Leser fragen...

Darf man das?

Leser fragen, die Weltwoche antwortet.

Von Claude Baumann

Als Kind bekam ich von meinen Eltern jeweils einen Franken pro Klasse und Woche. Darf ich im Jahr 2007 meinen Kindern ungeachtet der immensen Teuerung der letzten rund dreissig Jahre nach demselben, einfachen Schlüssel Taschengeld bezahlen?

EhrendingenVergessen Sie die mühsame Rechnerei. Was Sie sich vor dreissig Jahren mit einem Franken leisten konnten, finden Ihre Kinder heute bestenfalls noch kurios. Zwar interessieren sich die Kids immer noch für so profane Sachen wie Comic-Hefte und Süssigkeiten – zwei Dinge, die in den letzten Jahrzehnten erstaunlich günstig geblieben sind –, aber genauso für Gameboys, Handys und MP3-Players. Gadgets, die ganz schön ins Geld gehen. Vor diesem Hintergrund stellt sich eher die Frage, was die Kin¬der heute mit ihrem Taschengeld alles selber bezahlen sollen. Unschlüssig? Machen Sie es doch wie in den Chefetagen der Wirtschaft: Geben Sie Ihrem Kind ein kleines Fixum – das können am Anfang ein oder zwei Franken sein – und obendrein einen leistungsabhängigen Bonus je nach zusätzlicher Besorgung, etwa für Botengänge, Gartenarbeit oder Autowa¬schen. So fördern Sie bei Ihrem Nachwuchs erst noch die Erkenntnis, dass sich Leistung im Leben ausbezahlt. Wie viel Ihnen das wert ist, das entscheiden Sie. Was wollen Sie mehr?

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