«Crackbook» nennt der Stern-Reporter Felix Hutt die Internet-Plattform Facebook: weil sie genauso süchtig mache. Eine Million aktive Nutzer hat das sogenannte Social Network in der Schweiz, 150 Millionen weltweit, und vielen geht es ähnlich wie Hutt: Anfangs sind sie skeptisch, belächeln jene, die dabei sind und können sich dann, sobald selbst Mitglied, der Faszination nicht entziehen. Was macht Facebook besser als andere, ähnliche Netzwerke wie MySpace? Ist das Ganze wirklich mehr als bloss ein Hype? Bei Hutt jedenfalls hatte die Sucht immerhin einen angenehmen Nebeneffekt: Seine neue Freundin hat ihn, nachdem sie ihn kennengelernt hatte, bei Facebook überprüft — und für annehmbar befunden. Und selbst das Top-Model Naomi Campbell zählt zu seinen Freundinnen, sie allerdings nur als Facebook-Bekanntschaft.
Kurios ist das schon: Da schreibt sich die Weltgesundheitsorganisation WHO auf die Fahnen, die Masern in Europa bis zum Jahr 2010 auszurotten, und ausgerechnet in einem der reichsten Länder des Kontinents misslingt das. Die Schweiz hat nicht nur die meisten Krankheitsfälle; schlimmer noch, sie exportiert die Masern wieder in jene Weltregionen, die die Infektionskrankheit bereits ausgerottet haben und in denen die Krankheit dramatischer verlaufen kann als hierzulande. Der renommierte Wissenschaftsjournalist Matthias Meili kommentiert die Fakten.
Der Kulturkanal DRS 2 sendet abseits einer breiten Öffentlichkeit, und sein Programm wird in den Medien seit Jahren verschwiegen. In ihrem neuen Buch porträtiert die Autorin Margrit Sprecher nun Hintergründe, Inhalte und Mitarbeiter des Senders. Die kritische Auseinandersetzung — eine Auftragsarbeit für Radio DRS — der renommierten Schweizer Journalistin stiess auf wenig Freude. Der DRS-2-Programmleiter wollte das Buch verbieten, Autorin Sprecher wird seit der Veröffentlichung mit Hass-Mails eingedeckt. Unser Inlandredaktor Andreas Kunz recherchierte die Hintergründe des Konflikts und hörte nebenbei immer wieder DRS-2-Sendungen; zum Beispiel über albanische Filmneuheiten oder marrokanische Jazz-Trompeter.
Welcher historisch etwas unbelastete Beamte auch immer den Begriff erfunden hatte, er wirkt: Wer am kommenden 8. Februar Nein zur Personenfreizügigkeit mit der EU und zu deren Erweiterung auf Rumänien und Bulgarien sagt, dem winkt die «Guillotine». Wer will so kopflos sein? Die berühmte Klausel gleichen Namens bedeutet, das ein Nein auch die übrigen bilateralen Abkommen der ersten Generation in den Abgrund reissen würde – oder nur könnte? Wer mit Juristen redet, erhält ein anderes, schillerndes Bild. Die Sache ist alles andere als klar. Klar ist nur, dass jede Abstimmung über unser Verhältnis zur Europäischen Union Untergangsgesänge auf beiden Seiten des Schützengrabens auslöst. In einer Demokratie ist das legitim. Unerträglich aber ist, dass die Regierung mitsummt – statt Information werden dem Bürger Drohungen verabreicht, die sich bei näherem Hinsehen als leer erweisen, wie unsere Inland-Autoren Markus Somm und Alex Baur aufzeigen.
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