Die meisten Umfragen bestätigen ja nur, was Hinz und Kunz schon lange ahnten: etwa dass der Grossteil der Medienleute politisch nach links tendiert. Im Nachgang des SP-Debakels im Kanton Zürich und einiger kritischer Kommentare wurde nun bereits eine Morgenröte gesichtet. Der Kolumnist Kurt W. Zimmermann glaubt gar an einen «historischen Moment»: Nach zwanzig Jahren Treue würden sich die Journalisten von der Linken verabschieden. Ich mag es – wie immer – etwas differenzierter. In den Printmedien ist eine gewisse Entkrampfung festzustellen, doch das Schweizer Staatsfernsehen bunkert sich aus reinem Überlebenstrieb mehr denn je ein.
Wenn Justizminister Blocher die Bundesverwaltung als «geschützte Werkstatt» beschreibt, ist die SRG ein gutgeschützter Sandkasten. Hier dürfen Journalisten weiterhin «Räuber und Sozi» spielen. Ein paar Beispiele: Im «Club» diskutierten nach der Zürcher SP-Schlappe Helmut Hubacher, Hans-Jürg Fehr, Franco Cavalli, Christine Goll, Simonetta Sommaruga unter Ausschluss der kritischen Aussenwelt über ihre Befindlichkeit. Mit Journalismus hat das nichts mehr zu tun. Kommt in der Stadt Zürich ein gutbezahlter Schulpräsident der SP in die Kritik, weil er tatenlos zusah, wie eine Klasse innerhalb zweier Jahre sechs Lehrkräfte verheizte, schreibt «10 vor 10»-Moderatorin Daniela Lager das individuelle Führungsversagen ungerührt dem bürgerlichen «Spardruck» zu.
Wenn am 1. Mai linke Chaoten durch die Zürcher Innenstadt ziehen und vermummt gegen die Ordnungskräfte losgehen, heissen diese in der Sprachregelung der SRG «Linksaktivisten». Darf man auf dem Rütli diesen 1. August mit dem Auftreten von «Rechtsaktivisten» rechnen? Nachdem die EU begonnen hat, massiven Druck auf die Steuerautonomie unserer Kantone auszuüben, betitelte das Schweizer Fernsehen die Verteidigungsversuche unseres Finanzministers als «Nachtreten». «Nachtreten» bedeutet im Fussball eine hinterhältige Tätlichkeit, die mit Spielausschluss bestraft wird. Wie kommt also eine Nachrichtenredaktion einer öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt dazu, das Pochen der Schweizer Regierung auf ihre Souveränität als «Nachtreten» zu bezeichnen?
Aber man muss die Marktfeindlichkeit der Schweizer Staatsmedien verstehen. Es stottern sich hier Moderatoren und unfähige Journalisten durch Sendegefässe, die ausserhalb des gutgeschützten SRG-Bunkers keine Sekunde überleben würden.
Der Autor ist Historiker und SVP-Nationalrat.













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