Schweiz

Die Tiger von Bern

Die Bundeskriminalpolizei baut sich heimlich eine schwerbewaffnete und millionenteure Kampfeinheit auf ohne politischen Auftrag, ohne transparentes Budget und ohne parlamentarische Kontrolle.

Von Daniel Ammann

«Hardcore-Interventionseinheit»: EG Tigris.

Sie nennen sich stolz «Die Tiger». Sie tragen Maschinenpistolen mit modernsten Zielgeräten. Sie trainieren ihre Einsätze mit Laserwaffen in einer Hightech-Schiessanlage, wie sie in der Schweiz einmalig ist. Sie tragen schwarze Kampfanzüge und Leichthelme in Spezialanfertigung. Sie verfügen, sagt einer, der es weiss, über «das beste und teuerste Material, das es derzeit zu kaufen gibt». Sie sind daran, sich Präzisionsgewehre für Scharfschützen zu beschaffen. Sie sind die geheime «Einsatzgruppe Tigris» der Bundeskriminalpolizei (BKP).

Ausrüstung und Training der Elite-Truppe, sagt ein Gewährsmann, seien denen von Anti-Terror-Einheiten wie der deutschen GSG 9 ebenbürtig. Die «EG Tigris» wird seit fünf Jahren von der Bundeskriminalpolizei still und heimlich aufgebaut und hochgerüstet. Ihr Name erscheint in keinem Organigramm. Die «Tiger» kosten jedes Jahr mehrere Millionen Franken – aber die BKP hat es bis heute unterlassen, die Öffentlichkeit und die Politik über ihre Sondereinheit zu informieren.
Dabei bewegen sich die «Tiger» auf staatsrechtlich heiklem Terrain. Es ist nicht die Aufgabe des Bundes, eine Einsatzgruppe zu unterhalten. Die Polizeihoheit liegt laut Verfassung bei den Kantonen. Sie sind dafür zuständig, Recht und Ordnung aufrechtzuerhalten, nicht der Bund. Einfach gesagt: Um die äussere Sicherheit hat sich der Bund zu sorgen, um die innere Sicherheit die Kantone.
Diese Kompetenz, so machten die Kantone in den letzten dreissig Jahren stets klar, wollen sie sich keinesfalls einschränken lassen: 1978 lehnten Volk und Kantone die Bundessicherheitspolizei (Busipo) von Bundesrat Kurt Furgler (CVP) massiv ab. Nur eine Handvoll Kantone sagte damals ja, das linke Referendum kam im Volk auf 56 Prozent Nein-Stimmen. Seither opponierten die Kantone und das Parlament gegen jeden neuen Versuch des Bundes, ein eigenes Sicherheitspolizei-Detachement zu schaffen. Zuletzt scheiterte CVP-Bundesrätin Ruth Metzler 2002 mit ähnlichen Plänen. Zu gross ist die Befürchtung, eine zentralisierte Bundes-Polizeitruppe führe zu Abgrenzungsproblemen und Doppelspurigkeiten und lasse sich politisch nicht kontrollieren.

Die BKP unter ihrem Chef Kurt Blöchlinger hat nun Elemente einer Busipo durch die Hintertüre eingeführt, wie mehrere Gesprächspartner unabhängig voneinander bestätigen: Die «EG Tigris» ist eine permanente Einheit, in der nach Informationen der Weltwoche als Zielgrösse mehrere Dutzend Elite-Polizisten Dienst leisten sollen. Ohne klaren politischen Auftrag, ohne transparentes Budget, ohne parlamentarische Kontrolle. Eingeweihte sprechen von einer gravierenden «Fehlentwicklung». Und von «Täuschung».

