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My Phone

Nun ist das Handy, das mehr sein will als ein Telefon, in den Läden. Muss man es haben oder nicht?

Von David Schnapp

Und dann war es da, das iPhone. Ein Mobiltelefon, das zu Schlangen vor Geschäften führte, wie damals bei meinem Grossvater in Rumänien, wenn es etwas zu essen gab in den Läden. Doch der Hype hat in Verärgerung umgeschlagen, frustrierte Kunden meckern über Apple, Swisscom und Orange. Swisscom-Sprecher Carsten Roetz antwortet defensiv auf unsere Anfrage: «Kunden, die ein iPhone reserviert haben, werden in jedem Fall eins erhalten, es braucht einfach ein wenig Geduld. In den nächsten Wochen werden wir sie bedienen können.»

Von Anfang an ist also klar: Das iPhone ist kein gewöhnliches Handy. Man kann nicht einfach die SIM-Karte einsetzen und loslegen, es braucht eine Authentifizierung via iTunes, die Apple-Server sind hoffnungslos überlastet, es dauert Stunden, bis das Gerät bereit ist. Unser Fazit nach 5 Tagen Intensivnutzung:

Die Weltwoche für Ihr iPhone: www.weltwoche.ch/iphoneBildschirm: Die Eingabe über den Touchscreen ist problemlos, Männerfinger brauchen allerdings Übung, bis sie eine SMS oder E-Mail über die virtuelle Tastatur komponieren können. Irritierend ist auch, dass nur Grossbuchstaben angezeigt werden. Dafür ist die Bedienung mit sanften Fingerbewegungen ein sinnliches Erlebnis. Weniger sinnlich ist der verschmierte Bildschirm, die Finger hinterlassen Spuren. Internet: Der «Safari»-Browser ist das Highlight. Es braucht etwas Gewöhnungszeit, dann aber surft man leicht und schnell durchs Web, wie es mit keinem anderen Handy möglich ist. SMS: Bisweilen stört die Darstellung der Kurzmitteilungen. Man kann sie nicht nach «Eingang» oder «Gesendet» ordnen, SMS werden als Dialoge angezeigt, das gehört zur Exzentrik des iPhone. App-Store: Eine geniale Geschäftsidee ist der Zubehörladen, wo unzählige Programme zur Verfügung stehen, um das iPhone aufzurüsten. Einige sind gratis, viele kosten bis zu 11 Franken. Es gibt «Pac-Man», virtuelle Fitness-Instruktoren oder das empfehlenswerte «Remote», eine Fernsteuerung für das iTunes auf dem PC zu Hause.

Soll man das iPhone kaufen? Wir finden: ja.

Auf vielfachen Wunsch noch eine Anleitung, um Klingeltöne zu erstellen. Am besten geht es mit dem Programm «Garage Band»: Neues Projekt anlegen, Song oder Tondatei auf die Fläche ziehen und bearbeiten. Unter «Bereitstellen» «Song auf Festplatte exportieren» wählen und als AAC-Datei sichern. Nun die Dateiendung in .m4r abändern und das File ins iTunes ziehen. Es wird als Klingelton erkannt und kann mit dem iPhone synchronisiert werden.

Apple iPhone 3G: UMTS/HSDPA, GSM/EDGE,Wi-Fi, GPS. Kamera, Internet, E-Mail. Erhältlich nur bei Swisscom und Orange.

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