Elm hat bei mir noch einen gut. Im Mai 2005 schlug ich an dieser Stelle eine Frühlingswanderung auf dem Suworowweg von Matt nach Elm vor, doch fehlte der Kolumne eine Zeile, der Text war in der Technik verstümmelt worden, ein Satz stürzte ins blanke Nichts. Das war mir peinlich. Und es blieb in mir das Gefühl zurück, ich sei mit dem Ort noch nicht fertig.
Gern komme ich jetzt auf ihn zurück. Und wiederhole: Es handelt sich bei dem zuhinterst im Sernftal gelegenen Glarner Dorf um ein Bijou. Dem Tourismus wird in Form weniger Hotels und eines bescheidenen Skigebietes Genüge getan, ebenfalls exakt im rechten Mass hat es Läden und Beizen. Dazu kommt die Atmosphäre des Historischen, denn eben hier zog 1799 der russische General Suworow mit seinen Kosaken durch, hier ereignete sich 1881 der schreckliche Bergsturz (114 Tote), hier stehen ein reizendes spätgotisches Kirchlein und jene uralten Holzhäuser, die den Wakkerpreis brachten.
Eine erstklassige Winterwanderung hält Elm auch feil. Den Startpunkt finden wir, wenn wir ab der Bushaltestelle «Sportbahnen» der sanft ansteigenden Strasse entlang 800 Meter weiter taleinwärts gehen und, kurz nach dem Restaurant «Camperdun», beim ersten Wanderwegweiser rechts in den Hang halten. In weit ausholenden Schwüngen bezwingt ein vereistes Strässchen die ersten 400 Höhenmeter, wobei – Vorsicht! – der oberste Teil mit dem Schlittelweg zusammenfällt. Im «Ämpächli» ist nach diesen recht anstrengenden zwei Stunden Gelegenheit zur Rast und zur Wiedervereinigung mit jenen, die ab «Sportbahnen» die Gondelbahn genommen haben, die neben dem Restaurant endet. Nach der Rast folgen wir den Schildern zur «Munggä Hüttä» – wieder ein happiger Stutz.
Bei der Hütte können wir uns, auf leicht erhöhter Terrasse, auf dem Liegestuhl ausstrecken und die Mordsberge auf der gegenüberliegenden Talseite bestaunen, insbesondere die gezackten Tschingelhoren samt dem Martinsloch. Oder wir geniessen dasselbe Premiumpanorama rund um die Bar auf wolldeckengepolsterten Holzbänken bzw. lammfellbedeckten Strohballen. Wohlig werden wir dabei seufzen: Elm ist grossartig!
Höhendifferenz: 700 Meter auf-, 300 Meter abwärts, wenn man auf dem Rückweg ab Ämpächli die Gondelbahn benutzt (5 Stunden dauert diese Variante, 3 Stunden die Wanderung Ämpächli–Munggä, Hüttä–Ämpächli).
Karte: Wanderkarte als PDF













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