CD-Tipps

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Welcome: Sirs; Emily Loizeau: L ’autre bout du monde; Sci.Fi.Hi.Fi. Volume 3: Alex Smoke; Aim: Flight 602

Von Albert Kuhn

Häufig brachial

Psychedelisch und zupackend. Welcome, eine neue Band aus Seattle, häufig brachial, manchmal zart. Man stelle sich vier mit Instrumenten Bewaffnete vor, die eine Attacke aufführen, häufig lose und holterdiepolter voran, aber auch diszipliniert, wo’s nötig ist. Und immer klingt’s, als wäre hier etwas am Überborden, als würden sich die Instrumente den Händen der Musiker entwinden und wilden Tieren gleich den Weg in die Freiheit suchen. Jo Claxton am Bass, Jon Treneff an den Drums, Pete Brand und Mike Wurn an den Gitarren, die Claxton singt wie ein Reh, Brand wie Syd Barrett. Auch die Gitarren könnten vom späten, schon unfreiwillig psychedelischen Syd eingespielt worden sein. Kurzformel: Sonic Youth, aber kurzangebundener.

Welcome: Sirs. Namskeio



Meist himmlisch

Tirilidüü, tirilidüü, nichts ist perdü. Das französelt zwar ganz beträchtlich, aber so lassen wir uns das gern gefallen. «L’autre bout du monde» heisst das Album und auch dessen bester Song, eine melancholische, himmlisch schöne Affaire. Ebenso entzückend das Duo mit Andrew Bird auf «London Town». Emily Loizeaus Stimme ist in hohen Lagen lerchengleich, besitzt aber weiter unten etwas angenehm Schepperndes, Gebrochenes, als hätte sie auf Schellack aufgenommen. Die abwägenden, stets etwas zweifelnden Textwelten sind den Titeln zu entnehmen – «Je ne sais pas choisir», «Comment dire» oder «Sur la route». Eine intime Musette-Stimmung, meist nur ein Piano, selten Bass und Drums. Dafür irgendwo ein Hund, der halt bellt.

Emily Loizeau: L’autre bout du monde. Irascible



Nie feuergefährlich

Zweimal Elektronik und Samplewesen, denn siehe: Weihnachten ist für alle da, auch für die grünen Marsmänneken mit den schnuckeligen Antennen und die sich flott vermehrende Alien-Brut hinter Alpha Centauri. Nach Ewan Pierson und Luciano darf nun DJ Alex Smoke die dritte Folge der Serie Sci.Fi.Hi.Fi. zusammenstellen. Beginnt hervorragend, ist dann vielleicht um 2 Nummern zu lang, immerhin ist Detroit-Meister Juan Atkins als Model 500 mit dem Klassiker «M69 Starlight» dabei. Geschlossener, weil aus einer einzigen Hand ist «Flight 602» von Aim (alias Andy Turner aus Manchester). Ist es die coole, tiefergelegte Gitarre, die die Sache etwas verbindlicher macht? Die Trompete? Der gelegentliche Latin Touch? Fazit: okay, aber nicht feuergefährlich. Klasse Hintergrundmusik.

Sci.Fi.Hi.Fi. Volume 3: Alex Smoke. Namskeio

Aim: Flight 602. Namskeio

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