Ursprünglich nämlich wurde die «Tigris» intern bloss als kleine Gruppe von spezialisierten «Zielfahndern» angekündigt, die im Auftrag der Bundesanwaltschaft oder des Bundesamtes für Justiz ausgeschriebene Straftäter wie den geflüchteten Flugzeugentführer Hussein Hariri oder den mutmasslichen Lehrermörder Ded Gecaj aufspüren sollten. «Zweckmässig» sei diese Idee gewesen, sagt ein Beteiligter. Über die Jahre sei die Einsatzgruppe dann aber zu einer «Hardcore-Interventionseinheit» ausgebaut worden. Heute sei sie, obwohl ihre Polizisten zu den besten gehörten, «überhaupt nicht mehr sachgerecht».
Denn die Bundeskriminalpolizei ist, wie ihr Name sagt, eine Kriminal- und keine Sicherheitspolizei. Sie führt Vorabklärungen und gerichtspolizeiliche Ermittlungen durch in den Bereichen, die seit 2002 in die Kompetenz des Bundes fallen. Laut Gesetz soll der Bund nur in besonders aufwendigen Fällen aktiv werden, mit klarem Schwerpunkt auf der Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität. Die BKP soll vor allem ermitteln, untersuchen, Akten studieren. Wenn sie polizeiliche Unterstützung braucht – etwa für heikle Verhaftungen, die nur selten vorkommen –, dann soll sie auf die Kompetenz der Kantone zurückgreifen. Jedes grössere Polizeikorps verfügt über Sondereinheiten, die für solche Einsätze geschult sind. Im Kanton Bern zum Beispiel die Sondereinheit «Enzian», im Kanton Zürich die Sondereinheit «Diamant». Wie diverse Wettkämpfe immer wieder zeigen, gehören diese kantonalen Sondereinheiten international zu den Besten ihres Fachs. Sie unterstützten die Bundeskriminalpolizei denn auch bei jeder Anfrage zur vollsten Zufriedenheit. «Die BKP braucht eine Interventionseinheit wie die ‹EG Tigris› gar nicht», sagt ein interner Kritiker. «Sie ist überflüssig und konkurrenziert nur die Kantonspolizeien.»
Es ist eine geradezu absurde Situation: Die BKP beklagt sich, dass ihr Dutzende von Ermittlern fehlten. Eben stellte sie den Antrag auf 114 (in Worten: hundertvierzehn) neue Stellen. Gleichzeitig sucht sie krampfhaft Einsatzfelder für ihre Elite-Polizisten. So stürmten die «Tiger» am 6. März 2007 um 6 Uhr morgens ein Häuschen im Fricktal. Als der schwerbewaffnete Trupp einfiel, putzte sich Dieter Behring im Badezimmer gerade nackt die Zähne. Es war die zweite Verhaftung des Financiers, der unter Betrugsverdacht steht und in der Vergangenheit höchstens mit Kraftausdrücken um sich geschlagen hatte.

Interaktive Computer-Schiessanlage

Um ihre Einsätze angemessen zu trainieren, haben die «Tiger» ihren Stützpunkt auf dem Gelände der Militäranlagen Worblaufen im Kanton Bern bei der Militärpolizei. Allein der Ausbau, so hört man, kostete an die 4 Millionen Franken. Wer sich in Worblaufen umsieht, wundert sich nicht über die hohen Kosten. Das technologische Herzstück ist eine interaktive Computer-Schiessanlage, mit der reale Situationen simuliert werden können. Der Computer reagiert auf Zurufe. «Hände hoch» und die verdächtige Person auf dem Bildschirm hebt die Hände. «Halt!» und der virtuelle Flüchtige bleibt sofort stehen. In Europa verfügen nur wenige Korps über eine solche Hightech-Anlage. Nebenan können sich die «Tigerli», wie sie von schnippischen Kollegen genannt werden, in einem professionell eingerichteten Fitnesscenter in Form halten. Dafür, spotten Kollegen, hätten sie ja genügend Zeit. In einem weiteren Raum, etwa 10 auf 12 Meter gross, üben sie die Stürmung von Privatwohnungen: Mit verschiebbaren Wänden lassen sich Grundrisse nachstellen und Zugriffe einüben.

Das Bundesamt für Polizei (Fedpol) bestätigte gegenüber der Weltwoche die Existenz der Sondereinheit. Die Behörde äusserte sich erst zu den Fragen, als ihr bewusst wurde, dass dieser Artikel auf jeden Fall erscheinen würde: Ja, die BKP habe eine Einsatzgruppe. Ja, es sei eine «stehende Einheit». Ja, sie sei bewaffnet. Laut Fedpol besteht sie derzeit noch aus 14 Personen. Nach Informationen der Weltwoche soll sie auf mehrere Dutzend Polizisten ausgebaut werden. Es handle sich, heisst es in einem Mail, «um eine Einsatzgruppe für die Bewältigung von Einsätzen mit erhöhter Gefährdung. Sie stellt weiter die sicherheitspolizeiliche Aus- und Weiterbildung von Fedpol sicher und führt Zielfahndungen durch.» Letztes Jahr habe die Einsatzgruppe 40 Einsätze durchgeführt und 8 Zielfahndungsfälle bearbeitet. Ihr jährliches Budget wird geheim gehalten; es sei, heisst es bloss, «Teil des Budgets der Bundeskriminalpolizei».

