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25.03.2009, Ausgabe 13/09

Mörgeli

Indianer und Rothäute

Von Christoph Mörgeli

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Der Startschuss war ein Peitschenknall. Am 21. Oktober 2008 liess Peer Steinbrück seinem inneren Stiefelreiter die Zügel. Mit Blick auf die Schweiz schnarrte der deutsche Finanzminister: «Wir müssen nicht nur das Zuckerbrot benutzen, sondern auch die Peitsche.» So weit Sozialdemokrat Steinbrück.

Bundesrat Moritz Leuenberger nahm die Steinbrück-Rhetorik auf – und zeigte Verständnis. Wenn unser Land sich durch das Zuckerbrot der Grossbanken steuern lasse, müssen «wir uns nicht wundern, wenn andernorts nach der Peitsche gegen unsere Politik gerufen wird». So weit der Schweizer Sozialdemokrat Leuenberger.

Am 5. November 2008 stimmten die Schweizer Sozialdemokraten das Hohelied auf Barack Obama an. Mit «Hoffnung und Zuversicht» gratulierte die SP dem neuen Präsidenten «zum grossen Wahlsieg». In den USA heissen die Sozialdemokraten Demokraten. Kaum im Amt, knöpfte sich Obamas Administration die Schweizer Grossbank UBS vor. Ultimativ verlangten die Amerikaner die Herausgabe von Kundendaten und damit den Bruch mit unserem Rechtsstaat. Die Schweizer Sozialdemokraten applaudierten ihren amerikanischen Genossen und forderten gleich den «totalen Rückzug aus dem Bankgeheimnis».

Nach Konfetti und Karneval treffen sich Deutschlands Parteien jeweils zum politischen Aschermittwoch. Dort geiferte der SPD-Chef Franz Müntefering über die bösen «Steueroasen» und liess seinen inneren Wehrmachtsoffizier marschieren: «Zu früheren Zeiten hätte man da Soldaten hingeschickt.» So weit der deutsche Sozialdemokrat Müntefering.

Statt Soldaten sollte wenigstens die OECD marschieren. Mit der «schwarzen Liste» als Druckmittel. Am 20. Februar – zwei Tage nachdem die Schweiz gegenüber den amerikanischen Erpressungen einbrach – lobte Aussenministerin Calmy-Rey in einem offiziellen Schreiben die «wichtige Arbeit» der OECD. In einem dieser «wichtigen» Arbeitspapiere prangerte die OECD unser «übertriebenes Bankgeheimnis» an. So weit die Haltung der Schweizer Sozialdemokratin Calmy-Rey.

Inzwischen höhnte der deutsche Sozialdemokrat Steinbrück, manchmal reiche es aus, mit der Kavallerie zu drohen. «Die Indianer müssen nur wissen, dass es sie gibt.» Das Problem ist nicht die Kavallerie. Aber dass die Schweizer Rothäute mit den ausländischen Rothäuten zusammenspannen.

Erschienen in der Weltwoche Ausgabe 13/09
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Kommentare

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chateau     01.04.09 19:43

Der napoleonische Zwerg Sarkozy legt sich heute mit China an. Er möchte à tout prix seine verdammten Listen der Tax havens.Aber die Chinesen wollen nicht. Die haben schliesslich Hongkong und das Spielernest Macau.

Lieber Sarko, du hast eben schon einen, für einen egozentrischen und egoistischen Politiker erstaunlichen faux pas begangen, indem du dich mit dem
Dalai Lama zu stark eingelassen hast. Das war ja menschlich, aber für den Absatz Deiner Atomkraftwerke Marke Areva, ist es nicht gut.
Man lernt halt nie aus.

Windrider51     31.03.09 18:43

Uebrigens ist in der neuen BILANZ-Ausgabe ein sehr aufschlussreicher Artikel über Peer Steinbrück und sein Wirken bei der WestLB erschienen.

Und von einem solchen Typen lassen sich unser sieben Zwerge in Bern verarschen.

Das ist kaum zu glauben, wenns nicht schon geschene wäre.

