Vor 25 Jahren begann die Revolution im Wohnzimmer: Das deutschsprachige Privatfernsehen startete seinen Siegeszug. Ebenso lange rümpfen Bildungsbürger und Volkspädagogen die Nase über RTL, Sat 1 und Pro Sieben, über Trash-Talk, «Big Brother» und «Dschungelcamp». Doch die Schmuddelsender von einst sind erwachsen geworden. Peter Keller würdigt das Geburtstagskind und liefert 25 gute Gründe für «die Privaten».
Die zehn Münchner Weisswürste und zwei Gläser Händlmaier-Senf hatte er sich telefonisch ausgebeten. Filmstar Helmut Berger («Ludwig II.») wird gern beschenkt, denn die Zeit der Spitzengagen beim Film hat er hinter sich. Ein Interview stellt er sich so vor: «Du redest, und wenn mir was nicht passt, quatsch ich dazwischen.» Weltwoche-Mitarbeiter André Müller kam das entgegen, er fasst seine Zeitungsgespräche als heitere Dialoge auf. Nicht alles, was Berger «dazwischenquatschte», war druckreif. So verbreitete er sich etwa über seine Begabung, aus der Nasenform seines Gegenübers auf dessen Potenz zu schliessen. Unterwäsche trage er nur von Etro, sein Lieblingsduft sei «Hammam Bouquet» (das hat man schon bei MvH gelesen). «Riech mal!», befahl er und streckte dem Interviewer seinen immer noch schönen Hals entgegen.
Nestlé-Präsident Peter Brabeck sitzt an seinem Schreibtisch und ist gut gelaunt, als er unsere Wirtschaftsredaktorin Carmen Gasser empfängt. Frei von der Leber weg beantwortet er alle Fragen, noch immer mit stark österreichischem Akzent, trotz all den Jahren, die er nun schon in der Schweiz lebt. Auch über persönliche Themen redet er freimütig und erzählt über die Kinder, seine Rennen fahrende Frau, die Karriere und seine zwei besten Freunde, die beim Bergsteigen umgekommen sind. Ursprünglich wollte man die Wasserproblematik besprechen und den Biotreibstoff, den er für absoluten Irrsinn hält. Denn seit der 64-Jährige VR-Präsident ist, kann er sich mit den grossen politischen Fragen dieser Welt beschäftigen, sagt er. Man wird ein anderes Mal darüber sprechen.
Zwei Meldungen in eigener Sache: Die Weltwoche weist gemäss Mach Basic 2009 neu 345 000 Leser und eine Reichweite von 8,1 Prozent aus. Im Befragungszeitraum hat die Weltwoche wie die meisten anderen Titel im Konkurrenzumfeld an Reichweite verloren. Dennoch konnte im gleichen Zeitraum die bezahlte Festauflage um 3 Prozent gesteigert werden. Das ist angesichts des schwierigen Marktes ein bemerkenswerter Erfolg. Wir bedanken uns herzlich bei unseren Abonnenten und Lesern für das Vertrauen.
Mit dieser Ausgabe verabschieden wir uns von unserem langjährigen Literaturredaktor Julian Schütt, der mit einem Teilzeitpensum zur Zeitschrift Du wechselt und an einer Max-Frisch-Biografie arbeitet. Schütt wird weiterhin für die Weltwoche als Autor arbeiten. Auch Claire Hulla (Layout) und Philipp Anz (Produktion) wollten sich beruflich verändern und verlassen deshalb das Blatt. Wir bedanken uns bei den Kollegen für ihren grossen Einsatz und wünschen ihnen für die Zukunft alles Gute.
Ihre Weltwoche













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