Darf man das?

Leser fragen, die Weltwoche antwortet

Darf man sein Kind nach der ersten grossen Liebe benennen?
Nina Eggenschwiler

Hochriskant! Viele Kulturen weisen dem Namen eines Menschen eine grosse Bedeutung zu. Sie nehmen an, dass er auf Schicksal oder Charakter eines Neugeborenen vorausweist oder diesen sogar vorspurt. Nomen est omen. Ebenso verbreitet ist das Inzestverbot: Geschlechtliche Liebe und die Liebe zu den Kindern müssen getrennt werden. Das betrifft nicht nur das Sexuelle, sondern ergibt auch psychologisch Sinn. Was wir schliesslich aus der Pädagogik lernen können: Was wir auf die Kinder projizieren, was wir in ihnen sehen oder sehen möchten, formt sie. Schlussfolgerung aus all dem: Lassen Sie die Vergangenheit Vergangenheit sein. Den Kindern gehört die Zukunft, geben Sie ihnen die Chance eines Neubeginns und eines unbelasteten, neuen Namens.
David Signer

Kommentare

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  • Christine
  • 12.12.08 | 08:39 Uhr

Das habe ich sofort gemerkt, Bice. Dass da ein "nicht" fehlen muss. Es gibt diesbezüglich Richtlinien, die besagen, dass etwas fehlt oder zuviel ist.

Ohne Richtlinien schwebte man im freien Raum. Kein Mensch könnte sagen, ob und wieviel es zuwenig sei und ob und wieviel es zuviel sei.

Einiges ist sogar immer zuviel, man schaue um sich, und einiges ist immer zuwenig, man schaue um sich. Darum sind wir dauernd am Gratweg Pfaden.

Guten Tag Dir.

  • Bice63
  • 11.12.08 | 10:50 Uhr

Es fehlt ein "nicht". Ein "nicht" zu wenig. Oder einige Dutzend Woerter zu viel. Oder einige 10000. Whatever.

  • Bice63
  • 10.12.08 | 20:36 Uhr

Genau, Christine, genau so sind die, die Einigen. Du hasts erfasst. Sag ich doch. Und da ist noch diese Kategorie: Die Erbtante, die ohne Unterlass erzaehlt, dass sie nicht erst mit kalten Haenden geben moechte. Sie nicht. Nein. Wenn nur ihre Nichten und Neffen so unwuerdig waeren. Und so undankbar. Wenn die nur nicht so ungestuem draengen und fordern wuerden. Wenn die ihr nur Zeit lassen wuerden, ihre Sachen zu ordnen. Wenn die sie nur nicht jeden Tag so aufregen wuerden. Aber die wollen sie ja ins Grab bringen. Koennen nicht warten...

  • Christine
  • 10.12.08 | 20:22 Uhr

Hallo Nove, wie geht's ?

Nein, ich habe nicht gewusst, dass sich die eigentliche Bedeutung von "Einige" angelsächsisch-beispielhaft auf Berndeutsch in der Rückwärtsform ergibt. Uff :-)

Wenn ich mir einen Ruck gebe und die Rückwärtsform anwende, ergibt sich im Kontext des von mir dozierten Ableitens von Geschenken ein selbstbezogenes "(aber) ich nie".

Was mir wohl eine Lehre sein soll, nicht anzudeuten, dass "Einige" schändlich handeln, weil für mich dabei implizit ebendieses selbstgefällige "(aber) ich nie" abfällt.

Das wäre somit eine ra fi nier te Belehrung Deinerseits gewesen. Die ich mir merken werde, ob Du sie nun gemeint hast oder nicht.

Cleverle. :-) Schönen Abend, Nove.

  • Miggu,dasKnechtli
  • 10.12.08 | 14:49 Uhr

Re: Bice

QUID QUID ID EST TIMEO DANAOS ET DONA FERENTES

  • Nove
  • 10.12.08 | 13:48 Uhr

Ja, "Einige".

Hast du gewusst, dass sich die eigentliche Bedeutung von "Einige" angelsächsisch-beispielhaft auf Berndeutsch in der Rückwärtsform ergibt?

  • Christine
  • 10.12.08 | 13:16 Uhr

Ja moment, Bice. Etwas erkennen heisst nicht, dass es für einen selber gilt, oder dass es dabei i m m e r um etwas gehen muss.

Aber einige leiten halt von Geschenken ab, dass sie dafür eine Gegenleistung erhalten, respektive im andern Sinn sogar, dass sie ein Gegengeschenk machen müssen.

