Richard S. Lindzen, 67, ist MIT-Professor für Meteorologie in Boston. Sein Büro im 17. Stock des Building 54 mit Blick auf den Charles River sieht genauso aus, wie man sich das vorstellt. Überall Papier. Er ist berühmt geworden für seine Forschungen in dynamischer Meteorologie, vor allem bei der «Hadley»-Zirkulation, einer der grossen Wettermaschinen dieser Erde. Lindzen sagt, die Wirkung des CO2 auf den Klimawandel werde überschätzt. Derzeit beschäftigt er sich vor allem mit der Entwicklung eines simplen Klimamodells, das testen soll, ob Prozesse in Kumuli (Haufenwolken) nicht einen grossen Teil des zusätzlichen Treibhauseffekts durch den menschlichen CO2-Ausstoss wieder zunichte machen. Lindzen ist zudem ein Kritiker der Arbeit des Uno-Gremiums IPCC, auch wenn er beim zweiten und dritten Bericht selbst mitgearbeitet hat. Was ihn vor allem ärgert, ist die Tatsache, dass sein Thema, in das er ein Forscherleben gesteckt hat, seit kurzem von der Politik instrumentalisiert worden ist. Lindzen ist verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne, die laut Vater «noch konservativer» sind als er selbst. Er ist passionierter Hobbyfotograf und ist daran, ein Buch über die einst bedeutende jüdische Gemeinde von Paris zu schreiben.
28.03.2007, Ausgabe 13/07
Zur Person
Der alte Mann und das Klima
Richard S. Lindzen, 67, ist MIT-Professor für Meteorologie in Boston. Er sagte, die Wirkung des CO2 auf den Klimawandel werde überschätzt. Er ärgert sich darüber, dass das Thema von der Politik instrumentalisiert wird.
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