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Editorial

Schauspielhaus-Schwank – Was macht die Grünen so frisch? – Abschied von Marianne Fehr

Von Ihre Weltwoche

Erneut ist der Verwaltungsrat des Schauspielhauses gegenüber den Gewerkschaften eingeknickt. Wie die Weltwoche aus sicherer Quelle erfahren hat, haben sich die Unia und das Theater Anfang Woche auf einen neuen Gesamtarbeitsvertrag geeinigt – unter anderem ohne Friedenspflicht. Das ist ein klarer Erfolg für die Unia. Die Gewerkschaft kann weiterhin relativ leicht einen Streik auslösen, wann immer es ihr beliebt. Für SP-Stadtpräsident Elmar Ledergerber dagegen, der den Verwaltungsrat interimistisch leitet, ist es ein Gesichtsverlust: Noch vor kurzem hatte er öffentlich die absolute Friedenspflicht verlangt und eine harte Linie angedroht. Dem Vernehmen nach ist aber längst Parteikollege Regierungsrat Markus Notter der starke Mann in der Schauspielhausleitung. Mit Vasco Pedrina, dem Co-Präsidenten der Unia, hat er direkt verhandelt. Was auf den ersten Blick wie eine Lokalposse wirkt, hat nationale Implikationen. Schon im vergangenen Januar kam das Schauspielhaus den Gewerkschaften plötzlich entgegen, als die Stadtratswahlen in Zürich bevorstanden. Nun sind es die kommenden Zürcher Kantonsratswahlen, die die SP nervös machen. Einen Konflikt mit den Gewerkschaften kann sich die Partei derzeit nicht leisten, die mit einer Mischung aus brüderlicher Bewunderung und stiller Panik den Aufstieg der Grünen beobachtet. Die SP stagniert. Julian Schütt über die neuste Wende im Schauspielhaus-Schwank.

Woran liegt es, dass die Grünen heute fast überall zulegen – was macht sie so frisch? Sicher hilft ihnen die weitverbreitete Furcht vor der Erderwärmung. Ein Film des ehemaligen amerikanischen Vizepräsidenten Al Gore, der zum Kassenschlager wird, stellt düstere Prognosen vor. Der Chefökonom der britischen Regierung ist in einem Bericht zu einem alarmierenden Befund gekommen. Der schweizerische Bundespräsident fordert eine weltweite CO2-Abgabe. Der Klimawandel scheint unvermeidlich: Muss die Politik eingreifen? Nigel Lawson war Schatzkanzler im Kabinett der britischen Premierministerin Margaret Thatcher. Er gehört zu den prominenten Skeptikern einer überstürzten Klimapolitik. In einer Bestandesaufnahme klärt er aus liberaler Sicht alle Fragen.

Intern. Mit dieser Nummer verabschieden wir uns von Marianne Fehr. Woche für Woche hat sie in einer glänzenden Kolumne die Abgründe und Banalitäten der menschlichen Existenz beschrieben, wie sie sich im Gerichtssaal darstellen. Wir bedanken uns herzlich für ihren grossen Einsatz und wünschen ihr alles Gute.

Ihre Weltwoche

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