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Die Weltwoche gewinnt Leser – Fall Roschacher – Strafsache Rätoromanen gegen Urs Paul Engeler

Von Ihre Weltwoche

Die Weltwoche gewinnt Leser. Nach der neusten Erhebung der AG für Werbemedienforschung (Wemf) lesen 393000 Personen dieses Blatt. Die Untersuchung wird halbjährlich durchgeführt. Gegenüber März 2007 stieg die Zahl der Leser um 15000, also rund 4 Prozent. Damit gehört die Weltwoche zu den wenigen Schweizer Titeln, die im Vergleich zur letzten Erhebung zulegten. Seit dem Relaunch vor fünf Jahren, als das Magazin-Format eingeführt wurde, hat die Weltwoche ihre Reichweite um 26 Prozent gesteigert. Dafür möchten wir uns bei Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, ganz herzlich bedanken. Wir werden auch in Zukunft alle Kräfte in Qualität und Unabhängigkeit des Blattes investieren.


Fall Roschacher: Weltwoche-Autor Daniel Ammann hat mit seinen Recherchen entscheidend dazu beigetragen, dass der frühere Bundesanwalt Valentin Roschacher von seinem Amt zurücktreten musste. Ammann gelangte auch in den Besitz des heissdiskutierten «H-Plans» um den von Roschacher bespitzelten Zürcher Privatbankier Oskar Holenweger. Als wir die Dokumente letzte Woche auf unserer Homepage veröffentlichten, war das Interesse so gross, dass die Website unter den Zugriffen kurzzeitig zusammenbrach. Wir haben übrigens alle Artikel zum Thema auch online aufgeschaltet auf www.weltwoche.ch. In dieser Ausgabe deckt unser Bundeshauskorrespondent Urs Paul Engeler die brisanten Hintergründe zum Fall Roschacher/Blocher und zum Wirken der Geschäftsprüfungskommission des Parlaments auf. Engeler weist nach, dass die Verschwörungszenarien gegen den Justizminister in den Dunkelkammern der Bundesanwaltschaft geschmiedet wurden. Der erfahrene Bundeshausmann Engeler spricht von einer Bankrotterklärung des Parlaments angesichts der dilettantischen GPK-Arbeit.


Nur damit Sie in der peinlichen Strafsache, welche die Rätoromanen gegen Urs Paul Engeler angestrengt haben, den Überblick behalten: Genau vor einem Jahr schrieb Engeler seinen Artikel «Highlife im mausetoten Winkel», der sich aus Anlass der «Sessiun» in Flims alias Flem mit der Sinnlosigkeit der Romanen-Subventionen auseinandersetzte. Ende Januar zeigte der Sprachverein Surselva Romontscha den Journalisten bei den Berner Behörden wegen Rassendiskriminierung an. Mitte Februar beschloss der Untersuchungsrichter, auf diese Klage gar nicht einzutreten. Ende Februar verfügte der Staatsanwalt, die Sache dennoch dem Gericht zuzuweisen. Anfang Mai setzte die Richterin den Prozess auf den 21. Juni fest. Ende Mai wies der Schweizer Presserat eine ähnlich lautende Beschwerde der Surselva Romontscha gegen Engeler vollumfänglich ab. Anfang Juni platzte der Gerichtstermin aus prozessualen Gründen. Ende August verfügte der zuständige Richter, die Strafverfolgung sei aufzuheben. Am 11. September teilte der Staatsanwalt wiederum mit, dass er an einem Prozess gegen Engeler festhalte: Der Fall habe «modellhaften Charakter» und müsse abgeurteilt werden. Damit hat die Bündner Tragikomödie Bern erreicht. Die Verhandlung im Berner Amthaus dürfte im November stattfinden. Friedrich Dürrenmatt schrieb: «Eine Geschichte ist dann zu Ende gedacht, wenn sie ihre schlimmstmögliche Wendung genommen hat.»


Ihre Weltwoche

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