«Es sind lauter Illusionen und falsche Tatsachen, die man von Klima- und CO2-Hysterikern gewohnt ist.» Jack Leuzinger
Zeitalter der Kapitalvernichtung
Nr. 23 – «Rückständige Schweiz»; Rudolf Rechsteiner über Solar- und Windenergie
Es sind lauter Illusionen und falsche Tatsachen, die man von Klima- und CO2-Hysterikern gewohnt ist, die sich in den Dienst der Klimaschutz-Geldmaschine gestellt haben und eifrig versuchen, die Massen entsprechend zu manipulieren. Es erübrigt sich, über den Kosten-Nutzen-Effekt der zig Milliarden zu sprechen, welche in den Klimaschutz und sogenannte erneuerbare Energien investiert wurden (und noch werden), denn es ist aus dem Fenster geworfenes Geld – ein weiterer Beweis dafür, dass wir uns im Zeitalter der Kapitalvernichtung befinden. Und zu sagen, die Schweiz sei rückständig, ist der Gipfel der Frechheit. Das Gegenteil ist der Fall, und zwar nur dank dem glücklichen Umstand, dass das Schweizervolk nicht alles frisst, was ihm von Scharlatanen aufgetischt wird.
Jack Leuzinger, Hätzingen
Wie kann erneuerbare Energie in die bestehende Energieinfrastruktur integriert werden? So lautet die Frage, die darüber entscheiden wird, welchen Anteil Wind- und Solarenergie im Jahre 2050 in der Schweiz und in Europa erreichen können. Weltwoche-Autor Alex Baur sieht kaum Integrationsmöglichkeiten, während Rudolf Rechsteiner keine grösseren Probleme erkennt («96 Gigawatt Leistung warten in Speicherseen»). Nach meinem Kenntnisstand müssten die europäische und die schweizerische Energielandschaft und Energieinfrastruktur allerdings völlig anders als heute aussehen (neue Überlandleitungen, neue Pumpspeicherkraftwerke und Gaskraftwerke als Fallback-Option), wenn erneuerbare Energien einen Anteil von über 30 Prozent erreichen sollen. Ich würde mich freuen, wenn die Weltwoche dieser Frage in einem weiteren Artikel auf den Grund gehen könnte.
Martin Holzherr, Winterthur
Rudolf Rechsteiner schreibt: «Einspeisevergütungen sind keine Subventionen. Es fliesst kein Staatsgeld. Die Erneuerbaren erhalten [. . .] vom Netzbetreiber Swissgrid jenen kostendeckenden Minimalpreis [. . .].» Was der Autor zu erwähnen «vergisst»: Swissgrid verfügt über keine Gelddruckmaschine, sondern über einen leistungsfähigen Drucker für Rechnungen und Einzahlungsscheine. Diese werden periodisch an die Elektrizitätswerke versandt, die dann wiederum die Einspeisevergütung bei jedem einzelnen Kunden mit aktuell 0,45 Rappen/kWh in Rechnung stellen, was jeder Stromkunde und somit auch der Autor sauber ausgewiesen auf seiner Stromrechnung selbst nachlesen kann. Bei einem mittleren Strompreis von ca. 20 Rappen/kWh entspricht dies einem Anteil von rund 2,5 Prozent der Stromkosten eines Haushaltes.
Roland Schmid, Stierva
Grundsätzliche Korrekturen einleiten
Nr. 23 – «Die 14,5-Milliarden-Lügen»; Urs Paul Engeler über die IV
Bisher hat sich niemand unterstanden, unzutreffende Aussagen in Botschaften zu AHV-Revisionen als Lügen zu bezeichnen, obwohl solche immer zu finden waren. Vielleicht kann aber Ihr reisserischer Titel echtes Interesse für die Finanzierung von AHV und IV wecken. Das wäre unbedingt nötig. Den Stand der Dinge haben aber nicht Pascal Couchepin und sein Chefbeamter Yves Rossier, sondern deren Vorgänger Ruth Dreifuss und Otto Piller zu verantworten. Man müsste grundsätzliche Korrekturen einleiten: Die Gesetze sind nicht für immer festgeschrieben. Wenn aber jeder Versuch, jede Revision (wie bisher) nur zu Mehraufwendungen führt, muss man fast froh sein, wenn nichts geschieht. Dass Sie Hintergründe und Zahlen zur Kostenexplosion im Gesundheitswesen – insbesondere in der IV – ins Rampenlicht stellen, ist zu begrüssen.
