«Wer Kronzeuge für Anstand in der Politik sein will, sollte schon ernstzunehmende Massstäbe an sich selbst anlegen.» Barbara Steinemann
Menschenverachtende Sichtweisen
Nr. 49 – «Fix und Foxi», «In Bern tagen die Gross-Inquisitoren»; Urs Paul Engeler und Markus Somm über die Bundesratswahl
Was mich zutiefst erschüttert, ist, wie tief sich intelligente Menschen wie zum Beispiel Andreas Gross in offensichtlich unfreiheitliche, menschenverachtende Sichtweisen verstricken und es nicht einmal bemerken. Wahrscheinlich ist es die gedankliche Inzucht von Gruppierungen wie dem Club Helvétique und ähnlichen Verbindungen, die die Mitglieder so sektiererisch, arrogant und unerträglich unobjektiv argumentieren lässt. Hoffentlich erkennen viele Menschen in unserm Land, wie gefährlich die verzerrten Wahrnehmungen dieser Menschen bereits in unseren Institutionen wuchern. Andreas Locher, Oberburg
Andreas Gross macht das, was er Christoph Blocher vorwirft: Er verhöhnt Andersdenkende, indem er die Macht weg vom Volk einem elitären Zirkel zuführen will. Eigenartig auch seine Interpretation des SVP-Wahlsieges 2007, wonach nicht 29 Prozent für die SVP, sondern 71 Prozent gegen Blocher gestimmt hätten. Auf sein eigenes Wahlresultat umgemünzt, hiesse das, 77 Prozent des Zürcher Stimmvolks hätten gegen Andreas Gross gestimmt.
Markus Krüger, Frümsen
SP-Nationalrat Gross fordert von einem allfälligen SVP-Bundesrat Achtung vor Andersdenkenden. Es bleibt ihm unbenommen, dies so zu sehen. Mit dem Hinweis auf zwei Comicfiguren, welche die offiziellen Kandidaten darstellen sollen, wird auf peinliche Weise deutlich, wie wenig Respekt manche Linke vor der Lebensleistung anderer und Andersdenkender haben. Wie man da guten Gewissens keinen Widerspruch konstruieren kann, soll Gross mit sich selber ausmachen. Wer Kronzeuge für Achtung und Anstand in der Politik sein will, sollte schon ernstzunehmende Massstäbe an sich selbst anlegen und anlegen lassen. Wenn er dann auch noch das Gefühl hat, dass die SP die Wahlen wegen zu wenig Blocher-Bashing verloren hat, dann ist das sozialdemokratische Bedürfnis nach Selbstüberhöhung perfekt. Von solchen Politikern einer Ehrung für unwürdig befunden zu werden, ist die wahre Auszeichnung.
Barbara Steinemann, Watt-Regensdorf
Danke dafür, dass uns Andreas Gross Einblick gestattet in die kleine Welt eines linken Politikers. Längst ahnten wir, dass es sich bei der Bundesratswahl um ein komplexes parteipolitisches Gezänke handelt. Aber dass die Argumente so verlogen sind, das hat er uns neu aufgezeigt. Wir wussten natürlich nicht, dass rechte Politik im Grundsatz ein Affront gegen das Menschenrecht ist. Da können wir nur auf einige kritische linke Politiker hoffen, die diese niederträchtigen Ausführungen zur Staatspolitik und Gross verletzte Machtansprüche erkennen. Ein Hoch auf die Akzeptanz der Andersdenkenden. Bernhard Steiner, Frutigen
Unsinnige Panikmache
Nr. 49 – «Zerfall einer Illusion»; Lukas Voellmy über das Weltbild des Westens
Die Panik, die der Autor am Schluss seines sonst einigermassen gelungenen Artikels zu verbreiten versucht, ist blanker Unsinn: Ausser seiner eigenen verwöhnten Ignoranz sowie tatsächlich vorhandenen Umweltproblemen bedroht den Westen absolut nichts. Der Westen hat weit und breit keine schwerwiegenden politischen Probleme, die nicht friedlich gelöst werden könnten. Wenn der Wechsel von uni- zu multipolarer Ordnung eine Bedrohung für die Werte des Westens wäre, wären diese nicht viel wert. Der Vertreter der «verwöhnten Generation» hat eben keine Ahnung, was echte Bedrohung und ein «Kampf ums Überleben» bedeuten. Victor Lambert, Rickenbach Sulz
Der Artikel von Lukas Voellmy ist dermassen gut und treffend, dass ich ihn mehrmals lesen musste, um zu glauben, dass ein junger Mann die Realität so haarscharf sieht und analysiert. Gerne hoffe ich, dass er kein Einzelfall ist und somit die Möglichkeit gegeben ist, um aus dieser Krise positiv herauszukommen.
Susanne Hugentobler, Würenlos
Weltwoche allgemein
Schon seit 15 Jahren bin ich dabei, warte jeden Donnerstag, auf dass die Weltwoche auf meinem Pult liegt. Immer in meinem Gepäck auf dem Weg nach Deutschland oder sonstwohin auf der Welt. Genüsslicher, treffender, mutiger und vor allem auch sehr unterhaltsamer Journalismus, der so manches Boulevardblatt glatt ins Abseits laufen lässt. Die Weltwoche regt zum Nachdenken an, lässt einen manchmal etwas erröten, und nachher wieder ins Schmunzeln versinken. Raoul Wyss, Solothurn













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