Leserbriefe

«Man sollte endlich das Atomtabu brechen und über neue Ansätze auf dem Gebiet der Nuklearenergie informieren.» Urs Heinimann

Gegen Mainstream und Dogmen

Nr. 20 – «Milliarden, vom Winde verweht»; Alex Baur zur Zukunft der Energie

Dem Artikel von Alex Baur ist nichts hinzuzufügen.Die Ergebnisse seiner Recherchen entsprechen den Tatsachen. Diese sind uns in Deutschland nach fast 15-jährigem Kampf gegen den sogenannten «erneuerbaren» Irrweg natürlich bekannt. Neu für uns ist, dass ein bekanntes Presseorgan wie die Weltwoche sich dieses Themas mit einem Leitartikel annimmt, und zwar ohne sofort wie zur Entschuldigung einen Sprecher der Öko-Branche zu Wort kommen zu lassen. In Deutschland wäre das zurzeit noch undenkbar.Hier sind die Medien bezüglich dieses Themas so gut wie «gleichgeschaltet». Keinem Organ würde es einfallen, gegen den Mainstream anzukämpfen oder gar das Dogma «erneuerbare Energien» zu leugnen. Das Gleiche gilt für den Klimaschwindel. Ich hoffe, dass dieser Artikel von Alex Baur in ganz Europa aufmerksam gelesen wird. Ferdinand Fürst  zu Hohenlohe-Bartenstein. D-Schrozberg-Bartenstein

 

Hier wird ein Versuch gemacht, die AKW positiv ins Licht zu stellen. Ihre Angaben sind entweder Falschinformationen oder bewusste Falschaussagen! Sie behaupten, 110 Werke seien im Bau oder in Planung, Tatsache ist, dieses Jahr gehen eines bis drei Werke in Betrieb und mindestens vier ausser Betrieb. Bei der AKW-Problematik wird immer der Uranabbau vergessen und die Tausenden von Toten durch Krebserkrankung, und dies meistens bei indigenen Völkern!
Peter Sager, Aeugst am Albis

 

 

Angesichts der weltweiten Rezession sowie des leider immer kleiner werdenden Industriesektors sind die bisherigen Stromverbrauchsprognosen fragwürdig geworden. Der mündige Bürger möchte die Risiken eines allfälligen Versorgungsengpasses mit allen anderen Risiken vergleichen, damit er diese gewichten und abwägen kann. Im Vergleich zu anderen Energiearten sind die Risiken bei der Kern- oder Atomenergie mit Abstand am grössten. Die Kernschmelze vom 21.1.1969 im Schweizer Versuchsatomkraftwerk Lucens gilt nach dem Kyschtym-Unfall (Russland), der Katastrophe von Tschernobyl (Ukraine) und den Unfällen in den Anlagen Three Mile Island (USA), Wind­scale (Grossbritannien), SL-1 (Idaho/USA), St-Laurent (Frankreich), Fermi (USA) als der siebtschwerste Reaktorunfall weltweit. Weltweit ungelöste Probleme, wie die Entsorgung radioaktiver Abfälle, die weltweite Zunahme von Krebsfällen und Genschäden aufgrund von vom Menschen freigesetzter Radioaktivität dürfen dem Stimmbürger nicht verschwiegen werden. Bereits 1958 erklärte die Internationale Strahlenschutzkommission (ICRP), dass die Grenzwerte für die Allgemeinheit eine beträchtliche Belastung durch genetische Schäden bedeuten. Ein allfälliger Ausstieg aus der Atomenergie kann wirtschaftlich auch Vorteile bringen. So haben in der Stadt Zürich 14 der 16 Mitglieder der KMU-Gruppe – des politischen Arms des Gewerbeverbands – im Parlament dafür gestimmt. Sie ­argumentieren, dass eine Verankerung der 2000-Watt-Gesellschaft in der Gemeinde­ordnung der Stadt Zürich insbesondere dem Baugewerbe neue Möglichkeiten eröffne: So würde die Stadt viele ihrer Gebäude sanieren, um Energie zu sparen – und Anreize für ­Private schaffen, dasselbe zu tun. Peter Aebersold, Zürich

 

