Intern

Editorial

Das Wesen der Frau: philosophische und neurologische Erkenntnisse – Bundesrat Blocher und die Antirassismusstrafnorm – Roger Köppel wieder verantwortlicher Chefredaktor

Von Ihre Weltwoche

Die Frage irritiert seit der Antike: Was ist das Wesen der Frau, was bewegt sie, was will sie wirklich? Legionen von Psychologen, Philosophen, Dichtern haben sich damit beschäftigt, neuerdings auch Hirnforscher und eine aufs heftigste angegriffene Fernseh-Moderatorin (Eva Herman). Die Weltwoche hat vor zwei Wochen die Studien der amerikanischen Feministin und Neurologin Louann Brizendine vorgestellt. Interessanterweise musste sich die Wissenschaftlerin von liebgewordenen Gewissheiten befreien, denn sie fand heraus, dass die Unterschiede zwischen Mann und Frau mehr mit der Natur zu tun haben, als vermutet wird.

In dieserAusgabe haben die Kollegen Julian Schütt und David Signer bei den Philosophen recherchiert, um das Wesen der Frau letztinstanzlich zu ergründen. Die Erkenntnisse präsentierte Wissenschaftsredaktor Mathias Plüss einem Neurologen. Sicher ist: Arthur Schopenhauer hatte eben doch unrecht, als er in einem Anflug von Resignation bemerkte: «Das niedrig gewachsene, schmalschultrige, breithüftige und kurzbeinige Geschlecht das schöne nennen konnte nur der vom Geschlechtstrieb umnebelte männliche Intellekt.» Philosophenkollege Ortega Y Gasset sah es versöhnlicher: Die Frauen seien eine «Stimmgabel der Menschlichkeit».

Bauchschmerzen in Ankara: Justizminister Blocher, zuletzt irritiert von karikaturistischen Ausschweifungen im Welschland, entdeckt sich neu als Vorkämpfer der Meinungsfreiheit in der Türkei. Erwartungsgemäss gross waren Getöse und Entrüstung, als sich der Bundesrat für eine Revision der Antirassismus-Strafnorm aussprach. Die Debatte sollte sich indes nicht an Oberflächlichkeiten festmachen: Die sprachpolizeiliche Strafnorm ist tatsächlich ein Problem, wie Markus Somm und Alex Baur ab Seite 36 nachweisen. Haben es freiheitliche Staaten wirklich nötig, dass Justizbeamte über die Triftigkeit historischer Erkenntnis richten?

Intern: Mit dieser Ausgabe zeichnet wieder Roger Köppel verantwortlich als Chefredaktor der Weltwoche, die er bald auch als Verleger übernehmen wird. Die vergangenen zweieinhalb Jahre führte Köppel die deutsche Tageszeitung Die Welt in Berlin, für die er weiterhin als Kommentator schreiben wird. Von 2001 bis 2004 hatte der Historiker schon einmal die Weltwoche geleitet. Unter seiner Federführung wurde die Formatumstellung umgesetzt.

Ihre Weltwoche

Kommentare

Bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel zu kommentieren

 
|

weitere Ausgaben