Beim Pingpong in der Primarschule war Weltwoche-Redaktor Bruno Ziauddin gefürchtet für seinen Aufschlag, den er angeblich unretournierbar scharf und flach übers Netz zirkelte. Einen Tennisschläger hingegen hat er noch nie in seinem Leben in den Händen gehalten. Entsprechend intensiv musste er sich für sein Porträt des Schweizer Jahrhundertsportlers Roger Federer einarbeiten. Ziauddin studierte Akten und Bücher, sah sich Spiele an und brachte die Stars der Branche ans Telefon. Er sprach mit dem einstigen Seriensieger Ivan Lendl, befragte den Wimbledon-Champion Boris Becker und konnte sich sogar mit Björn «Ice-Borg» Borg über den Schweizer Ausnahmeathleten unterhalten. Am Montag in acht Tagen (2. April) wird in Barcelona der Laureus Award für den Weltsportler des Jahres vergeben, eine Art Oscar des Sports. Federer ist abermals Topfavorit – er würde die Auszeichnung als Erster überhaupt zum dritten Mal in Folge erhalten. Fest steht bereits, dass ihm in der Folgewoche eine ebenso grosse, wenn auch ganz andere Ehre zuteil wird: Am 10. April lanciert die Schweizerische Post ihre Federer-Briefmarke (Wert: 1 Franken). Noch nie zuvor hat das Unternehmen eine Person bereits zu Lebzeiten auf einer Marke verewigt.
Wenn die Berner Medien die Regierenden nicht loben können, dann schweigen sie. Dies schrieb unser Bundeshausredaktor Urs Paul Engeler vor drei Wochen, als er den politischen und wirtschaftlichen Zustand seines Wohnorts analysierte. So ist es auch. Engelers Artikel schlug ein wie eine mittlere Bombe; die beiden Tageszeitungen Berner Zeitung und Der Bund hielten sich verkrampft stumm; nur das Gratisblatt Berner Bär druckte die Story integral ab. Die Reaktionen waren gewaltig: Über 150 Zuschriften trafen ein, die allermeisten begeistert zustimmend. Dutzende von Briefen erreichten den Autor persönlich, die allermeisten begeistert zustimmend. Noch heute gratulieren täglich bekannte und unbekannte Berner Engeler auf der Strasse oder im Tram.
Davon träumt der Mensch seit der Antike. Jetzt hat es der Schweizer Yves Rossy als Erster geschafft. Der Waadtländer Militär- und Linienpilot hat einen Düsenflügel gebaut, mit dem er wie ein Vogel durch die Lüfte und über die Alpen fliegt. Das Interesse ist weltweit gross. Rossys Website verzeichnet täglich 30000 Besucher. Nun will der «Bird-Man» seine Erfindung an einer Weltpremiere in Genf erstmals präsentieren und vor der internationalen Presse über das Seebecken fliegen. Auslandredaktor Urs Gehriger hat den genialen Tüftler und Idealisten beim Training in Spanien begleitet.
Intern: Das Kapital unserer Zeitung sind ihre Autorinnen und Autoren. Wir freuen uns ganz besonders, dass demnächst die preisgekrönte Kulturjournalistin Daniele Muscionico von der NZZ zu uns stossen wird. Sie hat sich einen Namen als vielseitige brillante Feder erworben. In dieser Ausgabe kommen zwei prominente Stimmen zu Wort: die Amerikanerin Anne Applebaum, Pulitzerpreisträgerin, hat exklusiv für die Weltwoche ein Porträt des russischen Präsidenten verfasst. Der Beitrag geht mit Putin hart ins Gericht. Der grosse deutsche Historiker Hans-Ulrich Wehler rezensiert eine neue Bismarck-Biografie.
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