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14.06.2007, Ausgabe 24/07

Intern

Editorial

Tina Brown, Starjournalistin und Biografin von Prizessin Diana – Obwaldens Reaktion auf das Bundesgerichtsurteil – Denkerin und Schriftstellerin Ayn Rand neu entdeckt – Auszeichnung für Bruno Ziauddin

Von red

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Tina Brown war Chefredaktorin von Vanity Fair und The New Yorker, zwei der wichtigsten amerikanischen Zeitschriften. Nun hat die Starjournalistin eine ausgezeichnete Biografie über Prinzessin Diana geschrieben, die tödlich verunglückte Lichtgestalt der Regenbogenpresse. Die Weltwoche veröffentlicht einen exklusiven Vorabdruck aus dem anekdotenreichen, schonungslosen und blendend analysierenden 784-seitigen Monumentalwerk. Unser Autor Bruno Ziauddin traf die 53-jährige Engländerin in Berlin zum Gespräch und durfte erfahren, dass selbst Briten gelegentlich auf Understatement verzichten. Auf Ziauddins Bemerkung, sie gehöre zu jenen Ausnahmeerscheinungen, die beides können, eine Redaktion erfolgreich führen und exzellent schreiben, antwortete Tina Brown knapp und klar: «So ist es.»

Das Urteil des Bundesgerichts gegen den degressiven Steuertarif Obwaldens ist besonders in linken Kreisen mit Freude aufgenommen worden. Die «Umverteilung von unten nach oben», wie die SP die Entlastung hoher Einkommen gewöhnlich nennt, schien gestoppt. Obwalden reagierte schnell: Mit einer Flat Tax hat der trotzige Bergkanton das Urteil des Bundesgerichts ad absurdum geführt. Neu werden die Reichen noch weniger zahlen, nur die ganz Reichen ein wenig mehr. Der Unterschied liegt im Promille-Bereich. Der Schritt hat übrigens historische Bedeutung: Es ist die erste Flat Tax der Schweiz überhaupt, und — gemessen an den Erfahrungen der vergangenen Jahre — wird sie in den Kantonen Schule machen. Ausgerechnet das Bundesgericht, das noch vor wenigen Jahren eine Klage -gegen den degressiven Steuertarif Schaffhausens abwies, dann plötzlich in Obwalden alles anders sah, hat einer Steuerrevolution den Weg bereitet. Nimmt man das Urteil ernst, wonach nur gemäss wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit Steuern erhoben werden dürfen, müssten alle Kantone Obwalden sogar zwingend folgen.

Die Denkerin und Schriftstellerin Ayn Rand schneiderte Amerika eine aggressiv-wirt-schafts--freundliche Philosophie auf den Leib und prägte Figuren wie den späteren Notenbankchef Alan Greenspan. Vor 25 Jahren gestorben, ist Rand in den USA unvergessen; eine halbe Million Bücher aus ihrem grossen Werk werden jedes Jahr verkauft. Und in Europa? Kein einziges ausführliches Porträt findet sich in den Pressearchiven. Kulturredaktor Thomas Widmer schliesst, nachdem er sich durch Rands Romane und Theorieschriften gelesen hat, die Lücke. Zu entdecken ist eine Anarchistin von rechts und begnadete Polemikerin, die noch als Tote den hiesigen intellektuellen Mainstream gehörig aufwühlen kann.

Am Dienstag wurde Bruno Ziauddin im Casino-theater Winterthur mit dem Zürcher Journalistenpreis ausgezeichnet. Ziauddin erhielt den Preis für seine Reportage über das Zürcher Altersheim Sydefädeli (Nr. 40/2006). Es ist nach 1997 das zweite Mal, dass er mit der renommierten Auszeichnung bedacht wird. Wir freuen uns mit dem Preisträger und gratulieren ihm ganz herzlich.

Ihre Weltwoche

Erschienen in der Weltwoche Ausgabe 24/07
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