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Editorial

Beatrice Schlags Hymne auf die Kalifornier; Tsunami: Schiffbruch des Schweizer Schulprogramms; Veränderungen bei den Kolumnisten

Von Ihre Weltwoche

Gesellschaftsautorin Beatrice Schlag schreibt seit fünf Jahren für die Weltwoche aus Los Angeles. Hier verfasst sie eine Hymne auf die Haltung der Kalifornier, deren Reaktion auf unkonventionelle Ideen nie abwehrende Skepsis ist, sondern beinahe immer erhöhtes Interesse. Schlag analysiert die grüne Wende im Lieblingsstaat von Amerikanern und Immigranten, ihr Fazit: «Den grünen Enthusiasmus als Modetrend abzutun, heisst, völlig an der kalifornischen Mentalität vorbeizudenken. Kaliforniens Geschichte ist eine Abfolge kollektiver Begeisterungen für Neuheiten, das jeweils neuste ‹New Thing› wird mit einer Ernsthaftigkeit und einem Kapitaleinsatz in die Welt gesetzt, die der Seriosität von Schweizer Bankern nicht nachstehen.»

In zwei Artikeln berichtete Redaktor Philipp Gut über den Missbrauch der Schweizer Tsunami-Hilfe in Sri Lanka (Nr. 27 und 28). Neue Recherchen belegen, dass die Missstände noch gravierender ausfallen. Die Schweiz versprach den Wiederaufbau von 14 Schulen, die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) stellte 8 Millionen Franken in Aussicht. Wie Gut nachweist, hat dieses Schulprogramm Schiffbruch erlitten. Zwei Jahre nach dem Tsunami gab die Deza die beiden grössten Projekte wieder ab, der Umfang des Programms wurde drastisch reduziert, gebaut ist fast nichts. Das Versagen sollte mit allen Mitteln vertuscht werden. Interne Dokumente hat die Deza-Führung zensiert, kritische Mitarbeiter wurden entlassen. Unter dem Druck der Weltwoche-Recherche gibt die Deza zu, dass die Eidgenossenschaft ihre Hilfsversprechen nicht einhalten konnte.

Wir haben in dieser Ausgabe einige Veränderungen bei den Kolumnisten vorgenommen. Neu wird sich der englische Journalist Alix Sharkey wöchentlich mit Fragen des Stils, des Luxus und der Mode beschäftigen. Alix Sharkey, 50, studierte in London, arbeitete für das stilbildende Modemagazin iD in den Gründerjahren und später für MTV. In Paris war er Männermode-Spezialist des Independent und modelte für Yohji Yamamoto und Alexander McQueen. Heute lebt Sharkey in Miami. Ebenfalls neu huldigt unser Autor, Jazz-Spezialist und jahrzehntelanger, innigster Weinliebhaber Peter Rüedi wöchentlich den besten Weinen.

Weitere Änderungen: Max Frenkel («Chronik») wird neu als regelmässiger Kommentator und Essayist im Blatt erscheinen. Peter Rothenbühler («Mailbox») wechselt als Kolumnist zur Sonntagszeitung, wird uns aber als gelegentlicher Autor erhalten bleiben. Wir möchten Peter Rothenbühler, dem hervorragenden Chefredaktor von Le Matin, ganz herzlich danken für seine brillanten, witzigen und klugen Beiträge. Lorenzo de’ Medici wird seine wöchentliche Kolumne ebenfalls aufgeben, um uns stattdessen als Autor zur Verfügung zu stehen. Auch ihm gebührt ganz herzlich unser Dank für seine Streifzüge durch die europäische Hocharistokratie. Wir freuen uns auf zukünftige Reportagen aus dem Herz der High Society, über seine Berichte über Freunde und Feinde der wahren Zivilisation. Im Zuge der Umstrukturierung entfällt sodann «Die Liste» unseres hochgeschätzten Mitarbeiters Mathias Plüss. Der Wissenschaftsjournalist bleibt als Autor für die Weltwoche tätig.

Ihre Weltwoche

Kommentare

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  • tyrannosaurus
  • 02.02.09 | 17:28 Uhr

xyz

 
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