Strafverfolgung ausser Kontrolle

Aufgeschreckt durch die Fragen, betonte eine Sprecherin gleich zwei Mal, die Einsatzgruppe arbeite «eng mit den kantonalen Partnern zusammen respektive im Auftrage derselben». Dem Amt ist offensichtlich bewusst, wie staatsrechtlich heikel die «EG Tigris» ist. Allerdings: Drei angefragte Polizeidirektoren und -kommandanten von grösseren Kantonen wussten nichts von der Sondereinheit des Bundes und fänden sie «höchst problematisch». (Öffentlich äussern werden sie sich, wenn sie mehr Informationen haben.)

Die «Einsatzgruppe Tigris» ist ein Indiz mehr dafür, wie die Strafverfolgungsbehörden des Bundes in den vergangenen Jahren ausser Kontrolle geraten sind. Die Bundeskriminalpolizei wurde unter ihrem Chef Kurt Blöchlinger zu einer Dunkelkammer, die sich der politischen Aufsicht zu entziehen weiss und ein Eigenleben führt. Sie masst sich – ohne entsprechenden politischen Auftrag – Kompetenzen an, weitet ihre Aufgabengebiete stetig aus und schafft so vollendete Tatsachen.
Es ist dies die Konsequenz aus einem unheilvollen Filz an der Spitze der Strafverfolgungsbehörden. Dieser Filz Beteiligte reden von «Vetterliwirtschaft» geht aufs Jahr 2000 zurück. Ihm stand der katholische Studentenverein Pate. Die damalige Bundesrätin Ruth Metzler (vulgo «Accueil») machte den jungen Polizisten Valentin Roschacher (vulgo «Dalí»), den sie aus der Studentenverbindung kannte, überraschend zum Bundesanwalt. Zwei Jahre später setzte Roschacher durch, dass Metzler seinen «Biersohn» bei den «Kyburgern» als BKP-Chef einsetzte: Kurt Blöchlinger (vulgo «Sturm»). Der eigentliche Favorit für das Amt, ein erfahrener Kripo-Chef, hatte als Sozialdemokrat die falschen Freunde.
Roschacher und Blöchlinger holten einen alten Bekannten aus Zürcher Zeiten nach Bern, der eine zentrale Rolle spielen sollte: Michael Jaus, einen Stadtpolizisten, der von Kollegen als draufgängerisch und ehrgeizig charakterisiert wird. Intern hatten die drei schnell einen Übernamen: «Die Sheriffs». Sie bildeten, heisst es, einen abgeschotteten Machtzirkel, der sich gegen jede Kritik taub stellte. Sie wollten Bundesanwaltschaft und Bundeskriminalpolizei zu einem FBI im Miniformat ausbauen, das sich um die ganz grossen Fische kümmert. Aus den USA bezogen sie auch ihre Ideen.
So holten sie trotz amtsinternen Bedenken den kolumbianischen Drogenpaten José Manuel Ramos aus den USA in die Schweiz, um ihn als bezahlten Spitzel den Finanzplatz infiltrieren zu lassen. Sein dubioser Einsatz als «Vertrauensperson» gegen Bankier Oskar Holenweger geriet zu einer der grössten Affären der Schweizer Justizgeschichte, die noch nicht ausgestanden ist. Roschacher organisierte die Einreise von Ramos und zusammen mit seinem Freund Blöchlinger die Bildung einer Task-Force bei der BKP. Als Leiter der Task-Force, die Ramos kontrollieren sollte, drückten Roschacher und Blöchlinger gegen interne Warnungen ihren Freund Michael Jaus durch. Das Resultat ist bekannt: «Vertrauensperson» Ramos musste notfallmäsig ausgeschafft werden, weil er sich als unkontrollierbarer Agent provocateur und als mutmasslicher Doppelagent der Amerikaner herausgestellt hatte. Roschacher musste demissionieren. Blöchlinger setzt sich im Juli nach Schaffhausen ab, wo er Kommandant der Kantonspolizei wird.
Jaus hat das Debakel nicht geschadet. Er hatte den richtigen Freund, mit dem er auch Ferien verbrachte: Blöchlinger ernannte Jaus zum Chef der «Einsatzgruppe Tigris», die er bis heute leitet. Es war für die Belegschaft das unmissverständliche Zeichen, dass Kritik tabu war. «Die Freundschaft zwischen Roschacher, Blöchlinger und Jaus ist die Ursache für viele Entgleisungen», sagt ein Insider und meint explizit auch die «Tigris»: «Ohne die engen persönlichen Verknüpfungen wäre es nie zu diesen gravierenden Fehltritten gekommen.»

