Als die Druckfahnen des Buchs bei DRS 2 kursierten, da habe sich «blankes Entsetzen» breitgemacht, berichtet Margrit Sprecher in der Zeit. Die Mailberge in den Briefkästen von Verlag und Autorin seien angeschwollen, «und als sie keine Wirkung zeigten, wurde eine Unterschriftensammlung gestartet und eine superprovisorische Verfügung, ein gerichtlicher Auslieferungsstop erwogen». Nicht weniger als 92 Korrekturen verlangte Arthur Godel, der langjährige Programmleiter des Senders. Vergeblich. Sprecher blieb unerbittlich, liess sich nicht erweichen, und erst Radiodirektor Walter Rüegg machte dem juristischen Treiben seiner Untergebenen ein Ende, wie die Weltwoche zu berichten weiss.
St. Galler Tagblatt, 17. Januar 2009
Die Vorwürfe sind happig, welche die aktuelle Weltwoche in ihrem Beitrag macht: Von Filz ist die Rede, von Verstoss gegen die Unvereinbarkeitsklausel. «Die SBB und Waggonbauer Peter Spuhler bezahlen heimlich ihren neuen Lobbyisten: Ständerat Peter Bieri», heisst es da. [. . .] Der Zuger Ständerat kann mit den Filz-Vorwürfen der Weltwoche wenig anfangen und ist sich keiner Schuld bewusst. «Das ist doch purer Rufmord.» Substanziell sei an den Vorwürfen überhaupt nichts. «Wir haben das abklären lassen. Der Rechtsdienst des Parlaments kam zum Schluss, dass Litra von der Unvereinbarkeitsklausel nicht betroffen ist», stellt Bieri klar.
Neue Luzerner Zeitung, 16. Januar 2009
Alles begann mit dem Versprechen, nichts vor dem 16. Januar 2009 zu verraten. Kein Zitat aus dem Roman, keinen Hinweis über den Inhalt. Nichts. «Vertraulichkeitserklärung» heisst das im Juristendeutsch. «Bei Verstoss gegen diese Vereinbarung», drohte der Rowohlt-Verlag, «wird eine Vertragsstrafe von 250 000 Euro fällig.» Gegenstand dieses Marketingregimes: Daniel Kehlmanns Buch «Ruhm» mit dem Untertitel «Ein Roman in neun Geschichten». [. . .] Alle liessen sich allerdings nicht per Kontrakt an die Kandare nehmen. Die Weltwoche kam über andere Kanäle zum Manuskript und erklärte bereits neun Tage vor der 250 000-Euro-Guillotine, was Daniel Kehlmann in «Ruhm» erzählt und dass er damit «Weltliteratur geschaffen» habe. Ein grosses Wort. Immerhin: Sämtliche Vertraulichkeitserklärungen sind seither Makulatur.
Aargauer Zeitung, 13. Januar 2009













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