Kiera Chaplin – Es gibt Menschen, die fallen immer auf die Füsse. Oder sie sitzen einem berühmten Maler Porträt, um sich verewigen zu lassen. Da macht es auch nichts, dass der Gatte (der so schnell zum Ex wurde, wie er zum Problem geworden war) wegen Drogenhandels zwanzig Jahre im Gefängnis sitzt, dass man ihm jahrelang alles anvertraute, dass man Büro und Bett teilte und nichts gemerkt haben will. Nein, wenn man Kiera Chaplin heisst, Enkelin von Charlie Chaplin und Urenkelin von Literaturnobelpreisträger Eugene O’Neill ist, dann wird alles immer wieder gut. Zurzeit lässt sich Chaplin vom Amerikaner Nelson Shanks malen, der schon Grössen wie Lady Diana, Papst Johannes Paul II., Margaret Thatcher und Bill Clinton auf die Leinwand geworfen hat. Während ihr Ex-Gatte Alé de Basseville (Adresse: Inmate 71376-083, FCI Big Spring, 1900 Simler Avenue, Big Spring, TX 79720, USA) im Knast schmort, ist die 25-Jährige offensichtlich auf dem besten Weg, ihre ruhmreiche Verwandtschaft für eigene Zwecke zu nutzen. (pet)
Katharina Wagner – Sie rief zum Sturm auf die Festung auf, sie hört am liebsten die Rockband Rammstein und verheimlicht das auch nicht vor dem Herrn, ihrem Vater, dem greisen Wolfgang Wagner. Katharina Wagner, 29 Jahre jung, freies Radikal mit beschwerlicher Familiengeschichte, schien zu allem entschlossen: Wenn die Urenkelin des Mythenvaters Richard der Familientradition jemals die Ehre erweisen und die Leitung der Bayreuther Festspiele übernehmen sollte, dann würden auf dem grünen Hügel die Fetzen fliegen. So lautete ihre Kampfansage, geknurrt von einer Stimme mit Sandpapier-Timbre. Und nun das: Katharina die Wilde wandelt sich in Katharina die Milde. Und alle Hoffnungen auf einen künstlerischen Neubeginn auf dem grünen Hügel sind dahin. Katharina bot vor einigen Tagen ihrem Vater offiziell an, die Intendanz des Hauses zu übernehmen, im Doppelpaket allerdings mit einem, der als Lordsiegelbewahrer unter den deutschen Wagner-Dirigenten gilt, Christian Thielemann. Was wird wohl ihr Mentor, Christoph Schlingensief, zu der Widerspenstigen Zähmung sagen? (mus)
Shinzo Abe – Bevor der ehemalige japanische Ministerpräsident kürzlich überraschend zurücktrat, war er mit grausliger Post bedacht worden: Ein rechtsnationalistischer Untertan fühlte sich aufs Äusserste gekränkt, weil Abe den Besuch eines Tempels zu Ehren gefallener Soldaten verschmäht hatte. In bester Samurai-Manier schritt der Erzürnte zur Tat. Er säbelte sich den kleinen Finger ab und schickte ihn dem Politiker in einem Briefumschlag, zusammen mit einer DVD, die wenig appetitliche Einzelheiten der Protestaktion zeigt. Ob dies den Rücktritt des Ministerpräsidenten beschleunigte, ist unbekannt. (sb)
Marie Helvin – In den siebziger Jahren war das Topmodel fast so berühmt wie ihre beste Freundin Jerry Hall (die Ex-Frau von Mick Jagger). Die strohblonde Hall verkörperte das kokette Texasgirl, die Halbasiatin Helvin den geheimnisvollen Geisha-Typ. In ihrer Autobiografie erinnert sich die mittlerweile 54-Jährige jetzt an die glamourösesten Jahre ihres Lebens, die man sich als eine gigantische Party vorstellen soll, auf deren Gästeliste Namen standen wie Jack Nicholson, Eric Clapton und Warren Beatty. An das erstes Rendezvous mit ihrem späteren Ehemann, dem berühmten Modefotografen David Bailey, erinnert sie sich so: «Er schmollte den ganzen Abend, weil ich flache Schuhe trug.» Das Paar lebte zehn Jahre in einvernehmlicher Polygamie, zur Trennung führte am Ende ein Regelverstoss, David verliebte sich in eine seiner Bettgefährtinnen. Ihrem Grundsatz «Sex, Monogamie und Liebe sind unterschiedliche Dinge» blieb sie auch in den folgenden Jahren treu. «Mit dem Alter wird es allerdings schwierig, diese Überzeugung zu leben», räumt sie heute ein. Der Grund: «Gleichaltrige Männer wollen sich sofort binden, und an Jüngeren liegt mir nichts.» Kürzlich posierte Marie Helvin auf dem Cover der amerikanischen Vogue. Titel: «Alterslose Frauen». (fkm)
Valentin Roschacher – «Als Strafverfolger suchte ich während 20 Jahren nach der Wahrheit», schreibt der ehemalige Bundesanwalt auf seiner Homepage, «in der Malerei tue ich das noch länger; und es ist nicht leichter!» Roschacher malt leidenschaftlich gerne Berge. Blaue Berge, rote Berge, weisse Berge. Sie erinnern an Ernst Ludwig Kirchner, zu sehen sind sie auf www.roschacher.com und ab Ende November in der Galerie Christine Brügger in Bern. Nochmals Roschacher: «In der erhabenen Bescheidenheit, in der kantigen, ruhigen Mächtigkeit und Pracht der Alpen nehme ich die Werte wahr, die ich in der schweizerischen Gesellschaft in diesem wünschenswerten Ausmass heute nicht mehr finde.» (sib)
26.09.2007, Ausgabe 39/07
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