Vergangene Woche war ich auf Teneriffa. Ich hatte eine sogenannte Duplex-Suite im Hotel «San Roque» in Garachico im Norden. Der Süden ist ja mehr etwas für Touristen, die, sagen wir, mit weniger zufrieden sind. Auf der Insel findet strenggenommen nichts statt, über das man in dieser Spalte lesen möchte. Ich hatte also Zeit für einen Spaziergang durch meine memory lane. Leser mit Elefantengedächtnis erinnern sich, dass ich das bereits einmal geschrieben habe. Aber ich vermute, es hatte auch keiner etwas dagegen, wenn Frank Sinatra auf jedem Konzert «My Way» sang. (Diese Entschuldigung bring Victor Lewis-Smith, ein Kolumnist in London, wenn er sich wiederholt.)
Jetzt der MvH-Rückblick «Top-Plätze Sommer 2008»; selbst recherchiert, von persönlichen Wertungen bestimmt und voreingenommen (wie immer also). Platz 5: St. Moritz. Kein typisches Sommerziel, könnte man meinen, stimmt aber eigentlich nicht. Alles irgendwie ein wenig gemütlicher als im Winter. Wenn man Mittag essen möchte im «Chasellas», geht man hin und hat gleich einen Tisch auf der Terrasse. (Dito in Marios Bar im «Palace», und das Warten auf einen Averna mit Eis - MvHs Drink - dauert selten länger als fünfzehn Minuten, unheard of im Januar, Februar.)
Platz 4: Gardasee. Weil alle an den Comersee fahren - und wer will schon dorthin, wo alle sind? (Im Grunde alle, I know.) Costermano und Malcesine haben mir gefallen; gute Restaurants, okay Hotels (nur «okay», weil sie meistens unsexy sind, das bekommt der Italiener komischerweise fast nie hin). Jürg Marquard, ein Verleger, und Raquel Lehmann, seine Frau, fuhren nach ihrer Hochzeit in St. Moritz vor zwei Monaten oder so trotzdem hin.
Platz 3: Costa Smeralda, Sardinien. Wäre möglicherweise Platz 1, wenn man Russe wäre. Und Milliardär. Und ein Boot hätte. Für die andere Hälfte der Gäste ein wenig mühevoll. Die Farbe des Meers ist wie in der Karibik oder schöner, die Strände sind ein Witz (darum ohne Boot nicht lustig). Hotels: siehe Platz 4 (ausser «Romazzino» und «Cala di Volpe»). Shopping: In Porto Cervo gibt es mehr Labels auf weniger Quadratmetern als am Rodeo Drive in Beverly Hills. Und im «Billionaire», einer Diskothek, sieht man mehr schöne Mädchen als in Moskau (auch weil viele die Stadt verlassen haben und dort sind). An der Abzweigung, nebenbei, die zu dem Lokal führt, gibt es ein plakatgrosses Porträt von Flavio Briatore, dem Besitzer.
Platz 2: «Ibiza, aber nicht wegen der Klubs.» Ein Ziel mit Nebensatz. Keiner geht mehr aus, schon klar, darum sind «Space», «Pacha», «Privilege», «DC 10» etc. immer voll. Ich mag die Insel, sie ist, wie soll man sagen, cool (nicht mein bestes Wort, stimmt). Was ich meine: Wenn man in Mallorca einen Schinken-Käse-Toast bekommt, bekommt man in I. ein Brie-Brötchen mit Birne und Avocado. Kate Moss war auch da, und die kann sich ja wirklich überallhin einladen lassen.
Platz 1: Côte d'Azur. Mit den Häusern, Hotels, Restaurants und so weiter in Südfrankreich ist es wie mit den Frauen im ganzen Land, finde ich: Wenn es stimmt, dann stimmt es. In St-Tropez stimmte es nicht diesen Sommer (zu teuer, jedenfalls für Bankangestellte, die weniger Bonus bekommen), aber in Juan-les-Pins und Antibes tat es das. Ihr Kolumnist hat sich von einem Riva Aquariva, einem Motorboot, aus die Küste angeschaut. Roman Abramowitsch, ein russischer Geschäftsmann, muss man sagen, hat wahrscheinlich das schönste Haus. Es liegt ein paar hundert Meter neben dem «Hôtel du Cap» (wo ich ein Zimmer hatte). Mein Lieblingsrestaurant, «La Merenda», ist in Nizza und eines der preiswertesten der Gegend (im August fermé, der Wirt kocht nicht für Touristen).
Liste der Reichsten
Kurz noch hors concurrence. Das Sommerfest Zürichs, für das es am schwierigsten war, eine Einladung zu bekommen: die «Housewarming»-Party vergangenen Monat im Schoren, einer Art Überbauung in Kilchberg, wo Friedrich Christian «Mick» Flick, ein Unternehmer und Sammler aus Deutschland, oder Florian Haffa, ein anderer Unternehmer aus Deutschland, wohnen. Die Gästeliste verrate ich nicht, das musste ich versprechen. Nur so viel, man kannte von vielen nicht die Gesichter, dafür die Namen. Aus der Bilanz, einer Zeitschrift, dort ist die Liste der Reichsten der Schweiz drin.













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