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Editorial

Marc Rich: Die Saga beginnt als amerikanischer Traum – Mark van Huisseling und P. Diddy – Kanäle und Sickergruben der Millionentransfers in die Bildung – Medienpreis für Daniel Ammann – Herzlich willkommen: Daniele Muscionico

Von Ihre Weltwoche

Die Saga von Marc Rich beginnt als amerikanischer Traum: Mit Geschick und Genialität arbeitet sich ein jüdischer Flüchtlingsjunge aus Antwerpen, der kein Wort Englisch spricht, zum mächtigsten Rohstoffhändler der Welt empor. Das Happy End aber bleibt aus. Rich wird heute nicht als kapitalistischer Held gefeiert, sondern als skrupelloser Bösewicht geächtet. Weltwoche-Redaktor Daniel Ammann erzählt die unglaubliche Aufstiegsgeschichte dieses Selfmade-Geschäftsmannes, der den Welthandel revolutionierte und die Amerikaner in Schach hielt, aus einer neuen Perspektive: Die US-Behörden verfolgten den Wahlschweizer nicht wegen vorgeblich krimineller Delikte, sondern aus politischen und egoistischen Gründen während 17 Jahren mit einem Eifer, der an Fanatismus grenzte. Im ersten Interview seit fünfzehn Jahren nimmt Marc Rich in der Weltwoche Stellung zu seinem Fall, zur heftig debattierten Begnadigung durch den damaligen Präsidenten Bill Clinton und zur Kritik an seinen Geschäftsmethoden. Der epochale Händler verrät, mit einem Augenzwinkern, das Geheimnis seines Erfolgs: «Buy low, sell high.» Wir haben uns entschieden, das faszinierende Leben dieses frühen Globalisierers in zwei Teilen zu erzählen.


Unser Kolumnist Mark «MvH» van Huisseling wird gelegentlich von Vanity Fair eingesetzt, Interviews für die Zeitschrift zu führen. Zum Beispiel mit einem Superstar auf der Durchreise in Deutschland. So hat er vor kurzem den amerikanischen Rapper, Plattenproduzenten und Multi-Unternehmer Sean «P. Diddy» Combs nach dessen Konzert in Berlin im Backstage-Bereich befragt. Was dabei herausgekommen ist, lesen Sie in dieser Ausgabe. Hier van Huisselings Executive Summary: «Mr. Combs weiss wirklich, wie man sich als Berühmtheit inszenieren muss. Wenn ich mein Buch ‹How to be a Star› noch nicht geschrieben hätte, hätte ich gleich nach dem Treffen damit angefangen.»


Periodisch erklingt der Ruf nach höheren Bildungsausgaben. Selbst der Freisinn, der allmählich seine liberalen Gene wiederentdeckt, spricht sich für eine massive Erhöhung der Bildungssubventionen aus. Unser Inlandredaktor Philipp Gut überprüfte die Kanäle und Sickergruben der Millionentransfers. Diagnostiziert wird eine schleichende Akademisierung und vor allem Bürokratisierung des Bildungsbetriebs. Echte Qualitätssteigerungen sind schwer erkennbar.


Daniel Ammann ist letzte Woche für seine Artikelserie über die Missstände in der Bundesanwaltschaft mit einem Medienpreis für Finanzjournalisten ausgezeichnet worden. Verliehen hat den Ehrenpreis Private, das Magazin für Vermögensberatung und Private Banking. Die Jury würdigte damit Ammanns «anhaltende journalistische Leistung im Bereich der Recherche». Wir gratulieren herzlich.


Wir freuen uns, dass in dieser Ausgabe erstmals unsere neue Kollegin Daniele Muscionico für die Weltwoche tätig ist. Die ehemalige NZZ-Journalistin schreibt über ein ikonenhaftes Porträt der Schauspielerin Faye Dunaway, die am Pool liegend über den eben gewonnenen Oscar meditiert. Herzlich willkommen.


Ihre Weltwoche

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