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03.12.2008, Ausgabe 49/08

Politik

«Fix und Foxi»

Maurer oder Blocher: Für den Zürcher SP-Nationalrat Andreas Gross ist das einerlei. Er will einen Bundesrat ohne Blocher-SVP.

Von Markus Somm

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Sie sind Mitglied der «Gruppe 13», die Ueli Maurers Wahl in den Bundesrat verhindern will. Warum?

Ueli Maurer vertritt meines Erachtens die gleichen politischen Grundsätze wie Christoph Blocher. Wir haben Blocher nicht abgewählt, um ein Jahr später einen ähnlichen Politiker erneut zu wählen. Man hat die Konkordanz seit 1999 auf eine rein mathematische Formel reduziert. Wer so und so viel Wähleranteil hat, erhält so und so viele Sitze. Wir glauben, dass mehr dazugehört: Achtung für die Gewaltenteilung, Respekt vor den Menschenrechten, Respekt vor der Verfassung, vor allem Respekt vor dem Andersdenkenden. Das ist das Herz der Konkordanz: dass man den Andersartigen braucht, um der Lösung eines politischen Problems auf die Spur zu kommen. So können wir alle am ehesten lernen. Die Blocher-&-Maurer-SVP respektiert den Andersdenkenden nicht nur nicht, sie verhöhnt ihn.

Wer definiert diesen Konsens? Das ist doch willkürlich.

Gewiss nicht. Wir haben uns seit Jahren mit der Konkordanz befasst: Politiker, Wissenschaftler, Intellektuelle. Sie gehört zum republikanischen Fundament der modernen Schweiz. Ihr Kern liegt im grundsätzlichen Respekt gegenüber der politischen Vielfalt. Es gibt dazu viele Texte, unzählige Diskussionen, ich habe zwei Bücher zum Thema herausgegeben. Die Abwahl von Blocher war ein Ergebnis dieser Auseinandersetzungen. Solange sich die SVP dem entzieht, plädiere ich für eine kleine Konkordanz.

Der SP hat man vor dem Zweiten Weltkrieg jahrelang den Zugang zur Regierung verwehrt mit dem Argument, sie sei gegen die Landesverteidigung. War das demnach richtig?

Nein. In der Konkordanz darf es programmatischen Dissens geben, aber nicht in Bezug auf die fundamentalen demokratischen Grundrechte.

Für die Bürgerlichen war jemand, der wie Sie vor einigen Jahren noch die Armee abschaffen wollte, ein Landesverräter. Sie verletzten in deren Augen genauso fundamentale Auffassungen über dieses Land.

Herr Blocher hat unsere Institutionen im Allgemeinen und besonders Andersdenkende verhöhnt. Hält man sich nicht an diese Grundregeln, dann würde die Regierung so viel Energie verschleissen.

29 Prozent der Wähler haben 2007 die SVP gewählt. Es ist die stärkste Partei. Haben diese Wähler kein Recht, dass ihre Anliegen in der Regierung vertreten werden?

Doch, sofern sie die anderen 71 Prozent achten. In der Schweiz gibt es diese irrige Vorstellung, dass wie im Parlament auch in der Regierung alle Kräfte vertreten sein müssen. Für die Regierung gelten andere Regeln: Sie muss auch effizient, kreativ und mutig sein. Sie braucht einfach immer wieder Mehrheiten im Parlament und im Volk.

Dann müsste man konsequenterweise zu einem Konkurrenzmodell wechseln wie im Ausland, mit einer Regierung und einer Opposition, die spezielle Rechte hätte. Mit dem Begriff «Konkordanz» verwedeln Sie, was Ihnen vorschwebt: eine Mehrheits-Regierung – keine Konkordanz-Regierung.

Keineswegs. Konkordanz basierte immer auf grundlegenden Gemeinsamkeiten und programmatischen Differenzen. Es ist Ausdruck der Denkfaulheit, einfach alle politischen Kräfte in die Regierung zu würfeln und dann zu schauen, ob sie es miteinander können. Leute, die den Gegner verachten und ihn klein machen, haben keinen Platz in der Regierung.

Sie haben Christoph Blocher und Ueli Maurer als «Fix und Foxi» bezeichnet. Sie machen Ihre Gegner klein.

Das sind zwei heitere Figuren aus einer Jugendzeitschrift. Ich habe das Bild benutzt, um zu zeigen, wie ähnlich die beiden einander sind. Blocher ist der Herr, Maurer der Assistent. Wenn man Blocher abwählt, macht es keinen Sinn, nachher seinen wichtigsten Assistenten zu wählen.

