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17.06.2009, Ausgabe 25/09

Rücktritt

Der Mensch dahinter

Pascal Couchepin ist nicht nur der unnahbare Machtmensch.

Von Max Frenkel

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Als es um die Wahl in den Bundesrat ging, suchte der Blick eine Frauen-Affaire. Der Chefkolumnist des Blattes war gegen den Walliser (Originalton: «Sie hören zu wenig auf mich»); doch die Suche war vergeblich. Pascal Couchepin ist ein vorbildlicher Ehe- und Familienmann. Aber dass er ein Macho ist – im Wallis darf man das noch sein –, wird wohl niemand abstreiten. Als sich damals zwei Radiojournalisten bei ihm zum Interview angemeldet hatten und ein Paar erschien, fragte er den Mann verblüfft: «Ja, und wo ist der andere?»

Der Mensch Couchepin ist zugleich grosszügig und empfindlich. Um Kleinkram kümmert er sich nicht gern; seinen Mitarbeitern vertraut er. Auch wenn das, wie etwa im Gesundheitswesen, zu einem Bürokratismus geführt hat, der dem einst bewusst freisinnig politisierenden Departementschef unheimlich sein müsste. Aber wehe dem, von dem er sich – nicht als Mensch, sondern in seiner Funktion – nicht ernst genommen fühlt. Solches kann er nicht verzeihen und nur schwer vergessen. Als ich ihn fragte, ob seine krumme Nase eher auf jüdische oder auf habsburgische Ahnen schliessen lasse, amüsierte ihn das. «Beides ist möglich; die Familie kommt aus dem Elsass.» Doch den reichen Gianaddas vom gleichnamigen Kunstmuseum in Martigny ging er bis zur Versöhnung nach der Wahl aus dem Weg. Der Clanchef zeigte zu wenig Respekt.

Beeindruckend ist Couchepins Intelligenz. Wo man in Bern einen Satz zweimal sagt, um verstanden zu werden, versteht er ihn schon nach der Hälfte des ersten. Und nicht nur das. Er merkt auch fast immer, was man ihm nicht sagen will. Diese Gabe birgt allerdings die Gefahren der Ungeduld und der oberflächlichen Vorbereitung. Und wenn man sich mit Ja-Sagern umgibt, nützt der feinste Intellekt wenig. Wos nichts zu finden gibt, wird man auch nicht fündig.

Natürlich ist der «Jupiter Optimus Maximus», als den ich ihn gerne bezeichnet habe, ein ausgeprägter Machtmensch. Aber er kämpft mit offenem Visier. Viele Möchtegernbundesräte betonten, sie strebten das Amt nicht an. Er gehörte zu den wenigen, die aus ihrer Ambition nie ein Hehl machten. Im Lande der Kleinwüchsigen eine riskante Strategie. Aber hier ging sie auf.

Erschienen in der Weltwoche Ausgabe 25/09
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Kommentare

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chateau     24.06.09 08:10

Hohe Intelligenz ist manchmal ein Nachteil für die Erfassung von Tatbeständen und Durchführung bzw. Durchsetzung praktischer und wichtigster Massnahmen. Beispiel: KV-wesen.
Der Herr hat vielleicht die richtige Analyse gemacht und gemeint, damit sei es getan. Aber ich glaube er hat nicht einmal dies geschafft. Als Vertreter der FDP ist er einer der Promotoren der wahnsinnigen Einwanderung. Der Schlüssel des KK-Debakels liegt da. Man muss ihn nur aufheben.
JEDER Einwanderer erhält sofort Leistung, ohne je dafür bezahlt zu haben.
Bei einer vierköpfigen Familie kann die Höhe der in der Schweiz nicht bezahlten Prämien leicht eine Summe von Fr. 150'000.- erreichen. Dieser Einwanderer wird nie mehr nachholen, was er als Anwesender hätte bezahlen müssen. Hingegen wird er bis a

mediabuehler     23.06.09 10:58

Das grösste Chaos hinterlässt Couchepin in Bundeamt für Gesundheit. Sogenannte Sparmassnahmen wie die komplett deplatzierte Senkung der Labortarife bei Hausarztpraxen ist dabei nur ein Beispiel. Ohne etwas davon zu verstehen, lässt er seine Bürokraten schalten und walten. Eines ist sicher: Was immer man auch gegen den abgewählten BR Blocher sagen mag - Blocher hat die Dossiers seiner Direktionen gekannt - er war fleissig - nicht wie Couchepin, der ein Minimalist war.

chateau     22.06.09 18:41

Trotzdem sind wir froh dass er weg ist.
Der Mann ist uns Leistung und Resultat schuldig geblieben. Seine Dossiers hat er nicht gekannt und daher Unsinn dahergeredet.
Dem Bürger wollte er 67 als Pensionsalter schmackhaft machen, aber seine sous-chefs werden generell mit 62 pensioniert und erhalten Ueberbrückung vom Steuerzahler. Wahre Parasiten.

Schlemihl     22.06.09 16:23

@ sun fun:

Obwohl ich ein Liberaler bin, kenne ich natürlich die "rezeptur/prozedur der linken", aber auch diejenige der Rechtskonservativen Umverteiler (siehe Subventionen in der Landwirtschaft).

sun fun     22.06.09 11:48

@schleim

sie kennen doch die rezeptur/prozedur der linken, plötzlich begriffstutzig geworden?

Schlemihl     19.06.09 18:35

@sun fun:

Was verteile ich denn um? Da bin ich aber gespannt!

sun fun     19.06.09 15:05

@schleimi

dafür haben wir sie mit dem totalen durchblick, pauschal fast einen drittel der schweizer wähler verunglimpfend, sie sitzen wahrlich auf einem hohen ross, nix leisten und grosszügig umverteilen und dies mit einer riesen röhre

Schlemihl     19.06.09 00:18

Jaja Koblet,

Du schwafelst zusammenhangloses Zeugs und scheinst den Durchblick nicht wirklich zu haben.

Du kaust irgendwelche Brocken aus SVP-Plakaten und -inseraten wieder.

Du bist genau wie Werni ein typisches Beispiel für einen überforderten Stimmbürger und SVP-Wähler.

kurtkoblet     18.06.09 22:46

fertig epoche verwalter; der pro-sozi aus dem wallis soll mal versuchen in den eigenen gemeinderat gewählt zu werden. als staatsangestellter sollte das kein problem sein. nachträglich noch herzlichen dank and krummnase für die verusachten sch.. und die konsequenzen - die ja wir auszubaden haben. dies kann jahre dauern und wurde von dreyfuss auf verlogener (wie man heute weiss) basis dem volk aufgeschwatzt.

Schlemihl     17.06.09 23:24

"Viele Möchtegernbundesräte betonten, sie strebten das Amt nicht an."

Blocher ist gemäss eigenen Angaben richtiggehend genötigt worden das Amt zu übernehmen.

Und der gute Ueli hat einige Wochen vor der Wahl noch gesagt, er wisse, was er könne und was nicht (Amt des Bundesrats ausüben). Trotzdem schlug die SVP ihn vor.

Aber eben, was soll man machen wenn selbst der zweitbeste nicht in der Lage ist das Amt auszuüben...

Ich persönlich bevorzuge Kandidaten mit Ambitionen und Motivation wie Couchepin!!!

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