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Perfektion des Handwerks

Und noch ein Jubiläum: Seit achtzig Jahren baut Olympia die Rolex unter den Espresso-Maschinen.

Von David Schnapp

Made im Tessin resp. in Zürich: Die Olympia Maximatic und ein damit gebrühter Espresso.

Der perfekte Espresso ist eine aufwendige Sache, die Sorgfalt verlangt. Ein paar Kaffeekapseln reichen dafür nicht. Der perfekte Espresso ist Handarbeit, man mahlt die Bohnen, füllt das Pulver in das Sieb, presst es mit dem richtigen Druck an, und schliesslich spannt man den Siebträger in die Maschine und wartet rund 25 Sekunden, bis das Wasser durch das Pulver gelaufen ist. Im Unterschied zu anderen Methoden werden bei dieser Zubereitungsart auch unlösliche Öle und Kolloide, in denen die flüchtigen Aromastoffe gebunden sind, gelöst. Ein Espresso hat deshalb ein Vielfaches an Geschmacksnuancen, verglichen etwa mit einer Tasse Tee.

Die Firma Olympia Express im Tessin stellt seit achtzig Jahren die Rolex unter den Espressomaschinen her: hervorragende Schweizer Handwerkskunst, eine Manufaktur im besten Sinne. Wir haben uns das Modell Maximatic in die Küche stellen lassen. Schon der erste Anblick ist erhebend. Die Maximatic ist für eine Zweikreismaschine – bei der Kaffee und Dampf für Milchschaum gleichzeitig bezogen werden können – sehr kompakt. Es glänzt der perfekt verarbeitete Edelstahl, nichts klappert oder klemmt, vom beleuchteten Extraktionsknopf mit dem Olympia-Espressomännchen bis zum Dampfhahn besitzt jedes Teil die Aura des Unzerstörbaren. Sogar der Wassertank ist aus Edelstahl, aus hygienischer Sicht hervorragend.

Die Maximatic hat zwei Wasserbehälter, einen für den Kaffee und einen für den Dampf, der separat befüllt wird. Zu den schönen Ritualen gehört das sanfte Spucken des Überdruckventils, wenn während der Aufheizphase etwas Wasser aus dem Dampfkessel entweicht. Später arbeitet die Maximatic praktisch geräuschlos, die Pumpe ist im Vergleich zu anderen Espressomaschinen aussergewöhnlich leise.

Nach vier bis fünf Tassen mit verschieden fein gemahlenem Pulver haben wir den perfekten Espresso erreicht. Die einzige Kritik an diesem Gerät gilt dem Siebträger: Zum einen gibt es ihn nur mit zwei Ausläufen. Für eine kleine Espressotasse ist das unpraktisch, es läuft gerne mal etwas Kaffee daneben. Zum andern ist der Griff des Siebträgers recht kurz für eine Männerhand, und weil das Ding vorne heiss wird, verbrennt man sich beim Kaffeemachen schnell die Finger. Im Übrigen kann man zusammenfassen: Wenn es um die Herstellung von Espressomaschinen geht, sind die Schweizer die besseren Italiener.

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