Kommentare

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  • Schlemihl
  • 25.03.2009 | 23:42 Uhr

Die angebliche "Geheimtruppe" ist selbst auf dem offiziellen Organigramm der Weltwoche aufgeführt!

Vielleicht sollte mal jemand den Weltwoche-Redakteuren beibringen wie man ein Organigramm liest...

  • Windrider51
  • 25.03.2009 | 20:33 Uhr

Ja, LiSo, das haben die Linken und Netten gemeinsam, sie können keinen Text lesen, den Inhalt erfassen und gleichzeitig das Ganze dann auch noch verstehen. Sie blättern im Parteibuch und schauen dort nach, was man bei solchen Gelegenheiten Passendes (0der eben Unpassendes) von sich geben kann.

Die EG Tigris wurde vom Parlament im Jahre 2o00 beschlossen und der Beschluss wurde 2003 unter Ruth Metzler umgesetzt. 2005 erhielten die Kantone Kenntnis von der Truppe. Der Allgemeinheit war dies aber nicht bekannt.

Und was tun Linke in so einer Situation? Richtig! Sie diffamieren, was das Zeug hält, unterstellen ihren Lieblingsfeinden alles Mögliche, vor allem alles Unmögliche. Nur damit's einem in der Seele wohltut, wahrscheinlich.

Was, bitte schön, hat Christoph Blocher mit der Angelegenheit zu tun. Zu behaupten, er hätte diese Einheit aufgebaut, bedürfte doch eines Beweises. Und der ist wo?

Die WeWo schreibe das nur aus Profilierungsneurose und wegen der Auflagensteigerung. So, so. Wo hat sich denn die WeWo in solchen investigativen Dingen in den letzten Jahre geirrt?

Und wer ist Eurer Lieblings-BR, der charakterlich unterschiedlich interpretierbaren EWS wegen dieser Angelegenheit an den Karren gefahren? Niemand!

Und was die Linken und Netten so alles aufbauen, kann man am Brief unserer Schleiereule an die OECD ablesen. Ist zwar kein Aufbau, aber so etwas schaffen die Linken ohnehin nicht.

  • PET77
  • 25.03.2009 | 16:27 Uhr

LiSo: Na, wenn Dein fünfjähriger Sohn das Logo gut findet, dann muss sich der schweizer Staat gefälligst danach richten. Dieser Staat wird eh schon teilweise - siehe Bundesrat - "auf Hausfrauenart" geführt. Und dass immer andere schuld sind, das ist eh klar.
Nachträgliche Legalisierung darf es nicht geben. Wo kämen wir da hin ? Da macht jeder, was er will, mit der Begründung, er hätte doch gehofft, dass es legalisiert wird. Ich kenne Fälle, wo Häuser ohne Genehmigung und im Rohbau befindlich wieder abgerissen werden mussten. Rücksichtslos bezüglich der Kosten, weil der Staat auf bewährten Prinzipien gründet. Vorbild sind die Römer auf denen unser ganzes Rechtssystem gründet.
Ich glaube nicht, dass es um Deinen liebenswerten Sohn geht (so bewegt man die Herzen), sondern um Deinen Mann. Du hast Angst, dass es dem den Ärmel böse reinnehmen könnte. Du bist eine liebende Frau, was Hochachtung und Würdigung abverlangt..
Die Kernfrage ist, ob die zuständigen Politiker Führungsschwäche zeigen und den Gummi-Hanswurst aus sich machen lassen. Dann allerdings ergäbe sich die Frage, wozu wir die hoch bezahlen und überhaupt noch brauchen.

  • LiSo
  • 25.03.2009 | 14:03 Uhr

Das muss ja eine unheimlich geheime Polizei sein, wenn man so sieht, was der Autor so alles weis. Von wem bloss? Von Anwärtern, die die Aufnahmeprüfung nicht bestanden haben? Von ehemaligen C.B.-Proteges, die Ihrer neuen Chefin eins auswischen wollen? Von Herrn Behrings Bedezimmerspiegel?
Aber Hauptsache die Zeitung verkauft sich, die Leser sprechen darauf an und fordern mal wieder alle links vom rechten Rand zum Rücktritt auf.