«Fix und Foxi» sind zwei Witzfiguren. Ist das Respekt vor Andersdenkenden?

Das ist nicht respektlos, höchstens lustig, und Humor hat Herr Maurer durchaus.

Welche SVP-Vertreter sind für Sie überhaupt wählbar?

Alle sind wählbar, die die Verfassung und die Gewaltenteilung akzeptieren und die dem Andersdenkenden gegenüber den nötigen Respekt zeigen. Es geht nicht um programmatische Punkte, sondern um die Grundprinzipien des Rechtsstaates.

Die Partei, die am vehementesten gegen Blocher gekämpft hat, Ihre SP, hat 2007 die grösste Niederlage ihrer Geschichte erlitten.

Ich sehe es genau umgekehrt: Die SP hat Blochers Politikverständnis zu wenig thematisiert. Das habe ich im Vorfeld häufig kritisiert. Es gibt aber auch in der FDP und in der CVP überzeugte Gegner von Blocher. Wer Blocher verhindern wollte, konnte SP, FDP, CVP oder Grüne wählen. Und das haben 70 Prozent der Wähler getan. Um mit Blocher selbst zu sprechen: Wir hatten von 70 Prozent der Wähler den Auftrag erhalten, ihn nicht zu wählen. Das gilt auch für Maurer. Er ist fast ein Klon von Blocher – ohne die Qualitäten, die Blocher zum Teil durchaus hat.

Sie haben Samuel Schmid jahrelang unterstützt. Die Geschäftsprüfungskommission (GPK) hat ihm eben ein äusserst schlechtes Zeugnis ausgestellt. Haben Sie sich geirrt?

Schmid hat Fehler begangen, er hat diese auch zugegeben. Aber er wurde Opfer eines Rachefeldzugs der SVP und von Leuten an der Armeespitze, die frustriert waren, dass ihnen ein so junger Armeechef vorgezogen worden war. Schmid war nie so schlecht, wie seine Gegner ihn dargestellt haben. Ich hätte mir auch gewünscht, dass er die Armeereform rascher vorangetrieben hätte. Mir war aber bewusst, dass er ein Berner SVP-Vertreter ist, der vor allem so viel macht, wie die Mehrheit zulässt. Ich habe Schmid immer aus charakterlichen Gründen unterstützt – obwohl er politisch mir nicht ganz entspricht. Das gehört eben zur Konkordanz. Damit habe ich den Tatbeweis erbracht, dass ich Konkordanz nicht so willkürlich definiere, wie Sie mir unterstellen.

Erschienen in der Weltwoche Ausgabe 49/08
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Kommentare

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Schlemihl     09.01.09 21:03

@Werni:

Wenn du nicht mal merkst, dass du dir widersprichst, ist es umso bedenklicher!

Ich kann andere Denkweisen ohne weiteres akzeptieren. Es gibt aber naturwissenschaftliche Fakten, die erwiesen sind, lieber Werni. Wenn du nun etwas behauptest, das diesen Fakten widerspricht und offensichtlich falsch ist, und ich das dann bemängle, dann hat das nichts mit der Aktzeptanz oder Nicht-Aktzeptanz einer Denkweise zu tun. Es ist schlicht und einfach falsch!

Ausserdem ist es, um richtig argumentieren zu können, eben wichtig richtige Zahlen und Fakten zu verwenden. Wenn du also behauptest, dass die Sterberate in der Schweiz seit den 60er Jahren höher sei als die Geburtenrate, dann ist das eben auch falsch. Und eine Argumentation, die auf falschen Zah

werni425     09.01.09 07:30

Schlmihl,
Ich widerspreche mir nicht. Nie war ich gegen Migration und die andern Sachen sind Unterschiebungen von Ihnen. Das mit den Genen überlasse ich nun Ihnen. Offensichtlich können Sie sich nicht in Denkweisen anderer einfühlen, sonst würden Sie verstehen. Sie haben ein Manko, Sie schulmeistern und glauben die Wahrheit zu wissen. Dazu rechnen Sie immer sehr genau und präzise. Bekanntlich ist das Leben sehr unbestimmt also ungefähr mit grossen Bandbreiten.
Mit Ihren Argumenten zeigen Sie auch, dass Sie das Wissen entweder aus Lexiken, Internet oder Reisen haben, nicht aber von berfuflichen Aufenthalten im ausland über Monate und Jahre. Ich vermute immer noch, dass Sie Eugen sind und noch einen Zacken zugelegt haben.
Aber machen Sie weiter Kraut mit Rüben zu verwech

Schlemihl     08.01.09 23:14

@Werni:

Du hast dir selbst widersprochen: Wenn immer schon migriert wurde, heisst das eben gerade, dass die Gene nicht im Umkreis bleiben, sondern sich in der ganzen Welt verteilen!!!

