch eine ökonomische Ausbildung verfügt, spielt sich einmal mehr als "Experte" für Energiefragen auf.

Es ist unübersehbar, dass Baur, der mal das neusprachliche Gymnasium besucht hat (ohne Abschluss?!) und dann die "Schule für Angewandte Linguistik" abgeschlossen hat, weder über die naturwissenschaftlichen noch die ökonomischen Zusammenhänge, die bei der Berichterstattung über dieses Thema unabdingbar sind, verfügt.

Baur, der auch schon vom Presserat gerügt wurde, ist in letzter Zeit wiederholt durch seinen offensichtlichen Verlust des Realitätbezugs aufgefallen (Nicht nur beim Thema Energiepolitik). So hat er die neue bolivianische Verfassung mit den Nürnberger Rassengesetzen der Nazis verglichen, den Völkermord an den Indianern verharmlost oder die Politik der rechtsextremen NPD verteidigt.

"So wie andere Briefmarken sammeln, sammle ich Geschichten", sagt Baur über sich selbst. Vielleicht sollte er es mal mit dem Sammeln von korrekten Fakten versuchen anstatt mit Märchengeschichten.

  • Klöppel
  • 24.08.09 | 13:25 Uhr

Opposition gegen Alternativenergien scheint ein Kernthema der Weltwoche zu sein;hoffentlich liegt dies nicht am Begriff „alternativ“, der darin vorkommt? Die Weltwoche könnte jedoch ebenso gut über sinnlose Autofahrten berichten, wo Personen zwei Tonnen Blech zur Beförderung von zwei Zentnern Gewicht benötigen. Doch hier ist es nicht das Alternative, sondern das Individuelle, das als Sinnlosigkeit und Synonym für die Freiheit in Abrede zu stellen wäre. Und dies, obwohl auch hier nicht die gesamten Kosten für ein nutzloses Tun entrichtet werden müssen. Die im Artikel genannten zehn bis zwanzig Prozent gelieferter Energie vermag auch ein Auto – zusammen mit den dafür benötigten Strassen samt Unterhalt etc. – nicht zu überbieten. Und ein Satz aus dem Artikel kann gleich eins zu eins kopiert werden: So wie wir heute die Früchte der Atomenergie ernten, werden erst unsere Kinder die Kosten für die Fehlinvestitionen von heute bezahlen. Mit der in diesem Text gewählten konservativen, den Forschungstrieb hemmenden Haltung, hätte auch die Ablösung der Pferdefuhrwerke durch das damals noch ineffizientere Auto verboten gehört.

  • Tankred
  • 23.08.09 | 18:59 Uhr

@HenryVIII
Hervorragende Idee. Aber zuerst muss dort richtig Platz geschaffen werden...:-)

  • dreist
  • 22.08.09 | 22:04 Uhr

Die Rechnung wird zu machen sein, wenn all diese umweltverschandelnden, wenig effizienten Windräder, deren Erstellung heute einigen Schlaumeiern viel Geld eintragen, wieder abgeräumt sind.

  • fredfred
  • 22.08.09 | 19:11 Uhr

Ich stimme zwar den Argumenten des Autors zu, würde aber die Solartechnik nicht vorschnell als Bastelei abtun. Momentan ist die Technik einfach noch zu wenig ausgereift. Diese Zellen benötigen derart viel Licht bzw. Sonnenschein, wie er in der CH nun mal nicht vorkommt. Leider herrschen hier halt nicht Wetterverhältnisse wie in der Karibik oder eben der Sahara. Anstatt nun sehr viel Geld zu „investieren“ in diese noch unvollkommene Technik, und uns notgedrungen wieder den gleichen, von Religion vergifteten Wahnsinnigen abhängig machen, sollten wir die Mittel für die weitere Forschung nutzen. Diese übereilte Massenproduktion erinnert stark an die Entwicklung des Radars im zweiten Weltkrieg. Während die Deutschen auf Massenproduktion setzen, haben die Engländer die Technologie verfeinert und (natürlich nicht nur deswegen) triumphiert. Das gilt übrigens auch für die Totgeburt OV vs. genialer Motoren für den MIV.
Weshalb sich der Autor des Artikels denn so aufregt über die Öko-Industrie? Sei es nun wegen deren Verlogenheit oder der Möglichkeit, dass er und seine SVP-Entourage nichts daran verdienen. Keine Ahnung. Aber wenn er so von den gewaltigen Renditen und Wachstumsraten schwärmt, stellt sich die Frage: Warum nutzen SVP-Politiker diese Einnahmequelle nicht (öffentlich? Die fordern noch immer Transparenz. Als Parlamentarier würde ich gerne öffentlich bekannt machen, dass ich in dieses und jenes investiere. Die horrenden Gewinne fliessen direkt in die Kampfkasse der Partei.

  • HenryVIII
  • 22.08.09 | 17:34 Uhr

@ EnergyRevolution
Ich schlage vor, dass ein substatieller Teil von DESERTEC in Libyen installiert wird.

