Sie haben uns zum Weinen gebracht, zum Lachen. Sie trieben uns zur Verzweiflung und nährten gleichzeitig die Hoffnung, dass alles möglich ist, möglich sein muss im Leben. Sie machten es uns vor, indem sie die eigenen Grenzen erforschten, oft auch überschritten. Wenige Sekunden genügten den einen, um eine ganze Epoche zu prägen, eine ganze Epoche brauchten andere, um die entscheidenden Sekunden zu bestimmen. Es sind die Helden der grossen Bühne, aber auch die Helden des Alltags — Menschen, die uns nicht mehr aus dem Kopf gehen. Was machen sie heute? Sechs Titelbilder (zum Sammeln!) veranschaulichen die Bandbreite. Die Interviews in unserem Sonderheft mit Helden aller Art beginnen auf Seite 22.
Diesen Dienstag hat der Nationalrat Christoph Blocher als Bundesrat verabschiedet – gemäss Protokoll mit grossem Beifall. Blocher gab sich versöhnlich: Er scheide ohne Bitterkeit und danke den Räten für eine «wohlwollende» Begleitung seiner Arbeit. Man habe zusammen in vier Jahren mehr erreicht, als er gedacht hätte. Selbstverständlich erwähnte er das neue Asyl- und Ausländerrecht, erinnerte aber auch an wirtschaftliche Vorlagen: wie etwa Patentgesetz, Markenrecht und Urheberrecht, «die den Finanzplatz stärken». Und der Mann, der sich angeblich nie entschuldigt, entschuldigte sich: «Dass ich oft etwas Widerstandskraft gezeigt habe, war notwendig. Wenn der eine oder andere dadurch hätte verletzt sein sollen, dann bitte ich ihn um Entschuldigung. Ich muss Ihnen aber sagen: Das war nicht das Ziel, sondern das Ziel war es, für Land und Volk eine gute Ordnung hinzubringen. [...] Ich wünsche Ihnen viel Glück in den nächsten Jahren. Ich werde meinen Kampf für die guten Umstände dieses prachtvollen Landes auf andere Weise weiterführen. Vielleicht sehen wir uns da und dort wieder.» Die überraschende Abwahl von Bundesrat Blocher hat auch unser Sonderheft geprägt. Aus Aktualitätsgründen haben wir zehn Seiten zur überraschenden Wahl eingefügt.
Mit dieser Ausgabe verlässt unser hochgeschätzter Kollege Walter De Gregorio die Redaktion. Zum Abschied betreute und verantwortete er redaktionell diese Sonderausgabe. Der frühere Zeit-Korrespondent und fussballbegeisterte Vollblut-Journalist war während vier Jahren in verschiedenen Funktionen für die Weltwoche tätig, unter anderem auch als Mitglied der Chefredaktion. De Gregorio schrieb über den Bürgerkrieg in Nepal, den Porno-König Rocco Siffredi, über Michelle Hunziker und gerne und oft über Sport. Seinen Fussball-Blog auf unserer Homepage besuchten in den letzten neun Monaten mehr als 250 000 Leser. Er wechselt als stellvertretender Chefredaktor zum Blick. Wir wünschen dem frisch eingebürgerten Appenzeller alles Gute und danken ihm für sein Engagement.
Die 42-köpfige Jury der deutschen Fachzeitschrift Medien Magazin hat den Weltwoche-Kolumnisten Henryk Broder zum Kulturjournalisten des Jahres ernannt. Der brillante Polemiker hob in seiner Dankesrede die Vorteile seines Berufs hervor — «man kann etwas gut oder schlecht finden, ohne es begründen zu müssen» — und bekannte gleichzeitig, «noch nie in einer Oper gewesen» zu sein. Wir gratulieren herzlich zur Auszeichnung.
Dies ist eine Doppelnummer, die nächste Ausgabe der Weltwoche erscheint am 3. Januar 2008. Wegen der Feiertage kann es vorkommen, dass Abonnenten die Zeitung erst am Freitag im Briefkasten haben. Für diese Verspätung möchten wir uns jetzt schon entschuldigen.
Wir danken unseren geschätzten Leserinnen und Lesern für ihre Treue und Aufmerksamkeit durch das vergangene Jahr. Redaktion und Verlag wünschen Ihnen von Herzen frohe Feiertage und ein gutes neues Jahr.
Ihre Weltwoche













Kommentare