Werner Jauslin, Muttenz
Senioren als Milchkühe missbraucht
Nr. 23 – «Erleichterung des Abschieds»; Abt Martin Werlen über die Sterbehilfedebatte
Hat die CVP protestiert, als der Bundesrat (ohne Volksabstimmung) die gravierenden Fehler der UBS mit 60 Milliarden Franken belohnte? Jetzt soll dieses Geld bei unserer Gesundheit eingespart werden, und ältere Menschen sollen gar auf notwendige ärztliche Behandlung verzichten. So stellte der CVP-Parteipräsident sogar das unantastbare Menschenrecht auf Leben in Frage, indem er gegen eine Lebensverlängerung, das heisst für eine Lebensverkürzung, bei kranken, älteren Menschen eintrat, weil man dann zum Beispiel 50 000 Franken für eine Krebstherapie einsparen könne. Damit entledigt sich die einst bürgerliche Partei der letzten Reste an christlichen und sozialen Werten, mit denen sie viele langjährige, ältere Mitglieder und Sympathisanten halten konnte, die insgeheim hofften, die Partei würde eines Tages doch noch zur Besinnung kommen. Peter Aebersold, Zürich
Die Aufgabe der Gesellschaft
Nr. 23 – «Es braucht eine Schweizer Sezession»; Max Frenkel über den Kulturfilz
Hierin liegt der grosse Unterschied: Das Bewusstsein eines Künstlers liegt vorerst in seiner eigenständigen Haltung. Im Gegensatz dazu steht das Entsprechenwollen, welches seine Wurzeln im Geliebtwerdenwollen hat. Wer eigenständig ist, wird in der Regel von der Gemeinschaft als Querkopf empfunden. Der Durchschnittsbürger fühlt sich im Gemeinschaftswillen wohler, da dieser für ihn berechenbar ist und ihm Orientierung stiftet. Er begegnet allem Fremden und Unbekannten mit Skepsis. Wer sich mit Kunst auseinandersetzt, muss bereit sein, die Dinge neu und von einem ihm fremden Standpunkt zu betrachten. Nur so wird ihm die andere oder neue Sicht erschlossen, was seine Sinne erweitern kann. Richtig ist, dass es nicht zur Staatsaufgabe gehört, Künstler und damit unruhige Geister zu fördern. Er wird immer die Falschen fördern. Es ist Aufgabe der Gesellschaft – und somit jedes Einzelnen –, sich jener Künstler anzunehmen, die ihren Geist erweitern wollen. Jener, welcher vom Staat Geld nimmt und ihm dann in die Suppe spuckt, will nur einen freien Geist gegenüber dem demonstrieren, von dem er sich kaufen lässt. Kunst braucht die Solidarität der Freunde des freien Denkens und Schaffens, und das ist keines Staatengebildes Aufgabe. So hat jede Gesellschaft jene Kunst, die sie verdient – alles andere wäre Anmassung. Werner Abt, Basel
Risikofaktoren vermeiden
Nr. 23 – «Scheinheilige Klagen»; Beda M. Stadler über die Gesundheitskosten
Bezüglich der Diskussionen, wie der steten Kostenexplosion begegnet werden könnte, hört man kaum je die Forderung nach mehr Eigenverantwortung bezüglich des Umgangs mit den eigenen Risikofaktoren. Als seit über 25 Jahren praktizierender Psychiater plädiere ich entschieden für mehr Eigenverantwortung, und zwar in dem Sinne, dass jeder seine Risikofaktoren bewusst vermeidet und diese in der Zusatzversicherung versichert. Und zwar nicht nur die sozial Stärkeren und Privilegierten, sondern alle. Warum sollen die einen ihre Risikofaktoren «bewusst vermeiden» können oder müssen und die anderen nicht? Ich wundere mich, dass Santésuisse und die Gesundheitsbehörden noch nie die Forderung nach der Stärkung der Eigenverantwortung stellten. Meines Erachtens muss man neben einer obligatorischen eine freiwillige Sozialversicherung schaffen, die Zusatzleistungen allen zugänglich macht. Diese Idee scheint mir gerechter als eine versteckte oder von der Politik und den Krankenkassen festgelegte Ra- tionierung. Man müsste an die Eigenverant- wortung des mündigen Bürgers appellieren, mit einer Willensanstrengung Risikofaktoren (Stichwort Rauchen, Alkoholabusus, Übergewicht) bewusst zu vermeiden – so wie wir bei der IV ebenfalls eine Willensanstrengung fordern. Ralph Kaiser, Dielsdorf