  • digitaltraveler
  • 22.08.09 | 00:47 Uhr

@Control
Der Schnellzug mit dem Namen "Oeko-Energie" ist schon lange den Enthusiasten mit Birkenstock-Zoggeli und selbsgestrickten Pullovern aus heimischer Schafszucht davon gefahren. Es ist ein Geschäft wie jedes andere auch nur haben dass einige wie Sie scheinbar noch nicht gemerkt :-)
Schauen sie sich nur mal die Umsätze an - der Markt ist auch hier am Spielen, nur wollen bestimmte Parteien und Gruppierungen den alternativen Energien z.T. nicht gerechtfertigten KOMMERZIELLE Vorteile (Subventionierung, bindende Einspeisepauschalen etc.) zugestehen.
Bei Herstellung und Forschung im Bereich alternativer Energien sind die übrigen Big-Boys ja auch schon längere Zeit voll dabei z.B. BP + Shell.
Zu guter letzt:
Finden Sie sich auch damit ab, dass die grossen Abkassierer bei der alternativen Energien die gleichen sind welche AKW's, Gaskombi- und Kohlekraftwerke betreiben wie die Axpo, E-On, Vattenfall usw.
Die werden auch in Zukunft die Rechnung für den Energieverbrauch stellen und auch SIE werden diese Firmen direkt oder indirekt für jedes KW das Sie verbrauchen brav weiter unterstützen und mitfinanzieren.

  • Control
  • 21.08.09 | 23:24 Uhr

Die Weltwoche beschwört immer den Markt, selbst wenn er in die Katastrophe führt wie wir es jetzt erleben. Was in diesem Artikel beschrieben ist, tönt für mich eigentlich auch sehr nach Markt. Kann es sein, dass Köppel's Freunde und Gönner aus der SVP nicht davon profitieren? Es wird was nachgefragt, also wird es angeboten. Kauft euch ein Windrad, ihr nuklearen Oelverbrenner!

  • Markus Saurer
  • 21.08.09 | 22:15 Uhr

Herrn Baur kann man zu seinem Beitrag nur gratulieren (einzig die ökonomisch wichtige Funktion der Spekulation verkennt er, doch tut dies im Moment wenig zur Sache).

EnergyRevolution ist ein penetranter Beleg dafür, dass die Ökobewegung eine religiöse Komponente enthält, die rationalen Argumenten nicht zugänglich ist. Wenn hier jemand zynisch ist, dann EnergyRevolution.

Aber keine Sorge, die Entwicklung war schon immer und wird weiterhin sein ein Entdeckungsverfahren mit Versuch und Irrtum...

  • kurtkoblet
  • 21.08.09 | 12:19 Uhr

an alle digital"popper": die welt geht auch ohne grün weiter!
man schaue auch mal von aussen, dazu genügen nur einige meter über die CHgrenze zu gehen, und siehe da.
es werden noch kühlschränke per müllabfuhr entsorgt , batterien zum fenster rausgeschmissen, geschweige abwäser geklärt (italien). logisch, blick nach vorne und besser machen.
während wir endlos aufgliedern und entsorgern (7mio) wird ringsherum noch im meer versenkt und über land vergraben od. in den osten "exportiert". die politik redet uns die moral und wir deliberieren die mittel...die wie bei öffentlichen akten häufig im sand und taschen anderer enden.
schaum vor'm mund bildet sich auch bei auswegloser regierung ,die vorgibt, cvp,sp und grüne zu sein. in wirlklichkeit : opportunisten mit null interesse, wenn, sicher kein der schweiz zuträgliches.
sicher muss den alternativenergien, welchen zwischenzeitlich von lobbyisten vertreten und gestossen werden, gehör und möglichkeiten geboten werden. dies war vor 20-30jahren aber auch schon der fall. und heute...? sind wir hier beim thema afrikahilfe ja/nein ? irgendwann wurde auch edison selbstständig, nämlich als ihm die mittel gestrichen wurden.
und siehe da: es wurde licht!
ohne enttäuschung: die jüngeren lassen sich (alle jahre wieder , siehe 68!) diesmal gerne von einer gerechteren und heilen (grünen diesmal) welt verführen. mit 45 - 50 findet man sie dann im bundesrat als mitte-links weiter träumend mit visionen (siehe moritz) wieder.

  • digitaltraveler
  • 21.08.09 | 00:07 Uhr

@EnergyRevolution
So jetzt wischen sie sich mal den Schaum vom Mund weg.
1. Ich glaube die Sonne scheint auch in der Wüste nicht 24/7 oder leben sie auf einem anderen Planeten?
Das pdf file dieser US-Organisation beschreibt zwar welche Fortschritte in der Energiegewinnung durch solche Anlagen erziehlt wurden. Von dauernd gesicherter Stromversorgung, Netzspeisung usw. während den Nachtzeiten ist nichts zu lesen.
2. Wenn Sie schon Worte wie Supply-Chain gebrauchen sollten Sie auch wissen worum es sich dabei handelt und im Bezug auf Elektrizizät geht es nämlich um Energieverlust auf dem Transportweg, je weiter weg desto weniger kommt an der nächsten Trafostation an. eine mögliche Lösung mit Supraleitern ist noch nicht in Sicht.
3. Sich auf eine Stromproduktion in der Wüste z.B. in Algerien zu verlassen würde die Abhängigkeit aus diesen (auch erdölexportierenden) Laendern nur zementieren.