Interessant ist allerdings, dass nicht das Departement Widmer-Schlumpf und auch keine Linken und Netten Tigris aufgebaut haben, auch nicht Frau Metzler.
Es war der weise Volkserretter und Bundesrataufmischer - den das Parlament nicht mehr wollte, obwohl er doch der Beste war - unter dessen Amtszeit diese "geheime" Polizei gegründet wurde. Hat der Euch denn nicht informiert?

LiSo

  • Has70
  • 25.03.2009 | 09:38 Uhr

Die Existenz von "Tigris" mag nicht berechtigt sein. Seit sich jedoch mein fünfjähriger Sohn beim Anblick des Tigris-Logo in der Weltwoche als Fan dieser Einheit geoutet hat, meine ich, die Truppe verdient eine Chance und sollte legalisiert werden.

  • PET77
  • 24.03.2009 | 18:20 Uhr

hullwy: Wir müssen zu einem neuen Denken kommen.
Niemandem kann verübelt werden, wenn er das Beste aus seiner Situation heraus holt, wenn er also mit möglichst wenig im Hirn und mit möglichst wenig an Leistung abkassiert und schmarotzt bis es buchstäblich chlöpft und dätscht. Wie sagte ein russischer General ? "Wer nicht vorwärts schreitet und an sich nimmt, bis er ausweglos in Schach gehalten wird, der ist ein Narr."

Das ist menschlich, das muss anerkannt und gebilligt werden, denn unsere menschliche Natur können wir mit Gewalt nicht ändern. Man erspare mir auf diesbezüglich furchtbare Fehlschläge aus der Geschichte zu verweisen.

Daraus folgt, dass wir bisher falsch gedacht haben: Nicht die direkten Verursacher müssen zur Verantwortung gezogen werden, sondern deren Vorgesetzte, die für ihre Schulungs-, Kontroll- und Aufsichts-Pflichten gegenüber ihren Untergebenen zwar mehr verdienen - aber versagt und damit salär- und stellungsmässig getäuscht und schmarotzt haben.

Dummheit und Unfähigkeit ist ein Grundrecht, denn wir alle kommen als Babies zur Welt und müssen erst alles lernen. Aber bei für ihre besonderen Pflichten und für ihr vorausgesetztes Können höher bezahlten Vorgesetzten, die wegen der Fehler ihrer Untergebenen nachweislich versagt haben, hört das auf. Geben wir doch dem arbeitswilligen und sich mit Leistung beweisen wollendem Nachwuchs zu unser aller Nutzen eine Chance !

  • PET77
  • 24.03.2009 | 15:08 Uhr

Welchen tendenziell hochgefährlichen Weg zunehmender Sanktions-Scheu und Verantwortungslosigkeit die Schweiz geht, das ist im heutigen Leitartikel eines bekannten Boulevard-Blattes nachzulesen: "Puff im Knast, Wärter packt aus !".
Das muss man gelesen haben, ansonsten ist unmöglich zu glauben, dass es so etwas in der Schweiz gibt ...
Da sollte die WELTWOCHE einen Artikel nachdoppeln, denn wir alle sind auf verantwortungsbewusste, kritische und angstfreie Journalisten angewiesen, weil solche Sachen aufgedeckt werden müssen.

  • PET77
  • 23.03.2009 | 23:05 Uhr

An eine private - das ist jede von den zuständigen gesetzgebenden Gremien nicht ausdrücklich bewilligte - Vereinigung dürfen Beamte keine Steuergelder auszahlen. Jede einzelne Auszahlung muss rechtlich absolut gedeckt sein. Wir sind nicht im Urwald, dass dem Volk ungetreue Beamte mit disziplinär Verwahrlosten bezüglich Veruntreuung von Steuergeldern etwas mauscheln.

Dies bedeutet, dass die an solchen staatlich nicht bewilligten - also privaten Vereinen - Beteiligten für die von ihnen selber ohne staatlichen Auftrag angerichteten Kosten selber aufkommen müssen und entsprechend privat betrieben und notfalls gepfändet werden müssen. Wer dem Volk untreu wird, der darf auch hinterher nichts mehr bekommen und hat für seine privaten, ungetreuen und ungehorsamen Machenschaften gerade zu stehen.

Bewilligen Beamte für solche privaten Vereine Steuergelder, dann haben die sich wegen Veruntreuung zu verantworten und scheiden aus dem Staatsdienst aus. Oder landen - je nach Höhe der veruntreuten Steuergelder und des sehenden Verschuldens - im Knast.

Wo ist das Problem ? Oder funktioniert das Rechtswesen nicht mehr und wir sind in regressierenden Demokratien jetzt schon zurück im Urwald ?

