Des Öftern gehen mir neue Wanderbücher zu, gut so: Routentipps kann ich immer gebrauchen. David Coulins «Die schönsten Rundwanderungen in den Schweizer Alpen» (AT-Verlag, 46 Franken) sei hier, weil ein toller Ideengeber, zum Kauf empfohlen. Eine Route aus dem prächtig bebilderten Band habe ich mir vorgemerkt: Im Sommer will ich das Aroser Älpliseehorn umkreisen, das mir bisher kein Begriff war.
Apropos Rundwanderung: Kürzlich machte ich Sternenberg im Zürcher Oberland zum Ziel einer solchen. Es regnete heftig, als Wanderkollege Rainer und ich in Bauma aus dem Bus stiegen. Umso mehr wusste ich den Schirm zu schätzen, der in meinem Rucksack immer parat liegt. Rainer führte auch einen Schirm mit, der sich allerdings eher als Wasserkonverter denn als Wasserschutz herausstellte: Das Ding wandelte den Prasselregen in einen dichten Sprühnebel um, der Rainers Kopf binnen Minuten tropfnass machte.
An unserem Sternenberg-Unternehmen hielten wir natürlich – Ehrensache – fest. Auf einem gut befestigten Pfad durchquerten wir zunächst die Hundschilen, ein Tobel. Später dann, vor und nach dem Weiler Musterplatz, liefen wir durch Wiesen und fanden auch das sehr atmosphärisch: wie der Nebel aus den Tälchen um uns dampfte, von denen es in dieser Arme-Leute-Chrachen-Gegend so viele gibt. Und dann langten wir in Sternenberg an, der höchstgelegenen Zürcher Gemeinde auf gut 870 Metern über Meer. In der einzigen Wirtschaft, dem «Sternen», kehrten wir ein, platzierten uns trocknungshalber nah an einen Heizkörper und hatten es sehr gemütlich, woran auch die grantige Serviererin nichts änderte, die mit ihrem Schreibstift ungeduldig auf den Tisch zu klopfen begann, als Rainer nach einer halben Minute Studium der Menükarte noch keine Wahl getroffen hatte. Endlich aber stiegen wir wieder zu Tal, wobei wir nun via Hagheerenloch liefen. Dieses entpuppte sich als Nagelfluh-Höhle und machte mit seinem archaischen Charisma unsere regenreiche Rundwanderung vollends rund.
Route: Bauma–Sternenberg retour
Höhendifferenz: auf- und abwärts je 300 Meter
Einkehr: Der «Sternen» hat Montag/Dienstag zu.
Film: «Sternenberg» von Christoph Schaub, 2004. Milde Schweizer Komödie mit Mathias Gnädinger als angejahrtem Sternenberg-Heimkehrer, der wieder die Schulbank drückt, um die serbelnde Dorfschule zu retten.
Karte: Wanderkarte als PDF













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