Intern

Pascal Couchepin, ein grosses politisches Talent, war 1998 angetreten, die Schweiz auf den Kopf zu stellen. Hoffnungsfroh umgab er sich mit jungen, neoliberalen Beratern, um als Wirtschaftsminister all jene Reformen durchzusetzen, die die Schweiz wieder wachsen lassen sollten. Nach fünf wirkungslosen Jahren wechselte der energische Walliser ins Innenministerium, um hier aufzuräumen. Sechs Jahre später wirkt die Baustelle so unaufgeräumt, wie er sie vorgefunden hatte. Ein paar neue Gruben sind entstanden. Kein einziges grosses Problem – sei es bei der AHV, im Gesundheitswesen oder bei der IV hat Couchepin auch nur annähernd gelöst. Im Herbst möchte er die IV sanieren. Mit einer Erhöhung der Mehrwertsteuer auf acht Prozent plant er, die gröbsten Defizite zu beseitigen, um danach, darauf deutet manches hin, sich als Retter der maroden Invalidenversicherung in die Pensionierung zu flüchten. Bei näherem Hinsehen zeigt sich: Auch diese Vorlage löst kein Problem.

 

Der Zürcher Autor Charles Lewinsky ist nie dort, wo andere sind, andere, die wie er Erfolg haben. Man findet den Verfasser unserer Fortsetzungsgeschichte «Doppelpass» sehr wohl an seinem Schreibtisch im selbstgewählten Exil in der Haute-Saône, aber kaum auf einem Anlass, wo sich der Zirkel der Literaten gewöhnlich trifft, auf Buchmessen, Vernissagen. Das Begräbnis der Fernseh- und Radiolegende Max Rüeger, mit dem Lewinsky zusammengearbeitet hatte, war für ihn Grund, sich in der Schweiz aufzuhalten. Lewinsky, kein Mann der Sentimentalitäten, bestand darauf, ein mit der Kulturredaktorin Daniele Muscionico vereinbartes Gespräch zum Anlass seiner Theaterpremiere «Tie Break» am Casinotheater Winterthur unmittelbar nach dem Trauergottesdienst zu führen. Ein Diskurs an der Kirchenmauer über das Leichte und das Schwere in der Unterhaltung und seinen Abfall vom Glauben - ans Fernsehen.

Als Till Hein in führenden Roboterforschungslabors recherchierte, beeindruckte ihn nicht nur Hondas Meisterstück Asimo, der Häuser zeichnen, Fussball kicken und Orchester dirigieren kann. An einem Institut der Aberystwyth University in Wales, erfuhr Hein, führt ein Roboter sogar wissenschaftliche Experimente durch und es sind ihm bereits erste Entdeckungen zur Genetik der Hefe geglückt. «Bald werden Roboter überall sein!», sind viele Experten überzeugt. Auch im Journalismus? Nein, winkten die Forscher ab. Obwohl manche Zeitungen schon heute wirkten, als würden sie von Robotern geschrieben.

Vor gut einem Jahr haben wir an dieser Stelle Max Wey, unseren langjährigen Chefkorrektor, verabschiedet, und schon meldet er sich mit einem Buch aus dem Ruhestand zurück («Weys Deutschstunde», Echtzeit-Verlag). Hat er sich gelangweilt? Braucht er Geld? Keins von beiden. Nach dreissig Jahren im Dienst der deutschen Sprache möchte er nun etwas von seiner Erfahrung weitergeben und Journalisten, Autorinnen und alle, die Freude an der Sprache haben, mit seinen Fragen piesacken. Testen auch Sie auf spielerische Weise Ihre Rechtschreibkenntnisse.

Ihre Weltwoche

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