Gemäss meiner Buchhaltung mache ich überhaupt keine Geschenke.

  • Bice63
  • 10.12.08 | 11:24 Uhr

Richtig, Christine. Du hast es wieder einmal erfasst. Beim Schenken geht es um Rechte und Pflichten, in einem Wort: um Buchhaltung.

  • Christine
  • 09.12.08 | 19:54 Uhr

Da gibt es nichts daran zu tatschen, Bice. Wer leitet schon nicht aus gewissen Zuständen immer mal wieder etwas ab?

Nimm nur schon das Gewohnheitsrecht. Die Gewohnheit wird zu Recht. Beispiel suche ich jetzt aber keine.

  • Bice63
  • 09.12.08 | 15:34 Uhr

Suess! Aus "Geschenken" lassen sich "Rechte" ableiten. Ganz die WW. Das Neue Forum fuer die Neuen Leute.

  • Miggu,dasKnechtli
  • 07.12.08 | 10:08 Uhr

Darf man das?

Vor Jahren habe ich meiner Gemahlin aus edlen Beweggründen ein Weltwoche-Abonnement geschenkt und zahle nun als Ernährer Jahr für Jahr die Abo-Gebühren. Darf ich, um im Forum einen Sternchen-Artikel zu kommentieren, ihre E-Mail-Adresse verwenden, obschon sie sich das verbeten haben will?

  • Christine
  • 04.12.08 | 14:37 Uhr

Lach lach :-))

  • Bice63
  • 04.12.08 | 11:32 Uhr

Ah, ja, der Name, Frau Eggenschwiler: Nehmen Sie sich ein Beispiel an der WW. Vergessen Sie nicht, dem Namen des Kindes etwas anzuhaengen. "08" oder so. Es kann es ja spaeter immer noch in seinem Profil abaendern, wenn es ihm nicht passt.

  • Bice63
  • 04.12.08 | 11:31 Uhr

Zufrieden, Frau Eggenschwiler? Wollten Sie doch schon immer wissen, das mit dem Inzestverbot und den andern Kulturen und dem Omen und dem Nomen und der Zukunft. Nur nicht getraut zu fragen, was? Aber die WW hats erraten. Wie immer. Und die richtige Antwort gefunden. Originell, witzig, ironisch, hilfreich, lehrreich, und ein Abo noch dazu...

  • Josef
  • 04.12.08 | 07:12 Uhr

Wer - wie ich - an der Umfrage “Kaufen Sie jetzt Kunst?“ teilgenommen hat, versteht unter Kunst wohl – wie ich – das, was eine Pipilotti Rist zu kreieren pflegt und selbsternannte Kunstsachverständige als Kunst bezeichnen. Und sowas, lieber Miggu, kaufe ich NIE. Es macht mich aber jetzt betroffen, dass ich grundsätzlich nur Billiguhren trage, nie ein Konzert besuche und – ausser jenem von Ulm – keinen fähigen Schneider kenne. Mit meinem Kunstsachverstand kann es also tatsächlich nicht weit her sein. Vielleicht rette ich meine Ehre mit dem Geständnis, dass mich ambitionierte Coiffeusen – auf welchem Gebiet auch immer – vorzüglich zu begeistern verstehen. Kaufen würde ich sie allerdings trotzdem nicht.
Dies gehört aber nicht in die Rubrik “Darf man das?“ – Oder ?

  • Miggudasknechtli
  • 03.12.08 | 22:59 Uhr

Darf man das?
In einer Wochenzeitschrift, die etwas auf sich hält, so idiotische Fragen stellen wie "Kaufen Sie jetzt Kunst?"
Meinen die Blattmacher wohl Skulpturen oder Helgen für an die Wand? Wir alle kaufen täglich Gegenstände, deren Design mehr oder weniger kunstvoll ist. Heute arbeiten die fähigsten Leute der bildenden Kunst für die Wirtschaft und Industrie. Wenn über 60 % der Umfrageteilnehmer antworten, sie kauften nie Kunst, fragt man sich schon, ob die sich der Bedeutung unserer Sinne im Alltag bewusst sind.
Diese 60 % sehen offenbar nie einen guten Film, besuchen keine Konzerte, tragen nur Billiguhren, kennen keinen fähigen Schneider und halten nichts von ambitionnierten Coiffeusen.
Die Umfrage stellt den WeWo-Lesern und Leserinnen und ihrem Lebensstil ein miserables Zeugnis aus. Und zeigt, wie erbärmlich gestalterische Fähigkeiten und deren Wahrnehmung hierzulande gefördert werden.

 
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