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18.03.2009, Ausgabe 12/09

Medien

We are the Champions

Armin Walpen will wieder mehr Geld für die SRG. Wir liefern ihm die Argumente dafür.

Von Kurt W. Zimmermann

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Das Ritual ist immer dasselbe. Etwa achtzehn Monate vor der nächsten Gebührenerhöhung kündet SRG-Chef Armin Walpen die nächste Gebührenerhöhung an. Dann gibt es ein bisschen politisches und mediales Tamtam, dann verliert man das Interesse, dann kommt die nächste Gebührenerhöhung.

Wir nehmen das Thema gerne zum Anlass, einmal eine nüchterne Leistungsbilanz unseres Fernsehens zu ziehen. Hat die SRG mehr Geld verdient?
Damit die TV-Bilanz aussagekräftig wird, braucht es einen internationalen Vergleich. Betrachten wir also einmal, wie sich in Europa die Marktanteile der öffentlich-rechtlichen Sender seit dem Jahr 2000 entwickelt haben. Die Zahlen stammen von der European Broadcasting Union.

Sender

Marktanteil
2000

Marktanteil
2007

Frankreich (France 2/3)

38,9

32,2

Italien (RAI 1/2/3)

47,4

41,8

Deutschland (ARD/ZDF)

27,6

26,3

Österreich (ORF 1/2)

56,5

43,1

Spanien (La 1/La 2)

32,4

21,8

England (BBC 1/2, ITV)

37,9

30,6

Holland (Nederland 1/2/3)

39,0

31,3

Schweden (SVT1/2)

43,2

31,5

Dänemark (TV 2, DR 1/2)

69,0

64,5

Schweiz (SF 1/2)

32,5

32,3

Walpen und seine TV-Direktorin Ingrid Deltenre sind Europameister. In keinem anderen Land haben sich die Staatssender ähnlich gut gehalten wie in der Schweiz. Wenn wir das neue Angebot SF Info mit seinem aktuellen Marktanteil von 1,4 Prozent einrechnen, dann haben die SRG-Kanäle insgesamt sogar dazugewonnen.

Andernorts ist der Einbruch dramatisch. Mit Ausnahme von Deutschland fällt der Service public beim Publikum zunehmend durch. Besonders augenfällig ist die Entwicklung in Grossbritannien, dem Mutterland der öffentlich-rechtlichen Rundumversorgung. Die vier public networks BBC 1, BBC 2, ITV und Channel 4 hatten im Jahre 2000 zusammen noch einen sagenhaften Marktanteil von 77,5 Prozent. Derzeit kommen sie gerade noch auf 58,3 Prozent. Auch andere jahrzehntealte Institutionen wie Italiens RAI und Österreichs ORF sackten ab.

Es gibt drei Gründe für den Erfolg der Schweizer, einen politischen, einen programmlichen, einen finanziellen. Politisch setzte die SRG mit einem geschickten Lobbying durch, dass die private Konkurrenz in der Schweiz praktisch verunmöglicht wurde. Für die SRG-Sender gibt es keine Beschränkung der Werbezeit, anders als etwa für ARD und ZDF, die nach 20 Uhr werbefrei sein müssen. Dadurch haben es Privatsender enorm schwer, finanziell gegen den Koloss SRG anzukommen.

Öffentlich-rechtlicher Boulevard

Auch inhaltlich ist Leutschenbach ein Sonderfall. Kein anderer öffentlicher Sendechef, aus-ser im ORF, programmiert derart aggressiv wie Ingrid Deltenre. Von «Music Star» und «Miss Schweiz» bis zu «Deal or No Deal» und «Dr. House» bieten die SF-Kanäle haufenweise Formate an, die andernorts den Privaten vorbehalten sind. Das hat schon unter Deltenres Vorgänger Peter Schellenberg eingesetzt, dem Erfinder des öffentlich-rechtlichen Boulevardfernsehens. Die TV-Direktorin und der SRG-Chef haben dieses Konzept dann konsequent weiterentwickelt.

Der dritte Grund für den Erfolg ist banal. Die SRG musste noch nie richtig sparen. Gebührengeld für die Programme ist im Überfluss vorhanden.
Es ist klar, es sind erfolgreiche Programme. Das Schweizer Fernsehen ist der erfolgreichste Service public dieses Kontinents. Ebenso klar ist, dass es das nicht gratis gibt.

Erschienen in der Weltwoche Ausgabe 12/09
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Kommentare

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Miggu,dasKnechtli     23.03.09 21:31

Sorry, Christine, da ist mir ein malheur passiert. Meine Schelte gilt natürlich chateau.

