Neid ist die höchste Form der Anerkennung, und im Plagiat kommt die Inspirationskraft eines Originals zum Ausdruck. Aus der Presse erfahren wir, dass Bundesrat Leuenberger seine Autogrammkarten mit dem Weltwoche-Cover zu seiner Umweltpolitik bedruckt. Damals liessen wir den den deutschen Illustrator Alfons Kiefer in Spiegel-Manier unseren Energieminister als testosterongeblähtes Monster Hulk darstellen. Nicht minder überrascht waren wir, als unser Kolumnist und SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli seine Wahlbroschüre im Weltwoche-Look lancierte. Die Adaption in Eigenregie fiel grafisch eher dürftig aus. Doch nicht nur Links- und Rechtspolitiker orientieren sich an diesem Blatt: Die Sonntagszeitung übernahm den Weltwoche-Kolumnisten Peter Rothenbühler und kupferte integral gleich seine Kolumne «Mailbox» ab. Schliesslich schwenkte der Blick diese Woche ein auf unsere Berichterstattung über den Fall Swissfirst, indem er sich öffentlich beim Gründer und ehemaligen CEO Thomas Matter für die Fehler in seiner Berichterstattung entschuldigt. Die Weltwoche setzt, man muss es fast so sehen, wieder Massstäbe in diesem Land.
Seit über 30 Jahren befasst sich Weltwoche-Autor Peter Holenstein mit Themen der Strafjustiz und Kriminalität. Die unheimliche Serie ungeklärter Kindermorde in den achtziger Jahren kennt er wie kein Zweiter: Für sein Buch über den mehrfachen Kindermörder Ferrari erhielt «der Journalist, der Mörder findet» (Tages-Anzeiger) integrale Akteneinsicht. Seine Recherchen führten im April dieses Jahres zu einem Revisionsprozess und zum Freispruch für Ferrari im Kindermordfall Ruth Steinmann. Die Entführung der fünfjährigen Ylenia Lenhard am 31. Juli in Appenzell, deren Leiche am 15. September gefunden wurde, wirft die Frage auf, ob der durch Suizid aus dem Leben geschiedene mutmassliche Täter Urs Hans Von Aesch etwas mit den ungelösten Fällen aus den achtziger Jahren zu tun haben könnte. Peter Holenstein hat sich mit dem St. Galler Kripo-Chef Bruno Fehr und dem zuständigen Untersuchungsrichter Erich Feineis über den aktuellen Stand der Ermittlungen unterhalten.
In Andermatt steigen die Immobilienpreise, New York Times und Spiegel entsenden Berichterstatter ins Urnerland, lokale Politiker sprechen von einem «Ruck», der durch den Kanton gehe. Und alles nur wegen eines Mannes: Samih Sawiris. Der Tourismusunternehmer aus Kairo will aus Andermatt eine Feriendestination mit 3000 Betten machen – es wäre eine der grössten privaten Bauinvestitionen, die in der Schweiz je getätigt worden sind. Weltwoche-Autor Bruno Ziauddin hat Sawiris in seinem Fünf-Sterne-Resort in El Gouna am Roten Meer besucht. Mit diesem Beitrag verabschiedet sich Ziauddin für sechs Monate von der Redaktion, um sich für einen grossen deutschen Verlag einem Buchprojekt zu widmen.
Weltwoche-Redaktor David Signer verbrachte mehrere Jahre als Ethnologe in Afrika, studierte Voodoo-Praktiken in Westafrika und publizierte die Studie «Die Ökonomie der Hexerei oder Warum es in Afrika keine Wolkenkratzer gibt». Nun wechselt unser Autor das Genre: Nächste Woche erscheint im Salis-Verlag Signers Roman-Erstling «Keine Chance in Mori». Buchvernissage: 3. Oktober, 20.30 Uhr in der Buchhandlung Paranoia City in Zürich.
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