Biografie

Georg Feuser

Von Daniela Niederberger

Der Wissenschaftler wuchs im Schwarzwald in einem Dorf auf. Er brachte sich am Ende des Krieges, weil es keine Schulen gab, mit Dostojewski das Lesen selber bei. In den Romanen des russischen Schriftstellers stiess er auf arme Leute, auf kranke Leute, und das faszinierte ihn. «Bei uns im Dorf gab es einen Dorfdeppen, einen geistig Behinderten. Das war mein Freund.» Später arbeitete Feuser in der ersten Schule für geistig Behinderte, die es in der Bundesrepublik Deutschland gab. Er baute selber Schulen auf, war Schulleiter und Sonderschul-Rektor.

Georg Feuser hat zunächst Medizin studiert, er wurde Kinder- und Jugendpsychiater und führte über dreissig Jahre eine eigene Praxis. Zu seinen Patienten gehörten vor allem Kinder und Jugendliche mit schwersten Entwicklungsstörungen, auch solche, die als austherapiert galten. Ausserdem ist Feuser studierter Pädagoge, er war rund zwanzig Jahre lang Professor an der Universität Bremen mit Fachgebiet Behindertenpädagogik. Seit vier Jahren ist der nunmehr 68-Jährige Gastprofessor an der Universität Zürich. (dn)

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