Intern

Grosse Momente

Es sind oft Augenblicke, eine zufällige Begegnung, ein einzelnes Geschehen, die unser Leben verändern und ihm eine neue Richtung geben. Vielleicht hat man sie herbeigewünscht, vielleicht auch gefürchtet. Aber man kann sie weder planen noch ihnen ausweichen. Sie ereilen uns mit der Unberechenbarkeit und Launenhaftigkeit des Schicksals.

Illustration: René Habermacher

Daniela Cott beispielsweise, ein 16-jähriger Teenager, wohnte bis vor einem Jahr in einem Slum von Buenos Aires und war jeden Abend nach der Schule mit Mutter und Geschwistern als Lumpensammlerin in den besseren Vierteln der Stadt unterwegs. Heute ist sie ein aufgehender Stern in der Model-Szene, an einer Modeschau in Mailand hat sie der Weltwoche erzählt, wie sie auf einer ihrer Lumpentouren auf aussergewöhnliche Weise von einer Kunsthandwerkerin entdeckt worden ist.

Oder Stanislaw Petrow, ehemaliger Oberstleutnant der Sowjetarmee, der in der Nacht vom 26. September 1983 als verantwortlicher Offizier für die Abwehr von Raketenangriffen plötzlich mit einem Atomalarm konfrontiert wurde. Es war auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges, die Sowjetunion rechnete mit einem amerikanischen Erstschlag. Trotzdem entschied Petrow, dass es sich um einen Fehlalarm handle, und rettete die Welt möglicherweise vor einem nuklearen Inferno. Warum er so handelte, erklärt er in unserem Interview.

Plötzlich inmitten des Strudels der Weltgeschichte befand sich auch der junge Schweizer René Feld, der als Handelssekretär in Havanna Zeuge des Einmarsches von Fidel Castro und seiner Rebellenarmee wurde.

Überrascht von den Ereignissen wurden ebenfalls die Bauernsöhne und SVP-Nationalräte Hansjörg Walter und Ueli Maurer. Walter, der als Bub davon geträumt hatte, Bundesrat zu werden, fehlte bei den Wahlen nur eine Stimme, um das höchste politische Amt zu erringen. Es war seine eigene, die er jedoch Ueli Maurer gegeben hatte, der wiederum von den Medien jahrelang als politische Witzfigur gehandelt worden war und seinerseits lieber Radprofi als Politiker geworden wäre.

Eine ebenso mächtige Kraft wie die Politik, nämlich die Liebe, beschreiben die Weltstars Angelina Jolie und Clint Eastwood. Sie erzählen, wie und warum sie sich verliebt haben und wie die Liebe ihr Leben prägt.

Pater Theo berichtet, wie ihn als Sechsjähriger bei einem Orgelkonzert die Ahnung durchschauerte, dass es etwas Höheres als die Welt hienieden gibt. Für den Mönch und Organisten des Papstes offenbart sich Gott durch die Musik.

Von diesen und vielen anderen grossen, berührenden, erstaunlichen Momenten handelt unser Interview-Sonderheft.

In Folge 4 unseres Fortsetzungsromans «Doppelpass» von Charles Lewinsky schoss Tom Keita auf einen vermeintlichen Einbrecher, der sich als sein illegal eingereister Vetter entpuppt. Lesen Sie jetzt Folge 5.

Die vorliegende Ausgabe ist eine Doppelnummer. Die erste Nummer des neuen Jahres erscheint bereits am 31. Dezember 2008. Dann freuen wir uns auf die Rückkehr von Kolumnist Christoph Mörgeli. Wir danken Ihnen, liebe Leserinnen und Lesern für Ihre Treue und wünschen Ihnen frohe Festtage.

Ihre Weltwoche

Kommentare

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  • Hackel
  • 30.12.08 | 09:04 Uhr

Ja, und Entschuldigung: er heisst ja Hansjoerg, nicht Hansruedi!

