Wir hätten gern gewusst, wie heute pensionierte Polizisten, Richter und Staatsanwälte die sich häufenden Sexualdelikte von Jugendlichen ausländischer Herkunft beurTteilen. Zu einem informellen Gespräch mit Weltwoche-Mitarbeiter Peter Holenstein waren zwar alle Angefragten bereit, doch ein Interview unter Namensnennung lehnten mit Ausnahme des ehemaligen Zürcher Staatsanwalts Marcel Bertschi alle ab. «Wenn man sagt, was man denkt», so der Grundtenor, «steht man heute mit einem Bein im Gefängnis oder wird als Rassist verschrien.»
Dabei sprechen die Zahlen für sich. Ausländer delinquieren deutlich häufiger als Schweizer. Inland-Redaktor Philipp Gut hat die neuesten Statistiken analysiert. Zu einem ähnlichen, anekdotischen Befund kommt unser Reporter Alex Baur, der der zunehmenden Gewalt auf den Schulhöfen nachgegangen ist. Es gelang ihm, mit einem der Opfer der Seebacher Bande zu sprechen. Lesen Sie weitere Artikel zu diesem Fall, der die Schweiz bewegte, in dieser Ausgabe.
Als der Prominenten-Reporter der Weltwoche, Mark van Huisseling, den roten Teppich bei der «James Bond»-Premiere in Zürich beschritt, stürzten sich Mitarbeiter von Fernsehsendern und Radiostationen auf ihn. Eigentlich war nicht er der Star des Abends, sondern Daniel Craig, der neue Bond, doch der liess van Huisseling den Vortritt. Die beiden hatten sich am Nachmittag kennengelernt, und das klang so: «Das ist eine schöne Rolex, die Sie tragen.» – «Danke, Ihre Omega gefällt mir auch.»
Gesellschaftsreporterin Beatrice Schlag widmet dem «Besten, was James Bond passieren konnte», ausserdem eine Hymne, und Kulturredaktor Thomas Widmer zeichnet das Leben Ian Flemings nach, des Mannes, der Bond schuf und weniger kühn, dafür noch promiskuöser lebte als 007.
Der Fernsehsender Al-Dschasira ist erst zehn Jahre alt. Doch sein Name gehört bereits zu den bekanntesten Marken der Welt. Jetzt will der umstrittene Nachrichtensender seinen Einfluss als globaler Meinungsmacher weiter erhöhen. Mitte November hat Al-Dschasira seinen eigenen englischen Sender lanciert, im nächsten Jahr soll noch ein Dokumentarkanal hinzukommen. Euphorie mag bei Ahmed Sheikh, dem erfolgreichen Chefredaktor des arabischen Senders, jedoch nicht aufkommen. «Die Region hat keine Zukunft», vertraute Sheikh dem Weltwoche-Korrespondenten Pierre Heumann an, der ihn in Doha besuchte.
Ihre Weltwoche
22.11.2006, Ausgabe 47/06
Intern
Editorial
Ausländer delinquieren häufiger als Schweizer – Roter Teppich für Mark van Huisseling – Zehn Jahre Al-Dschasira
Kommentare