  • mgujer
  • 23.03.2009 | 06:51 Uhr

Ich danke der Weltwoche fuer diesen ueberaus wertvollen Kommentar. Es zeigt wiedereinmal das in Bern eifach die Kontrollmechanismen fehlen und gewissen Leute eifach schalten und walten koennen wie Sie moechten. Unser Staat ist einfach zu einem Fass ohne Boden geworden.

Erstes wird unser Steuergeld einfach fuer Bloedsinn verschwendet, denn ein paar paranoide Militaerkoepfe fuer noetig halten,

zweitens schadet dies dem Ansehen unseres Staates, denn ich bin ueberzeugt es gibt auch in Bern gute Leute und einen guten Job machen.

  • Zara Zarathustra
  • 22.03.2009 | 15:24 Uhr
  • mediabuehler
  • 22.03.2009 | 09:25 Uhr

Da kann man nur sagen: Inkompetentes Departement Widmer-Schlumpf! Blöchlinger muss weg - keine Frage. Ausmisten den Saustall und kein Franken Budget mehr! Und das in unserer direktdemokratischen Schweiz. Würde mich interessieren ob Blocher als er BR war das auch gewusst hat.

  • chateau
  • 21.03.2009 | 22:27 Uhr

Lediglich ein weiterer Schritt in der Verluderung der Schweizer Demokratie.
Man sollte Bern einmal ausräuchern und die ganze Regierung in die Aare kippen.

  • simson44
  • 21.03.2009 | 16:58 Uhr

In der Beamten-Diktatur Schweiz müssen sich die Diktatoren vor dem Volk schützen, dazu braucht es Tigris. Die, welche aus Friedensliebe ihre Waffen in Pflugscharen verwandeln, werden für die pflügen, die es nicht gemacht haben!

  • kurtkoblet
  • 20.03.2009 | 13:23 Uhr

klar, ideenlos - dann wieder nach US schauen. ansonsten die hosen immer auf 3/4stellung (voll). furgler blieb als äusserst rechtslastiger und vorallem als kommandant in bern in erinnerung. anders als heute wo multikulti und "friedefreude"brüder mit resultat wie Deis, Metzler und Schmid und weiterhin aktueller wurstelbande zusammenbrauen.
es braucht immer eine sinnleere um die statisten (staatsangestellte)sich primär um die(eigene) sicherheit fürchten. so überdimensioniert und vorallem abgekoppelt (...) das neue organ konzipiert werden soll, so schwach gibt's sich die CH mit aktueller regierung : siehe EGdebakel und UBSdebilität.
jetzt will man mal sehen wer diesen haufen aufscheucht...? die sozis? die grünen....da diese weder gehör noch verständnis für die sachlage aufbringen würde ich sagen: gibt's weltweit nix zu retten, kongresse zu besuchen od. zentralafrikanische länder zu demokratisieren... flucht nach vorn! verwalter sind zuwenig!!!!!

  • pfifferling
  • 20.03.2009 | 09:46 Uhr

Jaus – raus !

Auch Ruth Metzler sollte zur Kasse gebeten werden. Sie hat schliesslich die Spezifilz-Personalentscheidungen zu verantworten. Und Roschacher sollte das Ehrgefühl, über das er als Mitglied des Ehrengerichts der Kyburger Altherrenschaft eigentlich verfügen sollte, dazu veranlassen, freiwillig seinen finanziellen Beitrag zu leisten…

  • PET77
  • 19.03.2009 | 22:20 Uhr

Manchmal fragt man sich wirklich, ob viele Leute alle Tassen im Schrank haben.

Ohne offiziellen Auftrag gibt es keine Bezahlung, also Pfändung des Vermögens und der Häuser dieser illegal tätigen Halunken für die angerichteten Kosten.

Bestehen wir alle nur noch aus Idioten, oder was ?

  • bullwy
  • 19.03.2009 | 13:33 Uhr

steuergeldzwang abschaffen, dann sind diese unfähigen herren ratzfatz arbeitslos, weil (wie die meisten beamten): zu allem fähig und zu nichts zu gebrauchen.

  • werni425
  • 19.03.2009 | 12:06 Uhr

Kann nur gestopt werden wie der seiner Zeit der französiche König mit der Revolution.
Werni

  • dammann505
  • 18.03.2009 | 22:36 Uhr

Das ist unglaublich und erinnert an die P26. Wer stoppt diesen Wahn?

 
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