«Das Resultat, die faktische Unversehrtheit unseres Landes, gibt dem Gesamtverteidigungskonzept recht.» Roger Meier
Bestmöglicher Kriegsausgang
Nr. 31/32 – «Guisans Réduit»; Roger Köppel im «Editorial» über die Alpenfestungs-Strategie
Die aktuelle Entrüstung über General Guisans Bereitschaft, Frauen und Kinder im Mittelland im Ernstfall kaltherzig dem bösen Feind anheimfallen zu lassen, ist nicht zu Ende gedacht. Das Réduit als Teil eines militärischen, politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verteidigungskonzepts dürfte vielmehr dazu beigetragen haben, dass eben dies gerade nicht geschah. Das Resultat des Gesamtverteidigungskonzeptes jedenfalls, nämlich die faktische Unversehrtheit unseres Landes inmitten jahrelangen kriegerischen Elends, war der bestmögliche Ausgang des Krieges für unser Land, gibt dem Konzept recht und müsste eigentlich jedermann zufriedenstellen. Roger Meier, Reinach
Statt uns mit der aktuellen Zeit auseinanderzusetzen, schauen wir lieber in die Vergangenheit. Dies ist beileibe nicht verboten, und aus der Geschichte soll und kann man ja auch lernen. Doch die Fragen und Probleme von heute beantworten wir nicht mit der Vergangenheit. Es ist Zeit vorwärtszuschauen und uns den heutigen Problemen und Lösungen zuzuwenden. Rodung unseres Planeten, Umweltverschmutzungen, Klimaerwärmung, Kriege, Hunger, soziale Ungleichheit usw. Wer immer unser Land gegründet hat – er oder sie würde ähnlich denken. Pascal Merz, Sursee
Mein Vater (geb. 1894) stand im Ersten Weltkrieg als «Kanonenfutter» vier Jahre lang auf dem Umbrail. Kaiserjäger und Alpini lieferten sich erbitterte Gebirgskämpfe um das Stilfserjoch. Im Zweiten Weltkrieg kam der Einrückbefehl zum Territorialdienst. Beide Male hatten Grosseltern und Eltern grosse Angst vor der Einnahme der Schweiz durch eine europäische Grossmacht. Der Wehrwille war so stark, dass Grossvater sich im Zweiten Weltkrieg für den drohenden Nahkampf im Quartier vorsorglich einen Trommelrevolver kaufte. Heute kann ich sicher auf den damals zu verteidigenden Jurahöhen das Weltwoche-«Editorial» lesen. Ein tiefer Dank unseren Grosseltern, Eltern und Roger Köppel für die heutige geistige Landesverteidigung. René Loepfe, Sennhütten
Wohltuend sachlich
Nr. 31/32 – «Wie verhandle ich erfolgreich?»; Christoph Blochers Verhandlungs-Tipps
Dass Verhandlungsgeschick im Leben von Christoph Blocher eine wichtige Rolle gespielt haben muss, sei nicht zu bezweifeln. Nachdem man sich vom Autor an polarisierende Äusserungen gewöhnt hat, sind seine Empfehlungen zum erfolgreichen Verhandeln wohltuend sachlich und verdienen es, ernst genommen zu werden. Drei kritische Bemerkungen seien erlaubt. Erstens ist das Gegenüber am Verhandlungstisch in der Regel kein «Gegner». Echte Verhandlungsprofis bezeichnen sich als «Partner». Zweitens vermisse ich einen Hinweis, dass gutes und letztlich erfolgreiches Verhandeln mehr als ein reiner Verteilprozess ist, bei dem es nur Sieger und Verlierer geben kann. Erfolgreich verhandelt habe ich erst, wenn beide Seiten – im Sinne einer Win-win-Situation – dank kreativen Optionen einen Mehrwert erhalten. Drittens ist meines Erachtens meine Einstellung und Grundhaltung gegenüber meinen Verhandlungspartnern von entscheidender Bedeutung. Wer begriffen hat, dass Verhandeln (meistens) von gegenseitiger Abhängigkeit geprägt ist, kann es lockerer angehen und mit Zuversicht in eine Verhandlungsrunde einsteigen, vorausgesetzt, man hat seine Hausaufgaben gemacht. Ulrich Egger, Zürich
Mehr Respekt wäre angebracht
Nr. 31/32 – «Lebensfreude dank Lebenshilfe»; Peter Bodenmann über die Schweinegrippe
Auch wenn ich Peter Bodenmann teilweise recht geben muss, wird hier meiner Meinung nach aus einer Mücke ein Elefant gemacht. So muss ich mich über andere Aussagen doch sehr wundern. Die schöne Rechnung betreffend die verlorenen Arbeitstage mag zwar mathematisch korrekt sein, aber weshalb soll das (laut Bodenmann), bitte schön, kein Problem sein? Glaubt er wirklich, dass diese einfach durch den Einsatz von Arbeitslosen kompensiert werden könnten? Auch wenn ich im Gegensatz zum Autor kein toller Politiker und Hotelier bin, sondern nur ein einfacher Molkerist, bin ich trotzdem nicht so einfach zu ersetzen. Ich möchte sehen, wie lange Sie noch Milchprodukte in den Läden erhielten, wenn wir alle durch Arbeitslose ersetzt werden würden. Ein bisschen mehr Respekt vor uns einfachen Arbeitern wäre durchaus angebracht.
Fabian Brauner, Ostermundigen
Wo bleibt das Gepolter?