Wenn ich bloss unterhalten werden will und eine halbe Stunde spaeter eh alles wieder vergessen habe - dann setze ich mich zu meiner Mutter vors Fernsehen DRS 1.
Moechte ich aber informiert werden, fundiert und gut - sogar geistreich - via Zeitung oder Zeitschrift, dann darf's gerne es bitzeli meh sy, als was die Weltwoche in letzter Zeit bietet. Bin vielleicht ein Snob - aber wenn ich mich zum Lesen hinsetzte, dann nehme ich mir viel Zeit, bewahre auch mal was auf, denke darueber nach, erzaehle weiter...
Die WeWo bewahrt nicht mal mehr meine Mutter auf, und das will schon etwas heissen, sitze ich doch hier an ihrem Compi, umgeben von ihren ueber die Jahre angesammelten Papier-Stapeln :-O

Heute faellt der Nebel bis auf den Buure-Garte vor dem Fenster herunter. Nur die Thuja-Hecklein sind noch zu sehen. Und der Hahn kraeht ohne Unterlass, weiss wohl nicht, welche Tageszeit es ist.

Liebe Gruesse!
Tina

  • Patricia
  • 29.12.08 | 21:57 Uhr

Aber Tina, was hast Du nur gegen das Pyjama von Herrn Walter? Er hat sicher ein ganz schönes, traditionelles. Vielleicht eines von Zimmerli?

Es war schon eine Schlagzeile wert: Er konnte in der Nacht vor der Bundesratswahl zwar kaum schlafen, interessanterweise war es aber sein Pyjama, welches ins Schwitzen kam.

Also, gehe schön weiterhin an den Kiosk.

Lieber Gruss,
Patricia

  • Hackel
  • 29.12.08 | 09:16 Uhr

Ja, liebe Patricia, ja, aber ... mir gefallen solche Romanzen wie die hier eh besser:
www.vrv-happyhorse.de/SafiroRomanze.jpg

Da kann ich noch so richtig ungeniert zuschauen, ohne mich als Voyeurin zu fuehlen :-)

Dass ausgerechnet das verschwitzte Pijama von Hansruedi Walter zur Schlagzeile dient, finde ich zwar ein schoenes Gegengewicht zum Thema menschliche Koerpersaefte. aber ... es ist nicht unbedingt, worueber mich eine Schlagzeile informieren sollte.
Und so.

Ich werde sicher noch gelegentlich am Kiosk reinschauen. In die WeWo, meine ich, nicht ins Pijama.

En guete Rutsch und viel Sonnenschein ueberm Schnee!
Tina

  • Patricia
  • 28.12.08 | 20:56 Uhr

Liebe Tina
Die letzte Ausgabe ist nicht nur spannend, wie Du selbst sagst, aber ein solch romantisches Titelbild bieten Dir Deine abonnierten Zeitungen sicher nicht, wie es dieses Mal die Weltwoche tut. Willst Du wirklich in Zukunft darauf verzichten? - Auch wenn man älter wird ;-)

Ich wünsche Dir auch einen guten Rutsch ins Neue Jahr!

Lieber Gruss,
Patricia

  • Hackel
  • 27.12.08 | 17:42 Uhr

Interessante, spannende Weltwoche zum Jahres-Ende - freut mi, freut mi!

Aber zu spaet fuer mich, vom Abo bin ich abgesprungen, lese jetzt die NZZ, die ZEIT, nebst weiteren alten bekannten: Spektrum der Wissenschaft, Natur und Kosmos .... und, ja, sogar wieder den Beobachter.

Me wird halt doch aelter :-)

Euch allen ganz herzlich guten Rutsch (ohne Ausrutscher) ins neue Jahr!

Tina

  • tyrannosaurus
  • 20.12.08 | 18:00 Uhr

An dieser Ausgabe ist so gut wie nichts provinziell.

Bravo, WELT-Woche!

r

 
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