Wer sind die Guerilleros, die Ingrid Betancourt und Tausende andere Menschen verschleppt haben? Was geht in den Entführern vor, die ihre Opfer zu Fuss durch den Urwald treiben und ihren Terrorkrieg mit Drogengeldern finanzieren? Der spanische Kriegsreporter David Beriain, 32, wollte aus eigener Anschauung eine Antwort finden. Nach endlosen Verhandlungen und Dutzenden von verschlüsselten Nachrichten erhielt der Baske Anfang Jahr von den Farc die Zusage für einen Besuch im Dschungel. Zum Abmarsch bereit, erreichte ihn am 1. März plötzlich ein Anruf aus der Guerilla-Zentrale: «Aktion abgebrochen», hiess es. «Die Person, die Sie hatten befragen wollen, ist soeben gestorben.» Gemeint war Farc-Sprecher Raúl Reyes, der bei einer Aktion der kolumbianischen Armee getötet wurde. Beriain gab nicht auf. Als einer der wenigen Journalisten überhaupt stiess er ins Herz der Farc vor, schlief während seiner zehntägigen Reise mit den Guerilleros auf Pritschen aus Lehm und Blättern und traf eine der Farc-Führungsfiguren, Pastor Alape, auf dessen Kopf insgesamt 4 Millionen Dollar ausgesetzt sind.
Zunächst dachte man, die Affäre um Lydia Escher und den Maler Karl Stauffer-Bern sei ein Historiendrama, aus dem sich ausser Kitsch und Rührseligkeit nichts mehr gewinnen lasse. Dann las unser Kulturredaktor Julian Schütt die neue Biografie von Joseph Jung und entdeckte, wie politisch und aktuell der Stoff ist. Der damals einflussreichste Bundesrat Emil Welti und sein Sohn Friedrich Emil zerstörten das Leben der Tochter des Zürcher Tycoons und eigneten sich einen Grossteil ihres Vermögens an. Ein Lehrstück über Machtmissbrauch. Mit dem intrigant sich angeeigneten Geld erwarb der Bundesratssohn Welti den Landsitz Lohn in Kehrsatz bei Bern. Die Prachtvilla vermachte er später der Eidgenossenschaft. Heute führt der Bundesrat auf dem Gut repräsentative Empfänge für ausländische Staatsoberhäupter durch.
Historische Momente im Sport kennzeichnet, dass mit den Spielern auch das Spiel über sich hinauswächst - es gerät zum Abbild der Condition humaine, spiegelt in purer Form die menschliche Existenz. Das schreibt Boris Johnson, seit kurzem Bürgermeister Londons. Der Ex-Journalist erlebte in Wimbledon den Grosskampf Federer - Nadal. Ist Federer nach seiner Niederlage schon Geschichte? Bruno Ziauddin fragte Tennislegende Ivan Lendl. Sein Urteil: «Er ist ein Champion. Wer ihn schon abschreibt, macht einen Fehler.»
Im Gegensatz zu den UBS-Topmanagern Ospel, Rohner und Kurer ist sein Name in den Schlagzeilen kaum erschienen: Raoul Weil, Chef der Vermögensverwaltung der grössten Schweizer Bank. Mit der Anonymität könnte es bald vorbei sein. Auf Weils Tisch liegt die Akte Birkenfeld, also jenes ehemaligen UBS-Mitarbeiters, der die Bank bei den US-Justizbehörden verpfeifen will. Das Dossier ist extrem heikel, denn es bedroht auch das Bankgeheimnis. Umso gewichtiger ist Raoul Weils Mission. Doch wer ist dieser Mann eigentlich?
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