Mit der Euro-Pride und dem Christopher Street Day ist eben ein Kundgebungs-Marathon der Homosexuellenbewegung zu Ende gegangen. Nächste Woche kommt «Brüno» in die Kinos, die Tunten-Satire des Guerilla-Komikers Sacha Baron Cohen («Borat»). Wir nehmen die Grossereignisse zum Anlass einer kritischen Bilanz. Die Schwulen, einst verkannt, verfemt, rechtlos, haben eine ebenso rasante wie umfassende Emanzipation hinter sich. Längst geben sie in vielen Bereichen den Ton an. In Polizei und Armee ist «Homosexualität» Pflichtstoff – in der Schule soll sie es werden. Schwulsein ist von einer sexuellen Neigung zu einer Art Weltanschauung geworden. Man kann kaum noch von einer Minderheit reden.
In der Weltwoche Nr. 22 begründete Van-Gogh-Biograf Matthias Arnold, wieso er mindestens zwei der an der grossen Basler Ausstellung gezeigten Bilder für Fälschungen hält. Die Weltwoche lud die Verantwortlichen des Basler Kunstmuseums ein, Arnolds Thesen zu widerlegen. Direktor Bernhard Mendes Bürgi verzichtete darauf, «an Pressedebatten teilzunehmen über für uns nach wie vor nicht stichhaltige Fälschungsthesen». Immerhin äusserte sich das Museum zu Arnolds detaillierten Argumenten bezüglich des Bildes «Jardin à Auvers» mit der Antwort: «Die Behauptungen von Matthias Arnold sind für uns gegenstandslos.» Hanspeter Born erläutert in dieser Ausgabe, wie er zur Überzeugung kam, dass auch das allgegenwärtige Plakatbild «Ernte in der Provence» kein Werk van Goghs ist: Plumpe malerische Fehler und van Goghs Korrespondenz disqualifizieren das Bild. Born weist nach, dass — entgegen den Behauptungen des Van-Gogh-Museums — das Plakatbild nie im Besitz der Familie van Gogh war. Wir haben dem Basler Kunstmuseum den Artikel zur Stellungnahme vorgelegt. Die Antwort: «Auch Ihren erneuten Fälschungsverdacht betreffend ‹Ernte in der Provence› können wir nicht nachvollziehen. Wir verzichten auf Ihr Angebot, ein Statement oder einen Artikel unsererseits zu dieser Thematik zu verfassen.»
Als Martin van Creveld 1964 zur israelischen Armee wollte, erlebte er eine böse Überraschung. Weil sein Jahrgang 1946 geburtenstark war, gaben sich die Offiziere ausserordentlich wählerisch – und nahmen Anstoss an der Hasenscharte des Möchtegernsoldaten. Heute ist der gebürtige Holländer sicher: Diese Beleidigung veranlasste ihn dazu, die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit der Kriege zu seinem Metier zu machen. Heute gilt der Israeli als einer der weltweit führenden Militärhistoriker. Mit Pierre Heumann diskutierte van Creveld seine unkonventionellen Ansichten zur Atombombe und zu Anti-Terror-Strategien.
Er war ein treuer Anhänger Ajatollah Chomeinis und wurde von ihm zum ersten Präsidenten der Islamischen Republik gemacht. Doch Abolhassan Bani Sadr hat längst mit dem iranischen Regime gebrochen. Aus seinem Exil in Paris erklärt er, weshalb das System der Mullahkratie tot ist. Trotz Zensur und massiver Behinderung der Medien erhält die Weltwoche täglich viele E-Mails aus dem Iran. Wir veröffentlichen laufend ausgewählte Zuschriften auf www.weltwoche.ch/iran
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