Kurz bevor Sudans Militärherrscher Omar al-Bashir vom Internationalen Strafgerichtshof zur Verhaftung ausgeschrieben wurde wegen Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Darfur, hielten sich Weltwoche-Reporter Eugen Sorg und Fotograf Nathan Beck über eine Woche in der Hauptstadt Khartoum auf. Sie bewegten sich ohne Angst vor Kriminellen in der Dritte-Welt-Metropole. Neben den drakonischen Scharia-Gesetzen, die Diebstahl mit Handamputation bestrafen und Alkohol und Nachtleben verbieten, sorgen die Spitzel der allgegenwärtigen Geheimdienste für Ordnung. Vor allem Becks Kamera weckte immer wieder ihren Argwohn und führte einige Male beinahe zu einer Verhaftung. Das Wissen, erzählt Sorg, dass sich gleichzeitig Teile des riesigen Landes in blutiger Auflösung befinden, machte die Ruhe umso unwirklicher, ja gespenstisch. Seite 26
Die Affäre um Armeechef Roland Nef hatihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Nach erneuten Enthüllungen der Sonntagszeitung aus Nefs Privatleben hat Bundesrat Samuel Schmid den einstigen Hoffnungsträger des krisengeschüttelten Militärs beurlaubt. Eine Rückkehr ins Amt ist unwahrscheinlich, ebenso wie eine Lösung des eigentlichen Problemfalls Schmid. Weltwoche-Bundeshausredaktor Urs Paul Engeler hat seit Jahren auf die Mängel des VBS-Vorstehers hingewiesen. In dieser Ausgabe beschreibt er, wie Schmid den talentierten Soldaten Nef ins Abseits beförderte. Die menschliche Dimension des Falls leuchtet Wissenschaftsredaktor David Signer aus. Es ist so beängstigend wie faszinierend: Der Trieb bleibt die Achillesferse des Mannes. Gerade disziplinierte Kontrollfreaks setzen ihre Karrieren im Liebeswahn aufs Spiel. Mit der Bestsellerautorin und Psychologin Julia Onken unterhielt sich Weltwoche-Mitarbeiterin Franziska K. Müller über Paare, die sich trennen. Onken analysiert den Typus Mann, der seine Partnerin einfach nicht gehen lassen will: «Er reflektiert sein Handeln nicht. Er befindet sich in einem Ausnahmezustand, denn anders ist sein Verhalten nicht zu erklären. Kurz und bündig: Er ist nicht vollständig zurechnungsfähig.» Seite 11, 12, 14, 48
Während die Obama-Roadshow auf Europa zurollt - Höhepunkt: Obamas Rede vor der Siegessäule in Berlin , hat sich Auslandredaktor Urs Gehriger in die Memoiren der beiden Präsidentschaftskandidaten eingelesen. Dabei fand er Erhellendes über die Charakterbildung John McCains und Barack Obamas. Im Zentrum stehen die Väter: Der eine ein unterkühlter Viersternegeneral, der mehr Zeit im Krieg als bei der Familie verbringt. Der andere ein kenianischer Ziegenhirte, der seine Familie im Stich lässt. In einer Schlüsselszene schildert McCain, wie sein Vater als Oberbefehlshaber des Pazifikkommandos im Vietnamkrieg die Bombardierung von Hanoi befiehlt, in vollem Bewusstsein, dass sein Sohn dort als Kriegsgefangener im Folterkeller sitzt. Die Tat mutet an wie ein Akt ultimativer Hartherzigkeit. Doch sie zeugt von einer Eigenschaft, die vielen Amerikanern imponiert. Sie manifestiert, wie die McCains ihr eigenes Schicksal dem Dienst am Vaterland unterordnen. Im Gegensatz zum windigen Obama wähnen sie im schicksalsgeprüften McCain den idealen «Commander in Chief». Seite 33Ihre Weltwoche













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