Richtig, unsere Vorfahren kommen aus Afrika. Du und ich tragen die Gene dieser Vorfahren in uns, genau wie die Inuit in Grönland und die Aborigines in Australien. Diese Gene haben sich auf der ganzen Welt ausgebreitet, sie sind nicht im Umkreis geblieben, um das Ganze in deinen Worten auszudrücken!

Wir beiden, die Inuit, die Aborigines haben also praktisch die gleichen Gene obwohl wir ganz verschiedenen Völkern, Nationen angehören!

Folglich haben die Gene keinen Einfluss auf die Volkszugehörigkeit!!!

werni425     08.01.09 08:13

Schlemihl,
Nicht ventilieren. Wissenschafftlich ist auch, das besonders bei den Arabern das gleiche Problem viel öfters auftritt. Und ich schrieb ja, dass es ein gesellschaftliches Problem ist. Und die Bergtäler und Inseln sind natürlich alle voller Inzucht. Man weiss, dass dies zutrift, möchte es aber gerne diesen Leuten als Mackel anhängen. Die sind ja so hinterwäldlerisch. Und was noch alles auf den alpen so passiert. Senn und Magd, Grossvater mit ENkelin, götti mit Göttibueb.
Also was wollen Sie mir beweisen? Tatsache ist, dass immer migriert wurde und die eigenen Gene meistens im Umkreis bleiben. Kamen nicht unsere Vorfahren aus Ost-Afrika?
Werni

Schlemihl     07.01.09 23:56

@Werni:

Ich dachte eigentlich, dümmer gehts nimmer. Aber du übertriffst dich doch jedesmal.

Deine Argumentation (wenn man da überhaupt noch von Argumentation sprechen kann) wird immer stupider!

Es ist wissenschaftlich belegt, dass Inzucht gerade in Bergtälern (nicht nur in den Alpen) und auf abgelegenen Inseln stärker ausgeprägt war.

Du hast mir immer noch nicht verraten, was du für eine Vermutung hast!

werni425     07.01.09 21:06

Schlemih,
Habe ich jemals geschrieben, dass Inzucht meine Wunschvorstellung ist?
Und wohlverstanden, Inzest führte noch bis vor kurzem zu direkter Inzucht. Keine Verhütung.
Und der mit den Inseln und Alptälern ist auch so ein hartnäckiger Unsinn. Macht sich natürlich gut aus Ihrer Position. Es ist die Gesellschaft und deren Sitten.
Aber wiieter lafer statt lifere.
Werni

Schlemihl     07.01.09 16:02

@Werni:

Unter Inzucht versteht man im allgemeinen die bevorzugte Paarung zwischen relativ nahen Blutsverwandten, mit der Folge, dass genetisch möglichst reinerbige Nachfahren entstehen. Also genau deine Wunschvorstellung!!!

Inzucht kann durch starke Abgeschlossenheit einer Bevölkerung auftreten - etwa auf einer kleinen Insel oder in einem Gebirgstal.

Inzucht nicht mit Inzest verwechseln, lieber Werni, das ist was anderes!

Was vermutest du denn, werter Werni? Ich bin gespannt!

werni425     07.01.09 12:41

Schlemihl,
Wissen Sie was Inzucht ist? Die Welt war schon immer global nur sind die Hindernisse in der letzten Zeit kleiner.
Dass sich Mensch, Familie, Clan, Volk nicht mit andern Individuen und somit am Schluss mit andern Völkern mischt, scheint Ihnen nicht in den Sinn gekommen zu sein. Wo liegt hier Inzucht? Ich vermute etwas.
Werni

Schlemihl     06.01.09 22:28

@Werni:

Was du hier beschreibst mit deiner Bemerkung ist eine INZUCHT-Gesellschaft!!!

Wir leben heute aber in einer globalisierten Welt und unsere Gesellschaft entwickelt sich immer mehr zu einer Multi-kulti-Gesellschaft!

Ein grosser Teil der Schweizer und Schweizerinnen heiraten heute Ausländerinnen und Ausländer. Es gibt sehr viele Familien, die sich nicht eindeutig einem Clan oder einem Volk zuordnen lassen!

werni425     06.01.09 07:42

Schlehmil,
Sie verstehen immer noch nicht und ob ich eine Ahnung habe, haben mir schon Andere bestätigt. Lassen wir es.
Nur noch eine Bemerkung: Mensch-> Familie-> Clan-> Staat (Volk)
Werni

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