Leserbriefe

«Dieser unwürdige ‹Menschenrechtsrat› gehört boykottiert und aufgelöst.» Willy Huber

Ignorante Nichtsnutze

Nr. 17 – «Rassismus», «Lächeln für Achmadinedschad»; Roger Köppel und Pierre Heumann über die Antirassismuskonferenz


Micheline Calmy-Rey hat ein ausgesprochenes Talent, in Fettnäpfchen zu treten. Ihr hätte eigentlich seit ihrem Iran-Besuch klar sein müssen, wie die Sache in Genf laufen würde: Die islamistische Dominanz in der Organisation legte – neben den schlechten Erinnerungen an Durban – diesen Verlauf nahe. Diesem Verein von ignoranten Nichtsnutzen eine Bühne für seinen Auftritt zu geben, ist mehr als naiv und schadet unserem Land einmal mehr. Ein «Menschenrechtsrat», der sich nicht würdig mit den Problemen von Rassismus unserer Zeit auseinandersetzt, gehört boykottiert und aufgelöst. Dass Hans-Rudolf Merz dem iranischen Dorflehrer noch die Ehre einer Privataudienz erweist und vor Scham nicht in den Boden versinkt, ist das Tüpfelchen auf dem i.
Willy Huber, Küsnacht

Dialog ist normalerweise immer besser als Konfrontation. Zu einem befriedigenden Ergebnis, besonders über die Anwendung der Menschenrechte, kann es aber nicht kommen, wenn der eine Gesprächspartner seine Grenzpflöcke schon vor Beginn möglichst weit auf seiner Seite einschlägt und damit am Anspruch seiner alleinigen Macht keinen Zweifel aufkommen lässt. Mit einem Despoten wie dem iranischen Präsidenten und Holocaust-Leugner kann kein Dialog zustande kommen. Es war deshalb völlig verfehlt, diesem selbstherrlichen Tyrannen für seine Hasstiraden eine internationale Plattform zu bieten und unterwürfige Anerkennung zu zollen.
Willy Fasler, Thun

 

Winston Churchill verglich Leute wie Merz und Calmy-Rey mit solchen, die das Krokodil füttern, in der Hoffnung, dann als Letzte gefressen zu werden.
Peter Liniger, Gentilino

 

Unzulässige Vermengung

Nr. 17 – «Maurers vermeintliche Massenvergewaltigung»; Andreas Kunz über den Fall Seebach

 

Hier vermengt der Autor meiner Ansicht nach drei Dinge in unzulässiger Weise, nämlich den Tatinhalt, das «mediale Verhalten» der Polizei und die Behandlung der Täter. Wenn ein Ru-del fleischgeiler Halbwüchsiger nach einem dreizehnjährigen Mädchen giert, ist objektiv der Tatbestand der sexuellen Nötigung oder der Vergewaltigung erfüllt, auch wenn das Kind «nichts dagegen» hat. Unter diesem Aspekt sind Straffreiheit und Entschädigungen nur schwer zu verstehen, auch wenn die Täter den Sachverhalt subjektiv anders gewertet haben. Recht hat Andreas Kunz allerdings mit der Kritik an der «Sensationalisierung» des delikaten Geschehens durch die Polizeistellen sowie an der Unterbringung der Untersu-chungshäftlinge.
Hans-Christian Müller, Zürich

Eine dreizehnjährige Schülerin hat sich weder freiwillig noch unfreiwillig von mehreren Schülern sexuell belästigen und ausbeuten zu lassen. Ihre angeblich «coole» Art und der Hinweis, dass sie schon mit mehreren Männern Sex hatte, sind da auch keine Entschuldigung und deuten eher auf eine massive Dissoziation und Abspaltung vom Körper hin, was bei traumatisierten Frauen und Mädchen oft der Fall ist. Ihre eigene Betonung der «Freiwilligkeit» gehört ins gleiche Kapitel und kann unter «Täterschutz» eingereiht werden (Stockholm-Syndrom). Wenn alles freiwillig war, weshalb hat sie sich an die So-zialarbeiterin gewandt? Dieser «Entschuldigungsartikel» für die angeblichen «Nicht-Täter» ist etwas billig und geht weder auf das Alter noch auf allfällige bleibende psychische Schäden des «Doch-nicht-Opfers» ein.
Yvonne Flückiger, Cham

Von der Kavallerie umzingelt

Nr. 17 – «Stich durchs Herz»; Roger Köppel im Gespräch mit Kaspar Villiger

Seit einiger Zeit begründen unsere Politiker jedes Nachgeben auf internationalem Parkett und jede Schlappe mit dem «Druck vom Ausland» – egal, ob Bilaterale, Steuerstreit oder Bankgeheimnis. Und jetzt ortet ein Altbundesrat sogar einen «ausländischen Druck, unsere Unabhängigkeit aufzugeben». Worin besteht denn dieser? Sind wir bereits von der Kavallerie umzingelt, oder klingelt lediglich irgendwo im EDA zweimal täglich das Telefon wegen eines Anrufs aus Brüssel, Berlin oder Washington?
Oleg Ayranov, Brugg

Korrigenda

Das Bild zum Artikel «Moralische Tollpatsche» (Weltwoche Nr. 17/09) zeigt nicht, wie in der Bildunterschrift angegeben, Gottfried Keller, sondern Alfred Escher.

Der Artikel «Auf dem besten Platz» enthielt eine falsche Jahreszahl: BMW hat die iPod-Schnittstelle nicht 1994, sondern 2004 vorgestellt. Wir bedauern die Verwechslungen.
Die Redaktion

Kommentare

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  • werni425
  • 05.05.09 | 06:48 Uhr

Schlehmil, der Schlaumeier,
DIese Fehler sind vernachlässigbar. Dafür bringt die WeWo wirklich gute Schreibe, die sogar noch zur Traurigkeit dazu, wahr ist. Icg bin stolz Abonnent zu sein, Werni.
Gut plaziertes Geld

  • Schlemihl
  • 30.04.09 | 16:39 Uhr

Zugegeben, Keller und Escher haben zur gleichen Zeit gelebt und sehen sich rein optisch ziemlich ähnlich. Trotzdem ist mir nur schwer verständlich, dass ein Journalist, der sich offenbar intensiv mit dem Thema und den betreffenden Persönlichkeiten auseinandergesetzt haben sollte, diese beiden verwechselt und es in der Redaktion niemand merkt!

Der zweite Fehler ist noch verwunderlicher: Wie kann man von einer angeblichen iPod-Schnittstelle aus dem Jahr 1994 schreiben, wenn die ersten iPods erst 2001 vorgestellt wurden????!!!! Da fragt man sich wirklich: Hat der entsprechende Journalist das Thema wirklich gründlich recherchiert?

Einzelne Fehler passieren sicherlich jeder Zeitung. Aber diese beiden sind ja nur zwei weitere in einer Reihe von peinlichen Fehlern. Diese grosse Fehlerhäufigkeit bei der Weltwoche ist ein weiteres klares Zeichen für die schlechte Qualität dieses Wochenblatts!

 
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