In seinem Artikel fasst Beda M. Stadler kunstvoll heisse Eisen an. Seien wir ehrlich, die Zweiklassenmedizin ist schon lange eine Tatsache. Die von ihm vorgeschlagene Zweiniveaumedizin (Krankheitssystem notwendig, Gesundheitssystem nice to have) ist eine gute Idee. Das Thema der Anzahl Ärzte im Gesundheitssystem wurde nur gestreift. Der seit Jahren praktizierte Praxisstopp, also gewissermassen die Berufsausübungsverhinderung bei 40- bis 50-jährigen Spezialisten, kann keine Lösung sein, da sie viel zu spät im Lebenszyklus eingreift. Deshalb denke ich, dass, wie in den Niederlanden mit Erfolg praktiziert, ein zentrales Gremium jährlich den Bedarf an Ausbildungsstellen definieren und übers Land verteilen könnte, mit dem Ziel, genügend, aber nicht zu viel Spezialisten pro Fachgebiet auszubilden, die nach Ausbildungsabschluss auch tatsächlich eine sinnvolle Arbeit in einem dann noch bestehenden Spital finden. Durch die «neuen» Arbeitszeitgesetze stieg der Bedarf an Spitalärzten, um legal die Spitaldienstleistungen aufrechterhalten zu können. So wie es jetzt aussieht, wird nicht jeder am Ende seines Ausbildungsweges gebraucht werden.
Markus P. Arnold, Magden
Lanze für den Kleinstaat Schweiz
Nr. 23 — «David gegen Goliath»; Roger Köppel über Strategien für die Schweiz unter Druck
Für die EU-Gewaltigen ist es verständlicherweise ein grosses Ärgernis, dass ihre Bürger am Beispiel der Schweiz vorgeführt bekommen, wie gut es sich ohne EU-Mitgliedschaft leben lässt. Dass aber die deutsche Regierung (und die anderer Grossmächte) die Schweiz zwingen will, nach «ihren Regeln zu spielen», das heisst, ihre Gesetze zu befolgen, ist der Gipfel. Es ist der Schweizer Politik dringend zu empfehlen, etwas mehr Selbstbewusstsein zu zeigen und bei unseren eigenen bewährten und für uns tauglicheren Spielregeln zu bleiben. Nur als selbständiger und neutraler Kleinstaat kann sie ihre dringend benötigten Dienste als Vermittlerin in einer brennenden Welt ausüben, nicht mit grossem Medienrummel, sondern still und leise im Kleinen. Wenn sie sich jedoch von den «Goliaths» deren Regeln aufzwingen liesse, könnte die Schweiz auch ihre freiwillig übernommene humanitäre Verpflichtung als Sitz des Roten Kreuzes und als Depositarstaat der Genfer Konventionen nicht mehr optimal erfüllen.
Marianne Wüthrich, Zürich
Unter dem Schlagwort «Prozessmuster-Wechsel» haben Unternehmen und Berater schon seit langem erkannt, dass Erfolg und Wachstum nur mit dem Ausbrechen aus Gewohntem und dem Brechen der etablierten Regeln einhergeht. Zum Beispiel der deutsche Berater Prof. Kruse und seine fulminante Metapher des Hochsprungs: Beim Übergang vom Straddle zum Fosbury-Flop (ab Mexiko 1968) gab’s genau die vorhersehbare Reaktion — erst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich, und dann gewinnst du. Und springst in neue Dimensionen.
ThomasHesselbarth, Neuheim













Kommentare