Zu «Belchen» fällt manchen nur der A2-Tunnel zwischen Eptingen und Hägendorf ein. Da ist über dem Tunnel aber auch ein Berg, die Belchenflue. Oder eben, kürzer: der Belchen. Kleiner Exkurs: Denselben Namen tragen, im Schwarzwald und in den Vogesen, vier weitere Berge, die französische Variante lautet «Ballon» wie in «Ballon d’Alsace» (auf Deutsch «Elsässer Belchen»). Das Wort stammt aus der Keltenzeit und leitet sich ab vom Lichtgott Belenos, dem der Anbeter auf einer markanten Bergspitze besonders nah war.
Die Wanderung auf die Belchenflue beginnt in Olten. Vom nördlichen Stadtrand steigen wir durch den Wald in die Höhe. Im Restaurant «Rumpel», in einer ersten Querfalte des Jura gelegen, können wir rasten und die Wasserdampffahne des AKW Gösgen im Osten bestaunen. Dann halten wir hinauf zur Homberglücke und hinab ins nächste Quertal. Den Weiler Ifenthal lassen wir rechts liegen, denn eben, wir wollen auf den Belchen. Das letzte Wegstück zum Pass hinauf, ein Natursträsschen, führt über einige hundert Meter schnurgerade einer Felswand entlang; eine patriotische Rampe, in regelmässigen Abständen sind da Truppenwappen aufgemalt, neben denen Signaturen stehen wie «Soldati Ticinesi 1915». Der Belchen ist auch eine Festung mit Bauten aller Art und gehört zur im Ersten Weltkrieg entstandenen «Fortifikation Hauenstein», die den feindlichen Zugriff von Norden her aufs Mittelland und den Verkehrsknoten Olten vereiteln sollte.
Eine Treppe hilft über die letzten Steilmeter; toll das Panorama von der Flue aus. Weiter unten wartet dann das Berghaus «Oberbölchen». Es ist nicht nur Beiz, sondern auch Kursort: Ein Fachtrainerteam lehrt «Natural Dog Communication». Klingt vielversprechend: Wieso nicht sich zum Pudel- oder Dobermannflüsterer weiterbilden? Vom Berghaus erreicht man in weniger als einer Stunde das Mineralwasserdörfchen Eptingen. Achtung: Bevor man vor Eptingen die Autobahn unterquert, gibt es einen dummen Ort, wo man direkt vom Wanderweg auf die Schnellstrasse laufen könnte. Aber dafür sind Weltwoche-Leser nun wirklich zu schlau.
Heimreise: von Eptingen per Bus zum Bahnhof Sissach
Höhendifferenz: 700 Meter auf-, 550 abwärts
Ruhetage: «Rumpel» Mo, «Oberbölchen» Mi/Do
Buch: «Dort oben die Freiheit» von Wolfgang Hafner. Rotpunkt, 2005. 237 S., Fr. 36.–.
Kenntnisreicher Wanderführer durch den Solothurner Jura
Karte: Wanderkarte als PDF














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