Dank an Alex Baur, dass er den Mut und die Einsicht hat, die Energieszene und das sich abzeichnende Debakel für die Versorgung mit elektrischer Energie beim Namen zu nennen. Ich komme soeben von einer Spanienreise zurück, wo ich gestaunt habe über die vielen und grossen Windstromerzeugungsfarmen und Fotovoltaikanlagen. Aber trotz der gewaltigen Investitionen in diese alternativen Stromerzeuger bewegt sich deren Anteil nur im kleinsten Prozentbereich des Landesbedarfs. In der Schweiz würden unsere Landschaftsschützer Sturm laufen gegen eine derartige Landschaftsbelas­tung. Ganz abgesehen davon, müssten ja irgendwo im Netz noch konventionelle Stromerzeugungsanlagen bereitstehen, um bei Windflaute und schlechtem Wetter die ausgefallenen Alternativanlagen zu ersetzen! Das treibt den Strompreis noch einmal in die Höhe. Wir werden in der Schweiz, in Europa und anderswo nicht um den Bau neuer Atomkraftwerke herumkommen. Je schneller diese Einsicht kommt, je besser. Fridolin Schlittler, Wädenswil

 
Ich danke Alex Baur für das hervorragende Argumentarium gegen die Atomkraft. Ich sage bewusst gegen, denn er hat versäumt, seine Argumente einen Gedanken weiter zu überprüfen. 1. Versicherungen haben gewiss einen Maximallevel der Leistung im Schadenfall, aber jede Unternehmung muss Schadenfälle in ihre Finanzkalkulation aufnehmen. Ist die Summe nicht bezahlbar, haftet der Staat – aber im radikalökonomischen Sinne ist der Staat gar nicht für eine Haftung zuständig. Somit müssten Prämien auf das Produkt umgewälzt werden, was Atomstrom letztendlich massiv verteuern würde. Darum ein Plädoyer für eine Voll­kostenrechnung! 2. Und selbstverständlich verändern sich die Arbeitsplatzverhältnisse. Dies mussten auch schon die Kutscher bei der Einführung der Eisenbahn spüren. Aber genau diese Entwicklung bringt uns vorwärts: Neue Arbeitsplätze werden geschaffen, alte fallen weg. Dies ist zwar für die Betroffenen unbequem, aber letztendlich unumgänglich. Dies war im Zeitalter der Industrialisierung so, dies wird auch bei den angesprochenen green jobs so sein. Also kann ich das im Artikel formulierte Argument nicht wirklich als Argument gegen green jobs sehen, sondern vielmehr als Unvermögen, notwendigen Änderungen gegenüber aufgeschlossen zu sein. 3. Strom ist Strom, und ihm ist es egal, wo er herkommt? Natürlich – ich nehme aber wieder die Vollkostenrechnung hervor –, wir müssen global, nachhaltig und effizient denken und handeln (wiederum eine liberale Forderung). Dann fallen eben die Abbaubedingungen wieder ins Gewicht – nicht nur diejenigen für Solarzellen, sondern auch die Konsequenzen des Abbaus von Uran. Raffael M. Blättler, Wohlen

Der Artikel von Alex Baur ist insofern interessant, als er berechnet hat, dass Wind-, Solar- und Wasserenergie unser Energieproblem nicht lösen können. Es gibt aber noch eine andere Möglichkeit als AKWs, um «sauberen» Strom zu bekommen, nur wird die von den grossen Gesellschaften unter dem Deckel gehalten. Die Lösung ist Wasserstoff. Wasserstoff ist im Wasser in praktisch unendlicher Menge vorhanden, und das Abfallprodukt ist wiederum Wasser. Die zur Energieerzeugung notwendigen Brennkammern können in ein Auto oder ein Privathaus eingebaut werden oder eine ganze Fabrik, ja selbst Städte mit Energie, sprich Elektrizität und Wärme, versorgen. Um das Wasser aufzuspalten, braucht es Strom, es gibt  Gegenden, in denen es zu viel Sonne hat, wo man Solarzellen aufstellen kann, die zusätzlich noch den Boden beschatten und bepflanzbar machen. Wasserstoff ist in Flaschen transportierbar, und das wären somit (fast) die einzigen Kosten dieses Energieträgers. Nicolao Trudel, Sonogno

