Das Wochenende steht an, gern führe man ins Wallis, das man schlecht kennt, denkt dann aber: Nein, das ist zu weit. Kein Wunder bei dieser zerebralen Verhinderungsautomatik, dass ich bis vor kurzem nie in Zermatt war. Doch jetzt bin ich dort gewesen, und ich fand die Zugreise kein bisschen mühsam, habe mich während der zwei Tage auch nicht gehetzt gefühlt und habe vieles gesehen. Hier mein Programm «Zermatt für Anfänger».
1. Tag - Von Zürich aus empfiehlt sich der 09.00-Zug, so müssen wir nur einmal (in Brig) umsteigen. Um halb zwei sind wir nach schöner Fahrt (Lötschbergrampe: immer wieder ein Spektakel) in Zermatt. Und jetzt wechseln wir über die Strasse zur Gornergratbahn und lassen uns 1500 Höhenmeter aufschaukeln. Oben sind wir überwältigt: unglaublich, die Weite dieser Alpinwelt. Und all die Gletscher. Und das imperiale Matterhorn. Und dass wir hier stehen: Die pure Existenz einer Bahnstation auf 3089 Metern ist fantastisch; jene Pioniere, die die Vision vor mehr als hundert Jahren hatten und realisierten, verdienen unsere Dankbarkeit. Vorbei am Kapellchen und am Hotel-Restaurant samt Mini-Shopping-Mall spazieren wir in fünf Minuten zur Terrasse zuoberst und geniessen das 360-Grad-Panorama. Gegen fünf sind wir wieder unten im Dorf: Ruhen, Apéro, Nachtessen, Ausgang, alles möglich.
2. Tag - Nach dem Frühstück nehmen wir die unterirdische Sunnegga-Bahn, eine Hangmetro, neben deren Speed die Gemächlichkeit des, sagen wir, Braunwaldbähnchens ein schlechter Witz ist. Mit der Gondel setzen wir fort hinauf nach Blauherd. Bewundern das Matterhorn, das sich aus der grösseren Distanz noch majestätischer ausnimmt; es stellt weniger einen Berg dar als, im Sinne Platons, die Idee Berg. Und nun begeben wir uns auf den Winterwanderweg zur Fluhalp. Sehr anstrengend ist diese Zweistundenwanderung (hin und retour) nicht. Der Pfad steigt leicht, doch die Landschaft lässt das vergessen: etwa die rasiermesserscharf aussehenden, kilometerlangen Felskämme zur Rechten. Auf der Terrasse der Fluhalp können wir essen. Dann machen wir uns auf den Rückweg. Ab Brig schlafen wir im Zug ein bisschen. Und sind rechtzeitig zum «Tatort» wieder zu Hause. So fügt sich auf diesem Zweitäger alles. Und ist in Zukunft von Zermatt die Rede, können wir mithalten.
Karte: Wanderkarte als PDF













Kommentare