  • EnergyRevolution
  • 20.08.09 | 15:02 Uhr

Bilden Sie sich weiter, es ist nie zu spät etwas zu lernen!

The ridiculously high cost of nuclear power

http://www.salon.com/tech/htww/2009/07/15/the_ridiculously_high_cost_of_nuclear_power/index.html

To date, parabolic trough technology provides the best performance and lowest cost of all types of solar power plants.
...
Since the first 14 MW trough plant was installed in California in the early 1980s, generating costs have dropped from 45 cents/kWh (in 2005 dollars) to 9–12 cents/kWh (competitive with peak power). Costs are expected to drop to 4–7 cents/kWh by 2020.

http://www.nrel.gov/csp/pdfs/american_energy_pg30_desertsolar.pdf

  • EnergyRevolution
  • 20.08.09 | 15:00 Uhr

Ich finde es höchst zynisch von Ihnen, dass Sie mit Ihren 48 Jahren die Zukunft dieses Planeten geradezu mit verbrannter Erde und CO2 übersäht haben!

Ihr Wirtschaftswunder hatten Sie und Ihre Generation dadurch diesen Planeten auszubeuten und an den Rande der Katastrophe zu führen!

Ja ich mache Sie persönlich dafür verantwortlich, denn Sie sind Mittäter wie wir alle!

Doch die Kenntnis von besseren Technologien wie solarthermische Kraftwerke macht das Verfeheln ihrer Generatschwerwiegender!

Ich kenne diese Technik erst seit zwei Jahren und sehe in Ihr die Lösung vieler unserer Probleme!

Sie wird Öl und Gas noch im nächsten Jahrzehnt im Preis schlagen: Billiger und Besser!

Ein paar Spiegel in der Wüste ein bisschen Stahl was kostet das schon wenn wie man auf Neudeutsch die Supplychain erst mal richtig Gestreamlined hat!

Jetzt wo unsere Generation die Fehler der Ihren beheben will und dabei auch noch Wohlstand vermehren will und so auch noch Ihre Pension sichert, ist es mehr als angebaracht, dass Sie "DANKBAR SIND UND MITARBEITEN"!

Wir brauchen sinnvolle Ökonomie!

Denn die wahren Kosten werden Sie ohnehin nicht mehr Tragen müssen. Mir und meinen Kindern hinterlassen Sie Staatsschulden, einen CO2 Berg, leergefischte Meere, Atommüll und Atommeiler wie Krümmel!

Ich finde das SOLLTE MAN IHNEN VON DER RENTE ABZIEHEN!

Also lassen Sie es unser Generation und die meiner Kinder RICHTIG machen mit DESERTEC!

Sonst muß ich mir mit 50 nämlich das gleiche anhören wie Sie jetzt!

  • Hephaistos
  • 20.08.09 | 13:44 Uhr

Eine potentielle Wirtschaftsblase kommt übrigens von ganze einem anderen Ort: siehe Energiederivate.

  • Hephaistos
  • 20.08.09 | 12:38 Uhr

Ich bin mit Ihnen einverstanden, dass die neuen Energien auch ihre negativen Effekte auf unsere Gesellschaft und Umwelt haben, die zu berücksichtigen und zu bewerten sind.

Jedoch ist Ihr Beitrag (leider) sehr polemisch. Unter anderem stimmt folgende Aussage nicht, dass die Windenergie 6x mehr CO2 ausstösst als Nuklearenergie. Neue Studien des PSI zeigen, dass der Ausstoss von CO2 über den ganzen Lebenszyklus der Windenergie hinweg unter schweizerischen Konditionen bei 0.021 und bei europäischen Konditionen sogar bei 0.014 kg CO2-äquiv./kWh liegt. Im Gegensatz dazu liegen die Werte der Nuklearenergie bei ca. 0.008 bis 0.011 CO2-äquiv./kWh (siehe: Dones R. et al., “Greenhouse Gas Emissions from Energy Systems, Comparison and Overview)!

Kurzum: Der CO2-Output ist bei beiden Technologien sehr tief, bei Nuklearenergie gering tiefer (in Relation zu anderen Technologien)!

Abschliessend möchte ich noch zwei Dinge erwähnen: Die Energieversorgung in naher Zukunft, also in den nächsten 20 bis 50 Jahren, wird und soll wie bisher auf verschiedenen Technologien beruhen (inkl. neue Energien und Nukleartechnologie), um den verschiedenen Aspekten unserer Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt gerecht zu werden. Doch der Grundstein für eine sanfte Transition in Richtung einer nachhaltigeren Zukunft, für die es keinen Ausweg gibt (siehe Ressourcenknappheit), soll bereits mit der heutigen Politik gelegt werden. Der Markt alleine versagt bekanntlich bei öffentlichen Gütern...

 
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