Präsident Obama hat kürzlich das Yucca- Mountain-Projekt (Endlager) trotz Milliardeninvestition gestoppt und Energieminister Steven Chu beauftragt, Alternativen vorzulegen. Eine Alternative besteht darin, bestehende AKWs (abhängig von Reaktortechnologie) auf einen Plutonium/Thorium-Brennstoff umzurüsten. Ziel: Plutonium in Energie umwandeln anstatt mit hohen Kosten in einem Endlager vergraben. Firmen wie Thorium ­Power arbeiten zurzeit an solchen Alternativen, und brauchbare Lösungen sollten in etwa fünf Jahren einsatzbereit sein. Komplett neue Formen von Nuklearenergie (populär «Atombatterien») kommen demnächst auf den Markt und sind günstiger wie auch landschaftsschonender als etwa Windenergie. Beispiele: die vorgeschlagene Energieversorgung für den Ort Galena in Alaska oder die Power-Module der Firma Hyperion. Unsere Politiker und Energieexperten sollten sich endlich sowohl von der Ökolobby wie auch von der französischen A-Lobby befreien und ernsthaft neue Alternativen studieren. Ebenso sollten die Medien das Atomtabu brechen und über neue Ansätze auf dem Gebiet der Nuklearenergie informieren. Urs Heinimann, Basel

 

Ich möchte noch auf einen anderen Aspekt der Stromerzeugung mit Solarzellen hinweisen: Laut Statistischem Jahrbuch scheint die Sonne in der Schweiz etwa 1700 Stunden pro Jahr. Da man in den restlichen 6900 Stunden des Jahres ebenfalls Strom braucht, muss also für jedes Sonnenkraftwerk ein gleich grosses konventionelles Kraftwerk gebaut werden, das dann in den 1700 Stunden Sonnenschein stillsteht. Eine Verschwendung von Ressourcen sondergleichen, die gar nicht zum Umweltschonungsziel der Grünen passt. Max Salm, Umiken

 

Verniedlichte Piraten

Nr. 20 – «Schlacht auf der ‹MSC Melody›»; Kolumne von Peter Bodenmann

Mit einigem Schmunzeln habe ich gelesen, wie in der Kolumne von Peter Bodenmann aus normalen Piraten erst nervöse Piraten wurden, sie dann zu bewaffneten Fischern mutierten und danach als «erboste Fischer» verniedlicht wurden. Aus brutalen, von bis an die Zähne bewaffneten Piraten ausgeführten Angriffen auf Fracht- und Kreuzfahrtschiffe werden asymmetrische maritime Schlachten, welche mit ein paar Stuhl- und Tischwürfen abgewehrt werden können. Und wenn das nicht klappt, werden ein paar Hundert Touristen als Geiseln genommen, welche man dann ja immer noch mit Lösegeld freikaufen kann. Eine etwas andere Form von Entwicklungshilfe. Aus schwerbewaffneten Piraten, die vor einem Schusswaffeneinsatz nicht zurückschrecken, erboste Fischer zu machen, ist in etwa so, wie wenn man die 1.-Mai-Chaoten als friedliche Demonstranten bezeichnen würde. Ob man an der Nachdemo am 1. Mai wohl auch auf die Polizei verzichten könnte und es den Geschäftsbesitzern selber überlassen sollte, ihre jedes Jahr aufs Neue demolierten Schaufenster und Auslagen mit Messer und Gabel gegen die Chaoten selber zu verteidigen? Und falls das nichts nützt, können die entstandenen Schäden danach ja immer noch durch die öffentliche Hand berappt werden, was man dann als Wirtschaftsförderung bezeichnen könnte.

Kommentare

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  • kurtkoblet
  • 21.05.09 | 11:05 Uhr

niedlich die "sonogno" rede- welche auf oekodiskussion abzielt, 100% auf dosenstromm angewiesen ist. als berggegend in exotischen träumen lebend (wohnort) auf grüne diskussionen hoffend, die dann mittels bundesumverteilung (beitrag 99% industrie&steuerzahler) auch auf eine umweltfreundliche linie warten , darf man.
man soll halt vormachen, vorwärts, solarpanel auf's dach, abhängen vom öffentlichen netz.

auch der blättler aus wohlen vergleicht radieschen mit kartoffeln: ob landesvernetzung und eisenbahnerschliessung das aus der kutschenfahrten bedeuteten ist nicht relevant.
hier geht's um vorfinanzierung der uneffizienten und nicht transparenten grünen energie, welche ja gar nicht interessiert an der verindustrialisierung ihrer (potentiellen) ideen sind.
solange die oekostromdose im kommabereich liegt und die wirtschaft ungehalten neue , sinnlose (brotschneidemesser...) abnehmer konzipiert ist die wirtschaft das mass, und die verdrehung der oeko-grünlobby als weltretter kann höchstens als ritter der nie-eintretenden apokalypse angesehen werden.
man ist der überzeugung (und siehe da, nun auch moritz b. bern) dass neue Awerke gefragt sind.
5und's weggli geht eben nur als bernsalärierter politiker.

 
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