Einige wallartig in die Länge gezogene, gut zwei Meter hohe Erhebungen und dazwischen topfebener Boden: Wie kommt es zur durch Gestrüpp und Bäume kaschierten Geländeauffälligkeit von 200 auf 200 Meter nördlich von Landquart?
Es sind die Reste der Rohanschanze oder auch Rheinschanze. Im europaweiten Dreissigjährigen Krieg 1618 bis 1648 kämpfen die Katholiken gegen die Protestanten, aber auch die Habsburger gegen Frankreich und seine Verbündeten. Die Drei Bünde (Graubünden) und ihr Untertanengebiet Veltlin werden als Durchgangsort wichtig: Die österreichischen und die von Mailand aus operierenden spanischen Habsburger sind auf den Transit angewiesen, um koordiniert zu agieren. Das zu vereiteln, rückt der französische Herzog von Rohan samt seinem Korps an. Mit dem Bündner Protestantenführer Georg (Jürg) Jenatsch jagt er die Habsburger aus dem Land. Als die Franzosen dann aber das Veltlin nicht freigeben, wendet sich Jenatsch abrupt gegen Rohan, der in seiner vom Zürcher Kriegsingenieur Ardüser erbauten Landquarter Schanze nah den zwei einzigen Brücken der Gegend (über den Rhein und die Landquart) den Nord-Süd-Verkehr völlig kontrolliert. Im März 1637 marschieren die Bündner zu 3000 Mann auf. Der überrumpelte Rohan, der nur 1000 Mann hat, muss abziehen. Die Schanze wird später geschleift.
Wir suchen die Vergangenheit vom Bahnhof Landquart her auf. Unser Weg führt die Bahnhofstrasse hinab, links in die Seilbruckstrasse, über die Landquart, gleich wieder links und unter der Bahnlinie nach Klosters durch. Vor uns sehen wir nun rechts der SBB-Linie Zürich–Chur einen Wanderwegweiser, der die Rohanschanze anzeigt, und erreichen in zehn Minuten, auf unser Schlussziel Malans zuhaltend, die Landstrasse Maienfeld–Landquart. Auf der anderen Seite liegt unser Gelände. Den Gedenkstein finden wir, wenn wir auf der Landstrasse 100 Meter Richtung Maienfeld gehen; fünf Meter zurückversetzt und leicht erhöht, erinnert er an die Schanze, «erbaut 1631 bis 1635 zum Schutze der Drei Bünde von Herzog Heinrich Rohan». Der starb 1638 in fremden Kriegsdiensten – nach Frankreich hatte er sich nicht zurückgetraut.
Gehzeit: «1 Stunde» bezieht sich auf die Strecke Landquart–Bahnhof Malans ohne Besichtigung der Schanze.
Lektüre: Der Roman «Jürg Jenatsch» (1876) von Conrad Ferdinand Meyer erzählt die Geschichte ausführlich.
Karte: Wanderkarte als PDF













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