Vergangene Woche kam ich retour aus Los Angeles. Und sah, dass ziemlich wenige Einladungen für besuchenswerte Events eingegangen waren. Am Donnerstag fand ein Anlass statt mit Namen «30 Jahre Ta-Bou Beachwear Fashion Show» im «Kaufleuten» in Zürich. Eine Veranstaltung mit regionaler Bedeutung, klar, aber im Grunde geht man gerne an so etwas, als normalfühlender Mann, nicht wahr?
Die Gästeliste, die im Voraus verschickt worden war, war recht gut. Das ist weniger gut. Als Profi kennt man die Namen derer, die sowieso nicht kommen, Boris Blank etwa. Ich meine, ich weiss doch, dass mein ehemaliger Nachbar nach Einbruch der Dunkelheit 8006 Zürich nicht mehr verlässt. Zur Show: Wenn man Bademode sehen möchte und dann erst Seven, ein junger Schweizer Sänger, der eigentlich talentiert ist, sechs Lieder singt und anschliessend der Firmengründer (58) einen Selbsthilfebuch-mässigen Vortrag hält («Leben und Lieben ist Streben nach Lustgewinn»), kommt man sich ein wenig auf dem Trockenen sitzend vor. Nach zirka neunzig Minuten gab es die ersten Bikinis zu sehen, und die waren prima. Nur, Missen sind kein Modelmaterial (ausser Xenia Tchoumitcheva, die finde ich süss und ihre Figur sexy). Christa Rigozzi, Miss Schweiz 2006, wäre vielleicht ein Postergirl für «Gib Anorexie keine Chance», aber ein Beachwear-Model... I don’t know.
Zur selben Zeit ging auch mir auf, dass der Event mit überregionaler Bedeutung diese Woche der Match FC Basel gegen BSC Young Boys ist. Ich rief Christian Gross an, den Cheftrainer, weil er einmal gesagt hatte, falls ich Karten für ein Spiel brauche, dürfe ich ihn anrufen. Er rief nicht zurück. Er hatte vermutlich keine Zeit für einen weiteren «Ich bin streng genommen kein Fan, aber mich interessieren Finalspiele und die Champions League und Gratisbillette dafür»-Typen. Am Samstagnachmittag sagte mir der Kommunikationschef, er habe einen Platz für mich.
Und was für einen: Reihe 5, auf Höhe der Mittellinie, sechs Meter oder so vom Feld entfernt. Dabei sein beziehungsweise dort sitzen war alles, obwohl ich in Bern aufgewachsen bin. Nach der Pause (Spielstand: FCB 2, YB 0) wurde es noch besser. Ich setzte mich dann nämlich in Reihe 4, weil jemand auf meinem Platz sass. In Reihe 4 im «restlos ausverkauften St.-Jakob-Park mit 38015 Besuchern» (Stadion-Speaker) gab es noch ungefähr ein Dutzend freie Sitze. Nach Spielende fragte ich einen ehemaligen Kollegen von der Weltwoche, der heute beim Blick ist, aber trotzdem noch Bescheid weiss, was jetzt weiter abgehe. Er schickte folgende Textbotschaft: «Mannschaft kommt in die VIP-Lounge, um Girls abzuholen. Dann geht es in eine Disco, weiss noch nicht, welche.» Ich beschloss to call it a night, fuhr im Tram zum Bahnhof Basel SBB und von dort nach sweet home 8057.
Jetzt noch etwas in eigener Sache (weil es sonst ja selten um mich geht hier). Zurzeit wird in sogenannten Weblogs, kurz «Blogs» (eine Art öffentlich geführtes Tagebuch auf einer Website), von sogenannten Prominenten über MvH berichtet. Kurt Aeschbacher, ein Schweizer Fernsehmoderator, wertet in seinem Blog – courtesy SF-Konzessionsgelder – meinen, sagen wir, Lebensentwurf: «Marc van Huisseling, in Bern Bümpliz aufgewachsen, verdient bekanntlich seinen Lebensunterhalt damit, sich an Partys und Empfängen einladen und verköstigen zu lassen, um anschliessend der Welt mitzuteilen, dass er da war.» Das wurde im Blick aufgegriffen, darum habe auch ich davon erfahren. Und im Blog von Hanspeter «Büne» Huber, einem Popmusiker aus Bern und dem «grössten Poeten unserer Zeit» (Chris von Rohr), steht: «Ich wuchs im selben Quartier auf wie ein komischer Idiot, der heute in Züri wohnt und überflüssigen Scheissdreck schreibt über Anlässe für Idioten» – usw. (Den Namen des Idioten schreibe er nicht, schreibt er, weil der Staranwälte auf ihn hetzen würde; ein Leser hat mir das geschickt.)
Very well. MvH mag es, wenn über ihn geschrieben wird (am liebsten an einer Stelle, die Beachtung findet, zum Beispiel in einer Zeitschrift). Nur schreibt bitte meinen Namen richtig – van Huisseling, Mark van Huisseling; Mark mit k.













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