Der Tenor war eindeutig. Ja, man habe davon gehört, dass der Bundesrat ein weiteres Konjunkturpaket plant, bekam unsere Redaktorin Carmen Gasser als Antwort, als sie bei führenden Ökonomen und Wirtschaftsprofessoren der Schweiz um ein Statement bat. Doch schon beim zweiten Satz drehte das Frage-und-Antwort-Karussell. Wie hoch dieses denn sei, wurde unsere Journalistin reihum gefragt. Welche Massnahmen dort beschlossen würden? Und warum man noch nicht mehr wisse? Bern hüllt sich dazu in Schweigen. Nur eines ist klar, dieses dritte Konjunkturpaket, das im Juni vom Stapel gelassen werden soll, wird jeden von uns betreffen. Aber braucht es überhaupt neue Massnahmen?
Was ist eigentlich mit der Miss Schweiz Whitney Toyloy los, fragte sich unsere Gesellschafts-Chefin Bettina Weber. Sie mache oft Ferien, ein Burnout plage sie gar, hiess es. Weber traf eine sehr energische junge Dame, die in einem Berner Café unerkannt ein Stück Aprikosentorte essen konnte und der man den Satz: «Ich mag nicht so gern, wenn man mir sagt, was ich zu tun habe», ohne zu zögern, glaubt. Toyloy sprach erfrischend frei von der Leber weg über das Verhältnis von Welschen und Deutschschweizern und stand zu dem, was sie gesagt hatte: Sie zog beim Autorisieren des Interviews keinen einzigen Satz zurück.
Ein halbes Jahr lang war unser Mitarbeiter Peter Hossli hinter einem Interview mit Igor Olenicoff her, besprach sich mit dessen Anwalt, kassierte Absagen. Dann kam die Erlösung. «Jetzt», meinte der Russe, «ist Zeit zum Reden.» An einem Sonntag, während seine Frau auf der Jacht in der Karibik herumkurvte, fand Olenicoff Zeit und stand zweieinhalb Stunden Red und Antwort. Der Milliardär sprach darüber, wie ihn der UBS-Berater Bradley Birkenfeld zur Schweizer Bank lotste, wie er ins Visier der US-Steuerfahnder geriet und damit eine transatlantische Krise auslöste. Und als das Gespräch über die Grauzonen des Bankings vorüber war, ging er tropische Fische füttern. So wie Olenicoff das immer tut, wenn er in seinem Haus in Florida weilt.
Man liebt Le Corbusier, oder man hasst ihn. Kalt lässt einen der grössenwahnsinnige Städtezertrümmerer auf keinen Fall. Was ihm nicht abzusprechen ist: Er hat die Schweiz als Land massloser Ideen und visionärer Projekte in der Welt bekanntgemacht. Denn er war das Gegenteil eines helvetischen Leisetreters. Bei der Durchsicht einer neuen Monografie aus dem unveröffentlichten Nachlass entdeckte Daniele Muscionico Überraschendes: Le Corbusier war bloss die Erfindung von Charles-Edouard Jeanneret, er war eine gespaltene Persönlichkeit. Er lebte ein Doppelleben als steifer, blutleerer Propagandist und als wollüstiger Erotomane.
Letzte Woche wurde unsere Wirtschaftsredaktorin Carmen Gasser mit dem Ehrenpreis für Finanzjournalisten des Investorenmagazins Private ausgezeichnet. Die Anerkennung galt dem Porträt des neuen UBS-Chefs Oswald Grübel, «Der mit dem Schlafzimmerblick», sowie dem «Prinzip Weltherrschaft», einem Text über Notenbankchefs. Wir gratulieren der Kollegin ganz herzlich. Ihre Weltwoche













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