Seit Jahren bereist Weltwoche-Autor James Hamilton-Paterson die Tropen. In einem Gespräch erzählte er einmal, wie sehr ihn der Gedanke ans British Empire in seiner Jugend beflügelte, als er ursprünglich Meeresbiologe werden wollte, dann aber auf Anglistik setzte. Hamilton-Paterson verbrachte ein Jahr auf einer einsamen Pazifik-Insel, die später von einem japanischen Touristikkonzern in ein Edelresort umgestaltet wurde. Er tauchte in die Tiefen des Ozeans, aber er war auch immer wieder in den Regenwäldern unterwegs. Mit dem Untergangskitsch der Ökologiebewegung konnte er nie viel anfangen, ihn bewegt eine tiefere, intimere Liebe zur Natur. In dieser Ausgabe schreibt der Schriftsteller, der auch Mitglied der Royal Geographical Society ist, einen persönlichen Abschied vom Regenwald, der als wilde, undurchdringliche Zone verlorengehen wird. Durchaus wehmütig blickt Hamilton-Paterson zurück, er schildert den Urwald als Traum- und Projektionsfläche, die durch die Jahrhunderte immer andere Schattierungen annahm. In einem zweiten Beitrag wendet sich unser Kollege Dirk Maxeiner gegen den Boom der Biotreibstoffe. Maxeiner, der mit seinem Geschäftspartner Michael Miersch zahllose Öko-Irrtümer widerlegte, weist nach, wie die Jagd nach dem neuen Benzin der Umwelt schadet.
Bundesrätin Micheline Calmy-Rey ist eine Meisterin der Symbolpolitik. Am 1.August zeigte sie das auf dem Rütli, dann am Filmfestival in Locarno, das sie kurzerhand zur «Stadt der Frauen» erklärte. Weltwoche-Redaktorin Daniele Muscionico hat die Bundespräsidentin auf einer kleinen Schweizer Reise begleitet und war erstaunt, wie sich Rhetorik und Realität widersprachen. Als Muscionico nachträglich von Deza-Informationschef Harry Sivec Details zum Filmförderungsprojekt «Open Doors» erbat, war sie gleich nochmals erstaunt. Er würde das allen sagen, nur der Weltwoche nicht, beschied Sivec unserer Autorin. Der Einwand, er verletze damit seine Informationspflicht, brachte den Bundesbeamten in Rage. Das sei ihm völlig egal, die Weltwoche schreibe ja sowieso, was sie wolle, sagte er ins Telefon.
Als passionierter Fussgänger ärgert sich Weltwoche-Wanderkolumnist Thomas Widmer immer wieder über eine andere mobile Menschengattung. Gemeint ist nicht der vielgeschmähte Autofahrer, sondern der Velofahrer, und zwar die verschiedenen aggressiven Existenzformen von Trottoirraser bis Bergpfadterrorist, die dieser in Stadt und Land annimmt. Widmers Mischung aus Tirade und Soziogramm in dieser Nummer beweist, wie vergnüglich Zorn sein kann.
Der australisch-amerikanische Grossverleger Rupert Murdoch hat sich nach langem Zermürbungskrieg das Wall Street Journal gesichert. Gross war die Kritik im Vorfeld. «Eine vernünftige Lösung», schreibt hingegen der Washington-Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen, Matthias Rüb, der für uns den Vorgang analysiert. Rüb wendet sich gegen die grassierende Anti-Murdoch-Stimmung in den Medien und bescheinigt dem Mogul grosse unternehmerische Qualitäten. Er sei daran, sich ein Denkmal zu setzen.
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