Wirtschaftlich wird 2009 ein Jahr der Depression. Kein Grund, deswegen Trübsal zu blasen. Wir ziehen es vor, der Krise mit Optimismus zu begegnen, ohne deswegen in Zynismus zu verfallen wie einst Ernst Jünger, der deutsche «Stahlgewitter»-Dichter, der während der Besetzung von Paris mit dem Sektglas in der Hand die Bombardierung der Stadt wie eine Silvesterpremiere verfolgte. Was tun Unternehmer, Banker, Staats- und Parteichefs, Diplomaten, Professoren, Kultur- und Medienschaffende oder der Pekinger Strassenwischer Hu Guoping, um nächstes Jahr trotz Baisse bei Laune zu bleiben? In unserer Titelgeschichte verraten Dianne Brill, Wolfgang Joop, Pipilotti Rist, Dieter Hallervorden, Miriam Meckel, Rainer M. Salzgeber, Christian Levrat, Toni Brunner, Dieter Meier, Sandra Studer, Konrad Hummler und viele andere Prominente, worauf es 2009 ankommt und worauf sie sich ganz persönlich freuen.
Jörg Wolle, Chef des Schweizer Handelshauses DKSH, hat eine der ungewöhnlichsten Karrieren der Wirtschaftswelt hinter sich: Er flüchtete aus der DDR, lebte jahrelang in Hongkong und steht heute einem Konzern mit 22 000 Angestellten und einem Jahresumsatz von 8,8 Milliarden Franken vor. Roger Köppel und René Lüchinger trafen den Asien-Kenner im Hauptsitz seiner Firma im Zürcher Seefeld-Quartier, wo man über seine neue Heimat, die unternehmerischen Qualitäten von Chinesen, Japanern oder Vietnamesen sprach und darüber, wie sich westliche Manager in einer ihnen fremden Welt erfolgreich bewegen.
Sie halten Jugend für einen Lifestyle, nicht für eine Altersfrage. Sie tragen mit vierzig die gleichen Jeans und Turnschuhe, die auch ihre Söhne kaufen würden, wenn sie Söhne hätten. Aber der Mut zur Familie kommt den Männern zusehends abhanden. So sehr, dass sich inzwischen die Frage stellt, ob gar nicht die Frauen, sondern die Männer verantwortlich seien für rückläufige Geburtenzahlen. Weltwoche-Redaktorin Beatrice Schlag über Männer, die nicht erwachsen werden wollen.
Während die Leidenschaft von Michel Bodmer (SF) und dem freien Journalisten Thomas Bodmer dem herkömmlichen Film gehört, hat sich ihr jüngerer Bruder Marc Bodmer, Journalist auch er, früh einem viel jüngeren Medium verschrieben: Videospielen. Lange galten sie als Eltern- und Pädagogenschreck. Der Game-Industrie gab man die Schuld an fast allem Gewalttätigen dieser Welt. Marc Bodmer hielt journalistisch dagegen und lud Skeptiker auch mal zu sich ein, um ihnen die ästhetische Brillanz und die intellektuelle Herausforderung der Spiele direkt an der Konsole zu belegen. Inzwischen erzielen Videogames höhere Umsätze als Hollywood-Filme. Bodmer erläutert, wie die Filmindustrie nun die Zusammenarbeit mit dem Videomarkt sucht. Aber der wahre Star bleibt — Hollywood-Glamour hin oder her — der einzelne Spieler.
In Folge 5 unseres Fortsetzungsromans «Doppelpass» von Charles Lewinsky zertrümmert Eidenbenz das Aufnahmegerät eines Weltwoche-Reporters. Der Politiker wird Chefredaktor Köppel informieren, dass das kritische Interview nicht erscheinen darf. Lesen Sie jetzt Folge 6.
Ihre Weltwoche













Kommentare