Als Erfinderin des Bonobo-Pornos machte Meredith Chivers international Schlagzeilen. Dabei hatte die kanadische Wissenschaftlerin ihren Testpersonen den Kurzfilm über sich paarende Schimpansen eher aus Jux gezeigt und war verblüfft, als sie die Testresultate erfuhr: Bei Frauen war angesichts der kopulierenden Affen eindeutig eine gewisse Erregung messbar. Wie Chivers versuchen derzeit Dutzende von Wissenschaftlerinnen, das Rätsel der weiblichen Lust zu ergründen. Einig sind sie sich bisher fast nur in einem Punkt: Wenn es um sexuelles Verlangen geht, reagieren Frauen völlig anders als Männer. Den Mann erregt, wen er begehrt. Bei Frauen ist es erheblich komplizierter.
Euphorisch haben die Europäer Barack Obama im Wahlkampf unterstützt. Jetzt, da der neue US-Präsident dem alten Kontinent erstmals einen Arbeitsbesuch abstattet, ist die Begeisterung verflogen. Das Weisse Haus zeigt Europa seit dem Amtsantritt Obamas die kalte Schulter. Ein Grund, warum die US-Regierung keinen Draht findet, ist die Misere zu Hause. In Washington sind noch immer zahlreiche Schlüsselstellen in den Ministerien unbesetzt. Die Regierung eiert von einer Pleite in die andere. Der Finanzplan, das Herzstück der Regierung Obama, ist auf dünnem Eis gebaut. «Cash for trash» nennt Obamas prominentester Kritiker, Paul Krugman, den Geithner-Plan. «Es überkommt mich ein Gefühl der Verzweiflung», sagt der Wirtschaftsnobelpreisträger. Was ist los mit dem «schwarzen Kennedy»? Urs Gehriger, der Obama im Wahlkampf begleitet hat, zieht nach den ersten zehn Wochen Bilanz. Was ist Ihre Meinung zu Obamas bisherigen Leistungen? Nehmen Sie an unserer Wochenumfrage teil!
Wer in die Hallen des Pariser Nobelhotels «Crillon» tritt, blickt in eine theatralische Welt von gestern, wo der Klang der Champagnergläser von den Pelzmänteln gedämpft wird. Es war die Kulisse für ein immer wieder verschobenes Gespräch unserer Autors Christian Berzins mit Primadonna Anna Netrebko. Als sie damals in Hotpants vor ihm stand, ihm alsbald kokett Orangensaft reichte, schienen alle Klischees über das russische Sopranmodel bestätigt: eine Sängerin, die angeblich einen Platz in der Psyche derer besetzt, deren Gedanken um Glamour, Ruhm, Sex und gesellschaftliche Erwähltheit kreisen. Anspruchsvollen Fragen wich sie in der Folge charmant aus. Egal: Die Frau, die am 27. Juli 2002 in Salzburg der europäischen Opernwelt erschien, Berzins damals vom ersten Ton an unheimlich berührte, bleibt auf der Bühne ein Wunder. Ende April tritt sie erstmals im Zürcher Opernhaus auf.
Für unseren Gastautor Peter Rothenbühler war es ein Ausflug in eine besondere Welt: Er traf Marc Lamunière, den Grand Old Man des Westschweizer Verlagswesens und Vater seines eigenen Chefs. Rothenbühler ist Redaktionsdirektor bei Edipresse. Im Privatdomizil von Lamunière sass ihm dann ein Mann gegenüber, mit dem er hervorragend über Jazz und Surrealismus sowie Kriminalromane diskutieren konnte. Ach ja, Medien und Journalisten waren im Gespräch auch noch ein Thema, schliesslich hatte Sohn Pierre Lamunière den Schweizer Teil des Verlags an die Zürcher Tamedia verkauft.
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