Nr. 31/32 – «Stehn wir den Felsen gleich . . .»; Max Frenkel über den Nationalfeiertag
Ein hübscher Kommentar zum 1. August. Dass das Septett in Bern schwächer ist als auch schon, ist offensichtlich für jeden, unabhängig von seiner politischen Couleur. Lächeln musste ich aber über den netten Versuch seitens Max Frenkels, bei dieser Gelegenheit die SVP aufzuwerten. In Wirklichkeit verhält sie sich nämlich bei der Frage nach dem Bankgeheimnis und der Herausgabe von Kundendaten nicht viel anders als die anderen Parteien, nämlich still und leise. Wo bleiben das Gepolter und die Rhetorik, wie wir sie aus den Zeiten kennen, als es um Asylpolitik, Einbürgerung und Ausländerkriminalität ging? Oleg Ayranov, Brugg
Vom Teufel geritten
Nr. 31/32 – «Wie meistere ich meinen Alltag?»; (Über-)Lebenstipps verschiedener Autoren
Ich glaubte stets, die Weltwoche stehe für das Gute ein und kämpfe gegen das Böse. Mit diesen Lebenshilfen geben Sie aber Anleitungen, Böses zu schaffen. Etwa mit Ratschlägen zu Fragen wie «In welchen Situationen ist es legitim, sich allein zu Hause zu betrinken?», «Mit welcher Ausrede bekomme ich garantiert ein ärztliches Zeugnis?», «Wie kann ich mich am effektivsten umbringen?» oder «Wie mache ich vor einem Gericht Eindruck?». Sogar Prof. Beda M. Stadler hilft mit. Welcher Teufel hat Sie da geritten? Paul Zürcher, Herzogenbuchsee
Globalisierung ist Sklavenhandel
Nr. 31/32 – «Ich bin stolz, Schweizer zu sein»; Carlo De Benedetti über seine Einbürgerung
Die Einstellung von Carlo De Benedetti zu unserm Land kann ich nachvollziehen. Seine Schilderung hat mich beeindruckt bis zum Punkt, wo er vom «unvermeidlichen (und positiven)» Globalisierungsprozess spricht. Globalisierung ist schon an sich etwas Schlechtes, weil sie die Einwalzung, Vereinheitlichung und Einebnung aller bestehenden, natürlichen Verschiedenheiten bedeutet. Die heute in der Weltpolitik und als Folge davon in der Weltwirtschaft grassierende Globalisierung ist, wenn man genau hinsieht, eine neue Form des Sklavenhandels. Vielleicht nicht so grausam wie im 16. und 17. Jahrhundert, aber trotzdem schlecht für die Tausenden von Arbeitnehmern, die mit dem Federstrich eines Millionärs oder eines Oligarchen von einer Firma zur andern verschoben oder zur Arbeitslosigkeit verdammt werden, schuldlos und ohne etwas dagegen tun zu können. De Benedetti hatte erstens Glück, dass die Schweiz damals, 1943, noch nicht mit der Welt «verglobalisiert» war und deshalb seiner Familie in der Schweiz Schutz geben konnte. Nach dem Krieg hat ihm sein zweites Glück in Italien Wohlstand gebracht, aber in den von ihm in Oberitalien «verglobalisierten» Industrien hat er auch viele arbeitslose Arbeitssklaven hinterlassen. Karl Heinen, Wädenswil
Einfach herrlich
«Sonderheft: Lebenshilfe» allgemein
Die Doppelnummer 31/32 bietet beste Sommerlektüre. Ein grosses Kompliment an Miroslav Barták für die geniale, witzige Umsetzung der Themen, die zeichnerisch grossartig gelungen ist! Anton Gähwiler, Reinach
Ich gratuliere zu dieser gelungenen Ausgabe, dieses Mal war es eine Offenbarung. Lesevergnügen, Entspannung und schmunzelndes Erkennen.Freude pur. Isabel Willi, Wädenswil
Ich bin Ihnen dankbar, dass Sie mir den Weg aufgezeichnet haben, wie ich mich bei einem Lottogewinn verhalten soll, einen Hit komponieren kann und welchen Drink ich einer unbekannten Schönheit an der Bar spendieren soll. Endlich weiss ich auch, wie ich meine High Heels behandeln muss. Ich wäre nie auf den Einfall gekommen, dass man sie mit wässeriger Spucke reinigen kann (mir bleibt sie leider weg). Danke dir, Weltwoche. Endlich kann ich mit meinen 76 Jahren das Leben meistern. Nie mehr werde ich in Versuchung kommen, die Annabelle oder Bravo zu abonnieren. Und dank Bundesrat Hans-Rudolf Merz werde ich sogar ein rechtschaffener Schweizer. Peter Balordi, per E-Mail
Das «Sonderheft: Lebenshilfe» ist ein echter Genuss. Die Vielfalt an erfrischenden Beiträgen ist beeindruckend. Dem Ganzen die Krone aufgesetzt und immer wieder für herzaftes Lachen gesorgt hat darüber hinaus Beda M. Stadler mit seinen Beiträgen – einfach herrlich. Herzlichen Dank an alle Mitwirkenden! Chris Schröder, Hinwil
Die Doppelnummer war für mich ein richtiger Lichtblick! Schon das «Editorial» hat mich aufgestellt, aber auch der bemerkenswerte Artikel von Max Frenkel sowie jener von Carlo De Benedetti zeigen mit aller Deutlichkeit, dass die Weltwoche den Nerv des Schweizervolkes trifft und die leider meist linksgerichteten Intellektuellen abstraft. Kurt Jean Bolli, Beringen













Kommentare