Auf dem Höhepunkt seines Erfolgs verliess der Schweizerlacher Viktor Giacobbo das Schweizer Fernsehen, um sich als Verwaltungsratspräsident des Casinotheaters Winterthur stark zu machen. Nun kehrt er im Januar an den Ort seiner Anfänge zurück, mit dem satirischen Wochenrückblick «Giacobbo/Müller — Late Service Public». Auf Spurensuche nach dem Gewächs aus dem linksalternativen Winterthurer Humus der siebziger und achtziger Jahre hat Kultur-Redaktorin Daniele Muscionico eines erfahren: Die einzige Haltung dieses Entrepreneurs ist die Zurückhaltung. Allerdings steht sie in einem auffallenden Gegensatz zu Giacobbos Bemühen um den Goodwill von Financiers und Wirtschaftsführern, die die Gründung des Theaters erst ermöglicht haben. Sein Rollenspiel als Unternehmer hat ihn in seiner Rolle als Moralist nicht unbedingt glaubwürdiger gemacht.
Der amerikanische Physiknobelpreisträger Robert B. Laughlin verunsichert die eigene Wissenschaftsgemeinde. Er sagt, die Zeit der grossen, fundamentalen physikalischen Theorien sei endgültig vorbei: «Die Natur ist nicht logisch.» Man solle endlich mit diesem Stochern im Nebel aufhören, vor allem die Stringwissenschaftler, deren Theorien weder beweisbar noch falsifizierbar seien, müssten bald um ihre Forschungsgelder fürchten. Denn nur was im Experiment bewiesen worden sei, könne der Menschheit auch dienen. Weltwoche-Mitarbeiter Mathias Plüss traf in Berlin auf einen Mann, der mit nachdrücklichem Charme Dinge sagt, die den Seinen keine Freude machen.
Der Fussballexperte der Financial Times und regelmässige Autor der Weltwoche, Simon Kuper, macht sich Sorgen, dass die Schweizer zur «grössten Party des Jahres» — gemeint ist die Euro 08 — eine ähnliche Haltung einnehmen wie die pingeligen Helvetier im Comic-Band «Asterix bei den Schweizern» gegenüber den hedonistischen Römern: Die Helvetier vermiesen dort immer wieder römische Orgien, indem sie dauernd putzen und fegen, während die anderen munter feiern. Kuper findet die Angst der Eidgenossen vor Hooligans übertrieben und die Klagen, dass alles zu teuer sei, kleinlich. Warum die Europameisterschaft trotzdem ein kleiner, netter Event wird und was vom europäischen Fussball insgesamt zu halten istt in dieser Ausgabe.
Die Titelgeschichte von letzter Woche, «Wende im Irak», von Ausland-Redaktor Urs Gehriger bekommt Lob von berufener Stelle. «Der Artikel ist besser als die Analysen, die in amerikanischen Magazinen zu finden sind», erklärt Michael Meese, Dekan für Sozialwissenschaften der Universität Westpoint, in einem Schreiben an die Weltwoche-Redaktion. «Wir werden den Artikel auf die Leseliste der Kadetten aufnehmen», schreibt der Sohn des früheren Generalstaatsanwaltes Edwin «Ed» Meese. Westpoint ist eine der renommiertesten Hochschulen der Vereinigten Staaten und gilt als Kaderschmiede für den Offiziersnachwuchs der US Army. An der Universität hatten Grössen wie die US-Präsidenten Ulysses S.Grant und Dwight D.Eisenhower, die Generale Douglas MacArthur und George S.Patton sowie Apollo-11-Astronaut Edwin «Buzz» Aldrin den Grundstein für ihre Karrieren gelegt.
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