Hiob     31.03.09 14:59

Die gewichtige Aussage ist doch: "...dass die Schweizer Rothäute mit den ausländischen Rothäuten zusammenspannen".
Die globalen roten Massenmörder und die noch heute herrschenden roten Diktatoren werden von unseren einheimischen Rothäuten verklärt und verherrlicht und sie verbünden sich gar mit ihnen.

Das sollte zu denken geben.

chateau     31.03.09 11:50

DIE ERSTE NIEDERLAGE DER NEIDER STEINBRUECK/SARKO:
Obwohl Sarko wie wild zur Einigkeit an der G20 aufruft, sagten die Amerikaner kühl, sie sähen keinen Zusammenhang (wie Sarko)zwischen Finanzkrise und Paradis Fiscaux!
Klar sie wissen eben mehr, denn die USA ist ja schuld an allem.Greenspan, Rubin, Summers, Geithner, Paulson (wer Freund von ihm war der erhielt auch Milliarden aus dem TARP!).
Ich frage mich, ob Bern auch informiert ist, dass Amerikaner keine schwarzen Listen wollen? Das stärkt im Politspiel die Schweiz, aber nur gegen EU-Staaten. Den Amis müssen sie schon etwas bieten: alle Informationed, die die Amis wollen. Oder etwa nicht? Bei dem selbstbezeichneten Komödienstadel in Bern, mit Oberkomödiant Merz und der Spionin aus Brüssel. Mme.C-R.

pfifferling     29.03.09 18:55

Die schweizerische Infanterie blieb über die Jahrhunderte ausnahmslos gegen die deutsche Reiterei (und Infanterie) siegreich. Aber damals hatten wir erstklassige Heerführer, mutige Politiker und ein Volk, das bereit war, wenn nötig Opfer zu bringen – nicht für ein bleiches Prinzip der Freiheit, sondern für all das, was Freiheit in der Praxis bedeutete: keine fremden Fürsten, keine fremden Richter, keine Einmischung in unser Staatswesen und unsere Wirtschaft. Heute kann ein Salon-Cowboy mit stümperhaft geschwungenem Lasso und geborgter Peitsche den schweizerischen Bundesrat und eine Grosszahl unserer Politiker vor sich hertreiben.

chateau     26.03.09 19:49

Die eifrigsten Sängerinnen der Internationale sind alle verreckt im Gulag, bei Mao verhungert oder von Pol Pots Schergen mit Knüppeln totgeschlagen worden.
Einige der Träumer sind allerdings immer noch in der SChweiz, selbst in höchsten Positionen und schwämen weiter für die Aufnahme in einem grösseren Verbund z.B. in die (sozialistische) EU.
Der Klaus hat schon recht und der Topolanek merkt es jetzt ein bisschen spät, dass Brüssel das neue Moskau ist.

Jeanna     26.03.09 12:19

""Rothäute""

Eigentlich muss Häuptling braune Lästerzunge dem Steinbrück dankbar sein. Hat dieser doch sein ohnehin schon reichbestücktes Vokabular um ein Synonym für alles und alle - und das ist nicht wenig - was links von ihm und seinem grossen Manitu steht bereichert.

Markus342     26.03.09 10:38

Vielleicht schafft es ja die/der Schweizer/in sich bei den nächsten Wahlen besser zu verteidigen. Den bedenkt; wir haben die Politik die wir verdienen weil wir sie selber gewählt haben.

gutemine     26.03.09 09:10

He, he, Bleichgesicht Mörgeli, Du sein umzingelt! Hugh!

http://www.youtube.com/watch?v=UXKr4HSPHT8&feature=related

kurtkoblet     26.03.09 09:07

überall rothäute oder was ? wer ist eigentlich ureinwohner und wer kommandiert den laden ? mehr , mit 7zwergen im schlepptau, kann man nicht erwarten. die direkte demokratie hilft hier herzlich wenig bis nix, die
berner clowns machen ja was sie wollen. man hofft auf abstrafung bei jeglicher wahl von jetzt an, un sei's nur die lokalen gemeindeämter zu bestellen!

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