Miggu,dasKnechtli     23.03.09 21:29

Mit Verlaub, Christine, Du warst auch schon besser. Nach dem, was ich hier von Dir lese, muss ich annehmen, dass Du auch eine jener Trittbrettfahrerinnen bist, die noch nie einen Rappen an einen Personalverband bezahlt haben aber selbstverständlich ungeniert davon profitieren, was andere mühsam (auch für dich, falls Du noch irgendowo angestellt bist) erkämpft haben. Jede Besserstellung der Unterhunde muss mühsam erkämpft werden. Dort, wo die Leute wenig organisiert sind, z.B. im Gastgewerbe, steht es nach wie vor schlecht. Und nicht zu vergessen: Jede Besserstellung muss strapaziert werden, sonst wird sie uns stückweise wieder weggenommen. Alles andere ist naiv.

chateau     22.03.09 19:50

Christine.
Levrat übt noch den Klassenkampf. Das ist doch vorbei in einem Land wo die Sozialisten bereits die Herren sind über die simplen Büezer und Putzfrauen aus dem Balkan und der Türkei. Unsere Sozis haben alle sehr gute Saläre, sehr gute Pensionen und die AHV. Und wenn sie bei der Verwaltung sind können sie frühpensioniert werden z.L. der Steuerzahler. Neu hat unsere Verwaltung sechs Wochen Ferien und als ich kürzlich in der Schweiz auf eine Verwaltung wollte, war die geschlossen zwischen Weihnachten und Neujahr und den selbstgesetzten Terminen innerhalb der Schliessungszeit!
Ich würde sagen, in der Schweiz ist der Sozialismus verwirklicht.Zudem halten sie die kulturellen Burgen besetzt, Medien, Kunst (mit Subvention),Bildung (Kindergarten bis zur Uni) usw.
Abe

Christine     22.03.09 08:48

@Chateau
Swintons Entgegnung hat damals wohl den Zauber der unabhängigen Presse gebrochen. Ehrliche Worte, denen man den Wahrheitsgehalt abnimmt, g e r a d e, weil sie aus berufenem Munde kamen. Heute weiss es nämlich oft besser, wer nicht mit berufenem Munde spricht. Da fährt man dann als Nicht-Deutscher einem Stöhlker über den Mund, oder als Nicht-Muslim einer Necla Kelek oder Ayaan Hirsi Ali.

http://www.cicero.de/97.php?item=2124&ress_id=4

Christine     22.03.09 08:31

Chateau, Levrat ist ein aufdringlicher Schwätzer. Er nervt extrem. Ob das aus seiner Partei auch so wahr genommen wird, ist zu bezweifeln. Ihm hängt das gleiche Sektiererische an wie A. Gross. Beide missionieren mit bevormundendem Besserwissertum, etwas, das jedem Freiheitsliebenden zuwider ist.

chateau     21.03.09 22:47

Fortsetzung:.....talents, our possibilities and our lives are all the property of men. We are intellectuel prostitutes."

(Source: Labor's Untold Story, by Richard O.Boyer and Herbert M.)
Korr....they pull the strings..

chateau     21.03.09 22:44

Und was noch zu vermerken bleibt inbezug auf die Journalisten (WW ausgnommen), auch der SRG und TV:
One night, probably in 1880, John Swinton, then the preeminent New York journalist, was the guest of honour at a banquet given him by the leaders of his craft.Someone who knew neither the press nor Swinton offered a toast to the independent press. Swinton outraged his colleagues by raplying:
"There is no such thing, at this date of the world's history, in America, as an independent press. You know it and I know it.
There is not one of you who dares to write your honest opinions, and if you did, you know beforehand that it would never appear in print.I am paid weekly for keeping my honest opinion out of the paper I am connected with.Others of you are paid similar sal

chateau     21.03.09 22:31

Ich interpretiere diese Zahlen ganz anders. Die Berechnung müsste so lauten. Wie hoch sind die Kosten (Gestehungskosten der Sendungen) auf 1000 Zuseher. Diese Daten müssten eigentlich aus der WEMF kommen und der WW bekannt sein. Allerdings müsste dann der Vergleich mit dem Ausland auf gleicher Basis erfolgen. Mutmassliches Resultat:
CH mit horrentem Tausenderpreis.

chateau     20.03.09 18:19

Diese Darstellung ist doch etwas simplizistisch.Erstens müssen wir uns jede Woche stundenlange Werbung gefallen lassen, bis spät in den Abend hinein.
Aber wohl mehr wirken die höchsten ABo-Preise Europas. Diese Milliardenmittel geben dem Koloss Leutschenbach die Möglichkeit, als Platzhirsch zu herrschen.

Dieses Fernsehen befindet sich auch in Kollusion mit den Linken und hat daher ihr Einverständnis. Es ist gerade gegenwärtig schon fast peinlich zuzusehen wie der neue SP-Star Levrat dem Publikum auf's Auge und Ohr gedrückt wird. Dabei ist er chancenlos, in der Deutschschweiz. Er ist ein Fehlgriff der SP, gottseidank.
Der sogenannte "welsche Scharm" funktioniert bei ihm nicht. Er ist nicht "séduisant". Er wirkt hölzern.

Jomptien     19.03.09 10:14

... es ist aber auch klar, dass es extrem linkslastig, also undemokretisch ist! ist

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